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	<description>Predigten, Impulse und andere Inhalte von Verkündigung</description>
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		<title>Elia &#8211; Gehorsam und Glaube</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas Peschke]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 Jun 2025 16:26:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bibelgelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Predigt]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute darf ich uns mit in die Ereignisse hinein nehmen, die vor den Geschehnissen auf dem Karmel passieren. Und, kleiner Spoiler, auch bei diesen Ereignissen spielt das glaubensvolle Gebet eine wesentliche Rolle. Ahab ist König in Israel, und er erzürnt Gott dadurch, dass er fremde Götter anbetet und eine heidnische Frau heiratet, die den Baalskult in Israel einführt, bzw. fördert. Alles was jetzt passiert, sind Folgen des Götzendienstes, den Ahab getan, bzw. gefördert hat. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Predigt im <a href="https://www.einanderergottesdienst.de">eAg</a>, am Sonntag 22.Juni 2025</p>



<p>Liebe eAg Gemeinde,</p>



<p>die Geschichte, von dem Gottesurteil auf dem Karmel, bei dem der Prophet Elia gegen hunderte Baalspriester antritt, ist wohl eine der bekanntesten der Bibel. Letzte Woche wurden wir in diese Ereignisse mit hineingenommen und die Predigt hat uns herausgefordert, so glaubensvoll zu beten, wie Elia es getan hat – denn auf dem glaubensvollen Gebet, liegt eine große Verheisssung. <sup class="modern-footnotes-footnote ">1</sup></p>



<p>Heute darf ich uns mit in die Ereignisse hinein nehmen, die vor den Geschehnissen auf dem Karmel passieren. Und, kleiner Spoiler, auch bei diesen Ereignissen spielt das glaubensvolle Gebet eine wesentliche Rolle.<br>Ich teile den Text in drei Abschnitte.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size">1.Könige 17, 1-10a<br>Da sagte Elia, der Thisbiter, aus Thisbe in Gilead, zu Ahab: »So wahr der HERR, der Gott Israels, lebt, in dessen Dienst ich stehe: es soll in den nächsten Jahren weder Tau noch Regen fallen, es sei denn auf mein Wort!«# #2 Hierauf erging das Wort des HERRN an ihn also:# #3 »Gehe weg von hier und wende dich ostwärts und verbirg dich am Bache Krith, der östlich vom Jordan fließt.# #4 Aus dem Bache sollst du trinken, und den Raben habe ich geboten, dich dort mit Nahrung zu versorgen.«# #5 Da ging er weg und tat nach dem Befehl des HERRN: er ging hin und ließ sich am Bache Krith nieder, der auf der Ostseite des Jordans fließt;# #6 und die Raben brachten ihm Brot und Fleisch am Morgen und ebenso am Abend, und er trank aus dem Bache.# #7 Als dann aber der Bach nach einiger Zeit trocken wurde, weil kein Regen im Lande gefallen war,# #8 erging das Wort des HERRN an ihn also:# #9 »Mache dich auf, begib dich nach Zarpath[1], das zu Sidon gehört, und bleibe daselbst! Ich habe einer Witwe dort geboten, für deinen Unterhalt zu sorgen.«# #10 Da machte er sich auf den Weg und begab sich nach Zarpath;</p>
</blockquote>



<p>In diesem ersten Abschnitt geht es um den Propheten Elia und um Ahab, den König von Israel, der in der Bibel als schlimmer bezeichnet wird, als seine Vorfahren. Und die waren auch schon schlimm.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ahab</h3>



<p>ist König in Israel, und er erzürnt Gott dadurch, dass er fremde Götter anbetet und eine heidnische Frau heiratet, die den Baalskult in Israel einführt, bzw. fördert. So hat Ahab z.B. einen Baalstempel in Samaria erbaut. Die Bibel sagt zu seinen Taten schlicht: </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size">Ahab tat, was der Herr verurteilt. Er handelte sogar noch schlimmer als alle vor ihm. 1.Könige 16, 30</p>
</blockquote>



<p>Alles was jetzt passiert, sind Folgen des Götzendienstes, den Ahab getan, bzw. gefördert hat. Und die Folgen sind fatal: Drei Jahre und sechs Monate sollte es nicht regnen. Und das, weil ein König sich nicht an Gottes Gebote hält. Die Taten des Königs haben eben nicht nur Auswirkungen auf sein Leben und das seiner direkten Umgebung. Die Taten eines Königs haben Auswirkungen auf ganz Israel, sein ganzes Volk und sogar auf die Nachbarstaaten. <strong>Hier zeigt sich: Wer ein Leiter ist, hat eine sehr hohe Verantwortung.</strong> </p>



<p>Für uns bedeutet das: wir müssen uns klar machen, dass jemand, der Verantwortung für andere Menschen hat, in einer Position ist, wo das eigene Verhalten, eben auch Auswirkungen auf die Menschen hat, für die er die Verantwortung übernommen oder bekommen hat. </p>



<p>Das Verhalten der Eltern hat Auswirkungen auf die Kinder. Das des Lehrers auf die Schüler. Das des Gruppenleiters auf die Teilnehmer. Das des Pfarrers auf die Gemeinde. Das der Spartenleitung auf die Sparte. Wenn der Präsident der USA entscheidet, die Atomanlagen des Iran zu bombardieren, dann hat das ggf. Auswirkungen auf die ganze Welt. Wenn der Führer der iranischen Republik, Jahrzehnte lang davon spricht Israel zu vernichten und die Juden ins Meer zu werfen, und die Ernsthaftigkeit dadurch unterstreicht, dass Terrorgruppen wie die Hamas oder Hizbulla finanziert werden, dann hat das Auswirkungen auf den ganzen Iran. ….. ich denke, das brauche ich nicht weiter ausführen. Schauen wir in unser Leben, schauen wir in diese Welt. Dann sehen wir: es stimmt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Elia</h3>



<p>sagt was er von Gott hört. Es soll so lange kein Regen fallen, bis Elia sagt, dass es wieder regnen soll. Letzte Woche haben wir bereits gehört, dass Elia, als er dieses prophetische Wort ausgesprochen hatte, die Erfüllung dieses Wortes, trotzdem noch im Gebet ergreifen, bzw. erflehen musste. <sup class="modern-footnotes-footnote ">2</sup>Daher will ich hierauf nur kurz eingehen: der Wille Gottes passiert nicht einfach von alleine. Wir sind dazu gerufen uns mit dem Willen Gottes im Gebet eins zu machen und auch in dem was wir tun. Und warum ist das so?<strong> Weil Gott uns sehr gerne mit hineinnimmt, in das was er tut und uns teilhaben lassen will an Seinem Wirken.</strong></p>



<p>Was auffällig ist, ist dass Elia keinerlei Diplomatie anwendet. Er führt keinen Smalltalk, er versucht nicht, Ahab davon zu überzeugen, dass er doch bitte aufhören soll, den Baalskult in Israel zu fördern. Zumindest berichtet uns die Bibel nix davon. Ich bin davon überzeugt: Elia spricht das prophetische Wort aus, weil es Zeit ist zu handeln, und nicht mehr zu reden.<br>Elia war sicherlich klar, dass 3,5 Jahre ohne Regen für viele Menschen in Israel und darüber hinaus ein Todesurteil sein würde. Trotzdem hat er es ausgesprochen und dann im Gebet darum gerungen, dass es passiert.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Wer hat die Verantwortung?</h3>



<p>Vorhin habe ich erklärt, dass Ahab als König Verantwortung für sein Volk hat und seine Taten, Auswirkungen auf das Volk haben. Auch Elia hat Verantwortung. Er ist Prophet und hat den Auftrag, das Volk zurück zu Jaweh zu führen. Sein Handeln, oder in dem Fall, das Aussprechen des prophetischen Wortes, dass es nicht Regnen wird, hat Auswirkungen. Auswirkungen auf Elia selber, auf das Volk Israel und auf die Umgebung. Man könnte jetzt sagen, dass Elia verantwortlich ist, dafür, dass Menschen verhungern. Oder dass Gott dafür verantwortlich ist. Kann man so sehen. Aber, und das ist wichtig: Der eigentliche Verursacher ist nicht Elia, auch nicht Gott. Der eigentliche Verursacher ist Ahab und sein Verhalten mit dem Baalskult.<br>Wir sollten immer bedenken, wer ist der eigentliche Verursacher? Und was sind Folgen die aufgrund des Verursachenden geschieht?<br>Das ist brandaktuell, wenn wir Nachrichten schauen und versuchen einzuordnen, wer hat hier welche Verantwortung, wer ist der Verursacher, der Täter, der Betroffene? <sup class="modern-footnotes-footnote ">3</sup></p>



<p>Und gleich nachdem Elia gegenüber Ahab die Drohung ausgesprochen hat, dass es nicht Regnen wird, bis Elia es sagt, erhält Elia ein neues Wort von Gott. Und Elia tut was Gott ihm sagt. Er geh zum Bach Kerit (heutiges Jordanien), und später dann, nach Serepta (heutiger Libanon). Beides mal verbunden mit dem Versprechen, dass Gott ihn dort versorgen wird. Und so kommt es auch. </p>



<h3 class="wp-block-heading">Gehorsam und Glaube</h3>



<p>Elia ist gehorsam. Er geht dorthin, wo Gott sagt, wo er hingehen soll. Er vertraut darauf, dass Gott ihn versorgt, wie er es ihm versprochen hat. Durch seinen Gehorsam und seinen Glauben, dass das geschieht, was Gott verheißt, passiert das Wunder, dass Elia durch Raben versorgt wird. Gehorsam und Glaube, gehören sehr oft zusammen und sind wichtige Voraussetzungen dafür, dass sich ereignet, was Gott versprochen hat. Der Gehorsam ist dabei bereits eine Form des Glaubens, dass Gott erfüllt, was er verspricht.<br>Gott schickt Elia ins Ausland. Beide Orte sind außerhalb von Israel. Zuerst östlich des Jordan, dann in den Norden, zu den Phöniziern. Elia wird ein Flüchtling. Er ist ein Asylsuchender, auch wenn es das damals so noch nicht gab. Denn er ist politisch verfolgt. Wäre er in Israel geblieben, hätte Ahab ihn aufgespürt und sicherlich getötet. Spannend an dem zweiten Ort ist: Isebel, die Frau von Ahab, und diejenige, die den Baalskult in Israel eingeführt hat, kommt aus Sidon, das ganz in der Nähe von Serepta liegt. Warum schickt Gott Elia dort hin? Dort, wo der Baalskult herkommt und die Oberhand hat? Vermutlich hat das praktische Gründe. Wer würde den Flüchtling, der den Baalskult bekämpft, denn dort vermuten, wo der Baalskult her kommt?</p>



<p>Ich komme zum zweiten Teil des Bibeltextes.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size">1.Könige 17, 10b-16<br>und als er am Stadttor ankam, war dort eine Witwe gerade damit beschäftigt, Holz zusammenzulesen. Er rief sie an mit den Worten: »Hole mir doch ein wenig Wasser in einem Kruge, damit ich trinke!«# #11 Als sie nun hinging, um es zu holen, rief er ihr die Worte nach: »Bring mir doch auch einen Bissen Brot mit!«# #12 Aber sie antwortete: »So wahr der HERR, dein Gott, lebt! Ich besitze nichts Gebackenes; nur noch eine Handvoll Mehl ist im Topf und ein wenig Öl im Kruge. Eben lese ich ein paar Stücke Holz zusammen, dann will ich heimgehen und es für mich und meinen Sohn zubereiten, damit wir es essen und dann sterben.«# #13 Doch Elia antwortete ihr: »Fürchte dich nicht, gehe heim und tu, wie du gesagt hast; doch zuerst bereite mir davon einen kleinen Kuchen und bringe ihn mir her! Darnach magst du für dich und deinen Sohn auch etwas zubereiten.# #14 Denn so hat der HERR, der Gott Israels, gesprochen: ›Das Mehl im Topf soll nicht ausgehen und das Öl im Kruge nicht abnehmen bis zu dem Tage, wo der HERR wieder Regen auf den Erdboden fallen läßt.‹«# #15 Da ging sie hin und kam der Weisung Elias nach; und sie hatten lange Zeit zu essen, er und sie und ihr Sohn:# #16 das Mehl im Topf ging nicht aus, und das Öl im Kruge nahm nicht ab, wie der HERR es durch den Mund Elias hatte ankündigen lassen.# </p>
</blockquote>



<h3 class="wp-block-heading">Die Witwe</h3>



<p>In diesem Abschnitt geht es ganz wesentlich um die Witwe.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>wir kennen nicht ihren Namen, wir wissen nichts über ihre Lebensgeschichte – außer, dass sie einen Sohn hat und wir erfahren im dritten Abschnitt, dass sie eine Schuld mit sich herumträgt.</li>



<li>wir wissen auch nicht, warum Gott diese Witwe ausgewählt hat.</li>



<li>als sie von Elia angesprochen wird, hat sie mehr oder weniger mit ihrem und dem Leben ihres Sohnes abgeschlossen. Dennoch ist sie bereit ihm Wasser zu holen, damit er trinken kann – das hat mit der Gastfreundschaft im Orient zu tun. Aber als Elia dann noch fordert, dass sie Brot mitbringt, klagt sie ihm sein Leid, dass sie keine Hoffnung mehr für sich und ihren Sohn hat. Noch einmal essen und dann sterben. Das ist ihr Plan.</li>



<li> Und dann fordert Elia die Witwe zu einem Glaubensakt auf. Er verspricht ihr, dass Öl und Mehl nicht zu Ende gehen, sie soll aber zuerst ihm ein Brot backen und dann sich und ihrem Sohn. Was geht im Kopf der Witwe vor? Könnte es ein Trick des Mannes sein um sie um das letzte Essen zu bringen? Oder sagt er die Wahrheit? Die Witwe lässt sich auf diesen Glaubensschritt ein. Sie backt, Elia ein Brot, dann sich und ihrem Sohn und dann viele Tage, Wochen und Monate wieder und wieder. So wird ihr Glaube belohnt. Öl und Mehl gehen nicht zu Ende.</li>
</ul>



<p>Auch hier spielen Glaube und Gehorsam wieder eine wesentliche Rolle. Die Witwe ist gehorsam und geht den Schritt, das Brot zuerst für Elia zu backen. Und glaubt daran, dass es auch für ihren Sohn und sie noch zu einem Brot reichen wird. Und so erlebt sie täglich das Wunder, dass Öl und Mehl nicht ausgehen. Auch hier ist der Gehorsam, eine Art, dem Wort zu vertrauen, daran zu glauben.</p>



<p>Wir kommen zum dritten Abschnitt</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-medium-font-size">1.Könige 17, 17-24<br>17 Nachmals aber begab es sich, daß der Sohn jener Frau, der das Haus gehörte, krank wurde, und seine Krankheit verschlimmerte sich so, daß kein Atem mehr in ihm blieb.# #18 Da sagte sie zu Elia: »Was haben wir miteinander zu schaffen, du Mann Gottes? Du bist nur deshalb zu mir gekommen, um meine Verschuldung bei Gott in Erinnerung zu bringen und den Tod meines Sohnes herbeizuführen!«# #19 Er antwortete ihr: »Gib mir deinen Sohn her!« Er nahm ihn dann von ihrem Schoß, trug ihn in das Obergemach hinauf, wo er selbst wohnte, und legte ihn auf sein Bett;# #20 dann rief er den HERRN an und betete: »HERR, mein Gott, hast du wirklich die Witwe, bei der ich zu Gast bin, so unglücklich gemacht, daß du ihren Sohn hast sterben lassen?«# #21 Darauf streckte er sich dreimal über den Knaben hin und rief den HERRN mit den Worten an: »HERR, mein Gott, laß doch die Seele[2] dieses Knaben wieder in ihn zurückkehren!«# #22 Da erhörte der HERR das Gebet Elias, und die Seele des Knaben kehrte in ihn zurück, so daß er wieder auflebte.# #23 Elia aber nahm den Knaben, trug ihn aus dem Obergemach ins Haus hinunter und übergab ihn seiner Mutter mit den Worten: »Sieh her, dein Sohn lebt!«# #24 Da antwortete die Frau dem Elia: »Ja, nun weiß ich, daß du ein Mann Gottes bist und daß das Wort des HERRN in deinem Munde Wahrheit ist!</p>
</blockquote>



<p>Als der Sohn der Witwe stirbt, bricht es aus der Witwe heraus. <em>„Was haben wir miteinander zu schaffen, du Mann Gottes? Du bist nur deshalb zu mir gekommen, um meine Verschuldung bei Gott in Erinnerung zu bringen und den Tod meines Sohnes herbeizuführen!“ </em><br>Die Witwe wirft Elia vor, dass er nur deshalb zu ihr gekommen sei, um sie an ihre Fehler zu erinnern.<br>Wir müssen uns in die Situation der Witwe hineinversetzen. Der Sohn ist ihr ein und alles. Das Letzte, was ihr geblieben ist. Vielleicht eine Erinnerung an ihren Mann. Er ist aber auch ihre Lebensversicherung. Denn er kann für sie sorgen, wenn er alt genug wird. Doch das ist nun vorbei. Das Letzte was ihr geblieben ist, wurde ihr genommen. Mit ihrem Sohn verliert sie letztlich alles. </p>



<p>Wir wissen nicht um was für eine Schuld es geht, von der sie spricht. Elia wohl auch nicht, wenn wir sein Gebet lesen. Aber die Schuld muss so gravierend sein, dass sie vermutet, dass der Tod ihres Sohnes die Strafe dafür ist. Ihr Ausspruch gegenüber Elia ist Ausdruck ihres Schmerzes und ihres Frustes und vermutlich auch des Selbstvorwurfes, den sie sich macht.</p>



<p>Der Bibeltext erklärt nicht, warum der Sohn gestorben ist. Es heißt lediglich, dass <em>„kein Atem mehr in ihm blieb!“ </em> Solche Dinge passieren. Wir wissen oft nicht warum. Wir wissen nicht wann. Wir wissen nicht, wozu. Es ist nicht gerecht. Es ist einfach nur schmerzhaft. Ja, man kann das theologisch erklären, manchmal auch medizinisch, warum es Leid gibt, oder warum solche Dinge passieren. Aber das ist in keiner Weise befriedigend. Schon gleich gar nicht, wenn man selber betroffen ist oder irgendwie davon berührt.  Es kann helfen, eine gedankliche Wendung zu machen. Die Frage, warum mir ein Leid passiert, oder warum es Leid gibt, mag oben auf liegen. Aber wäre es nicht besser zu fragen: wie gehen wir mit dem Leid um, das uns begegnet oder selber trifft?</p>



<p>Vor längerem kam ich mit jemand ins Gespräch, der solche Schicksalsschläge erlebt hat, die man nicht mal seinem schlimmsten Feind wünscht. Wir haben auch darüber gesprochen, welchen Erfahrungsschatz diese Person gesammelt hat. Die wichtigste Aussage aus dem Gespräch war:<br><em>„Andreas, es ist egal, ob das was ich erlebt habe einen Sinn in Gottes Plan hat oder nicht. Ob ich dadurch was wichtiges gelernt habe, oder nicht. Das was ich erlebt habe ist mit nichts zu rechtfertigen. Aber ich bin Gott deshalb nicht böse. Er ist Gott“</em><br>Ich bin noch immer ganz bewegt, von diesem Glauben, den ich in dieser Aussage wahrnehmen konnte. Es ist ein Beispiel, wie wir mit Leid umgehen können. Ich sage nicht, dass das allen möglich ist, so mit erlittenem Leid umzugehen. Aber es ist <strong>eine</strong> Möglichkeit.<br><em>&#8222;Eine andere Person sagte mir: Wenn mein Sohn heute stirbt, dann ist das schlimm. Aber, er hatte bis dahin ein gutes Leben und dafür will ich dankbar sein.&#8220; </em>Auch das ist ein möglicher Umgang mit so einer schwierigen Situation. Nur zwei Beispiele!</p>



<p>Als Christen sind wir Teil dieser Welt. Jesus hat uns zu keiner Zeit versprochen, dass der Glaube an ihn uns vor Leid bewahrt. Im Gegenteil sagt Jesus an verschiedenen Stellen, dass wir uns auf Leiden einstellen müssen. <sup class="modern-footnotes-footnote ">4</sup> In leidvollen Situationen kann und möchte uns Jesus eine Hilfe sein. Wir können wir auf den leidenden Christus am Kreuz schauen. Er kann und will uns Trost sein und Ermutigung. Wenn selbst Jesus, der vor Anfang der Zeit bereits war, leidet, wie sollte ich denken, das würde nicht auch mich treffen können?</p>



<h3 class="wp-block-heading">Wie gehen Elia und die Witwe mit der leidvollen Situation um?</h3>



<ul class="wp-block-list">
<li>Die Witwe macht Elia Vorwürfe. Und das kann ich ihr nicht verübeln. Aus ihr kommt aller Frust heraus. Sie ist hilflos. Sie ist verzweifelt.</li>



<li>Elia aber, geht ins Gespräch mit Gott</li>



<li>Als der Sohn der Witwe stirbt, und die Witwe Elia vorwirft, er sei dafür verantwortlich, gibt es kein Reden Gottes, sondern Elia handelt so, wie er es für richtig hält. Er tröstet nicht die Mutter. Er rechtfertigt nicht Gott oder versucht zu erklären, warum das passiert ist. Er lässt sich den toten Sohn geben, zieht sich zurück und betet.</li>



<li>Elia versteht auch nicht, warum der Sohn gestorben ist. Er macht Gott keine Vorwürfe, sondern fragt, ob es sein kann, dass Gott tatsächlich derjenige ist, der diese Unglück bewirkt hat. </li>



<li>Und das flehende Gebet Elias wird von Gott wieder erhört. Und Elia kann der Witwe ihren Sohn lebendig wieder zurück geben. </li>
</ul>



<p>Ich wünschte, alle leidvollen Ereignisse hätten so ein Ende. Aber so ist es leider nicht.</p>



<p>Am Anfang hab ich davon gesprochen, dass wir im Gebet, das vor Gott bringen, was er selber verheißen hat. Hier sehen wir, dass unser Gebet auch dann kraftvoll sein kann, wenn es keine klare Aussage Gottes dazu gibt, was seine Gedanken zu einer Situation sind.</p>



<p>Als die Witwe ihren lebenden Sohn zurück erhält, sagt sie: <em>„nun weiß ich sicher, dass Du ein Mann Gottes bist.“ </em>Und ich frage mich, Dein Ernst? Die Witwe erlebt monatelang dass das Öl und das Mehl nicht ausgehen. Aber erst nachdem ihr Sohn stirbt und wieder lebend wird, ist sie sich sicher, dass Elia ein Mann Gottes ist und was er sagt, die Wahrheit ist. Erstaunlich, dass das Wunder der Öl und Mehlvermehrung diesen Glauben nicht ausgelöst hat. Sondern erst die Auferweckung ihres Sohnes von den Toten.</p>



<p>Wunder können Glauben wecken. Aber es ist nicht garantiert. Es braucht die Gottesbegegnung, damit Glauben entsteht. Diese Gottesbegegnung hat die Witwe nicht in der, oder durch die wundersamen Versorgung erfahren, sondern als sie ihren toten Sohn wieder lebendig in die Arme schließen durfte.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Zum Abschluss möchte ich nochmals auf zwei Punkte kurz eingehen:</h3>



<h4 class="wp-block-heading">Zuerst Gehorsam und Glaube</h4>



<p>ich bin davon überzeugt, es ist gut, Gehorsam und Glaube, einzuüben. Wie könnte das gehen, das einzuüben? Mein Vorschlag ist, dass jeder von uns sich einen Auftrag Gottes vornimmt und schaut, wie er zu erfüllen ist. An zwei Beispielen will ich das kurz erklären.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Es gibt den klaren Auftrag Jesu, dass wir als sein Jünger, Menschen zu Jüngern machen sollen. <sup class="modern-footnotes-footnote ">5</sup></li>



<li>wenn Du daran üben willst, Gehorsam und Glaube zu trainieren, dann frage Gott, wie er von Dir gerne hätte, dass Du diesen Auftrag erfüllst, Menschen zu Jüngern zu machen. Es kann sein, Gott möchte, dass Du Leserbriefe schreibst, die Glauben wecken. Oder dass Du an einer Strassenevangelisation teil nimmst, oder dass Du Dich um Bedürftige kümmerst und ihnen Jesus bezeugst oder, oder oder. Wenn Du unsicher bist, sprich mit einem anderen Christen dem Du vertraust darüber.</li>



<li>dann sei gehorsam und probiere es aus, tue es!</li>



<li>und dann erlebe, wie Gott durch Dich wirkt.<br></li>



<li>Zweites Beispiel: den Zehnten geben – das bedeutet, 10% des eigenen Einkommens ins Reich Gottes zu geben. Wenn Du daran üben willst Gehorsam und Glaube zu trainieren, dann</li>



<li>lies, was die Bibel zum Thema 10ten sagt</li>



<li>frage Gott, wo im Reich Gottes er gerne Deinen Zehnten gebrauchen will. Wenn Du unsicher bist, sprich mit einem anderen Christen dem Du vertraust darüber.</li>



<li>richte einen Dauerauftrag ein.</li>



<li>erlebe, wie Gott Dich trotzdem mit allem versorgt, das Du brauchst</li>
</ul>



<p>Das sind nur zwei Beispiele. Wenn Du in der Bibel einen anderen Auftrag liest, dann kannst Du natürlich auch das Training damit beginnen.</p>



<h4 class="wp-block-heading">Das Zweite das ich nochmals kurz ansprechen will ist: Wie gehe ich mit Leid um?</h4>



<ul class="wp-block-list">
<li>es ist gut, sich damit auseinander zu setzen, wenn man gerade nicht in einer Leidvollen Situation ist! Wenn man in einer leidvollen Situation ist, hat man gar nicht die Kraft dazu.
<ul class="wp-block-list">
<li>das kann man z.B.machen, in dem man die Psalmen liest. Sie zeigen zahlreiche Möglichkeiten, wie man mit Leid umgehen kann. oder das Buch Hiob. Oder Lebensgeschichten, wie Bonhoeffer, oder Klepper….</li>
</ul>
</li>



<li>Komm mit Deinem Mentor ins Gespräch und vertrau ihm Deine Ängste und Sorgen an.</li>



<li>Sprich mit Jesus über Deine Ängste, Fragen und Sorgen.</li>



<li>Schau auf den gekreuzigten Jesus! Er kennt Leid. Er ist im Leid immer bei uns, egal ob wir es spüren oder nicht.</li>
</ul>



<p>Amen</p>



<p></p>
<div>1&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Mk 11,24 / Johannes 14,13f / 1.Johannes 4,14f / Lukas 11.9f / Psalm 37,4</div><div>2&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Jakobus 5,17f </div><div>3&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Es ist sicherlich richtig und wichtig, wenn wir die Situation in Gaza benennen. Was dort passiert, ist grausam. Aber, Ursache dafür ist die Hamas! Sie droht mit der Vernichtung Israels. Sie hat Israel am 7.Oktober 2023 überfallen und ca. 1200 Israelis getötet und mehr als 240 entführt. Die Hamas könnte die Situation in Gaza sehr schnell zum Guten verändern. Sie müsste nur die restlichen Geiseln frei lassen und die Waffen nieder legen. Damit möchte ich in keiner Weise alles rechtfertigen, was die israelische Armee in Gaza tut. Aber die Verantwortlichen, sollten benannt werden.</div><div>4&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Markus 8,34f / Johannes 15, 18ff / Philipper 1,29 / 2.Timotheus 3,12 / Römer 8,17f</div><div>5&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Matthäus 28,19</div>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wer bin ich?</title>
		<link>https://jesus-follower.xyz/wer-bin-ich/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas Peschke]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 May 2021 07:20:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Christentum]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Nachgedacht]]></category>
		<category><![CDATA[Donald Duck]]></category>
		<category><![CDATA[Ebenbild Gottes]]></category>
		<category><![CDATA[Identität]]></category>
		<category><![CDATA[Kind Gottes]]></category>
		<category><![CDATA[Wer bin ich]]></category>
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					<description><![CDATA[Wer ist Donald Duck?
Es gibt verschiedene Definitionen von Identität – also davon, wer man ist. Vereinfacht kann man sagen, dass Identität ein lebenslanger Prozess ist.
Drei wichtige Prozesse für unsere Identitätsbildung sind Selbsterkenntnis, Selbstgestaltung und Gruppenzugehörigkeit.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h3 class="wp-block-heading">Die eigene Identität entdecken</h3>



<p>Dieser Beitrag ist auch als <a href="https://anchor.fm/peschie1967/episodes/Wer-bin-ich----was-macht-meine-Identitt-aus-e118gs5" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Podcast</a> anzuhören.</p>



<p>Wer bin ich?</p>



<p>Bestimmt hast Du Dir diese Frage, so oder ähnlich schon mal gestellt.</p>



<p>Denk nicht lange nach. Welche Antwort gibst Du darauf?</p>



<p>Das Erste was Dir auf die Frage einfällt, ist hoch interessant.</p>



<p>Es gibt einen Einblick dahingehend, was Dir im Moment besonders wichtig erscheint, oder wo Du gedanklich gerade dran bist!</p>



<p>Inwieweit Deine Antwort Auskunft darüber gibt, wer Du bist, oder mit anderen Worten, welche Identität Du hast, ist damit nicht gesagt.</p>



<p>Reden wir mal über jemand konkretes. Wer ist Donald Duck? Was fällt Dir dazu ein?</p>



<h3 class="wp-block-heading">Wer ist Donald Duck?</h3>



<p>Ich sag mal, was mir dazu einfällt: Donald ist eine Comicfigur von Walt Disney, er ist ein Pechvogel, er ist der Onkel von Tik, Trik und Trak, Donald ist eine Ente, außerdem ist er der Neffe von Dagobert Duck, der reichsten Ente der Welt, Donald liebt Daisy Duck, und Donald ist Phantomias – wer Phantomias nicht kennt: Phantomias ist Donald als verkleideter Retter in der Not – so eine Art Zorro und wenn Donald Phantomias ist, dann ist er ganz anders, als sonst…. ich weiß nicht, was euch noch dazu einfällt.</p>



<p>Donald ist also nicht einfach nur eine Ente, oder der Neffe von Dagobert. Das, wer Donald ist, ist eine Mischung aus vielen unterschiedlichen Eigenschaften und Verhaltensweisen, von Verwandtschaftverhältnissen und Dingen die er getan hat oder die erwartet werden, dass er tut.</p>



<p>Was würdest Du sagen, ist die wichtigste Eigenschaft oder Identität von Donald?</p>



<p>Ist seine wichtigste Eigenschaft, dass er eine Ente ist, oder dass er Phantomias ist?</p>



<p>Oder ist seine wichtigste Identität, dass er eine Tollpatsch ist, oder dass er der Neffe der reichsten Ente der Welt ist?</p>



<p>Welcher Eigenschaft, würdest Du, welche „Bedeutung“ geben?</p>



<p>Es ist nämlich sehr wichtig, welche Wichtigkeit oder Bedeutung, wir einer Eigenschaft geben. Das trifft auf andere Personen ebenso zu, wie auf uns selber.</p>



<p>Wenn ich Donald als Tollpatsch sehe, dann erwarte ich von ihm andere Dinge, als wenn ich ihn als Phantomias sehe.</p>



<p>Und wenn sich Donald selber in erster Linie als Tollpatsch sieht, dann wird er anders in der Welt unterwegs sein und auch wahrgenommen werden, als wenn er sich als Neffe der reichsten Ente der Welt sieht oder sogar als Phantomias.</p>



<p>Außerdem hat das, wie ich mich selber sehe, auch Auswirkungen auf das was ich tue, es hat Auswirkungen auf mein Handeln. In manchen Geschichten von Donald, kommt das sogar deutlich zum Vorschein. Wenn Donald seine Selbstwahrnehmung, seine Eigenüberzeugung verändert, dann wird aus dem Pechvogel z.B. Phantomias.</p>



<p>Die Frage, wer Du bist, ist also zum einen wichtig und zum anderen gar nicht so einfach zu beantworten.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Definition von Identät</h3>



<p>Es gibt verschiedene Definitionen von Identität – also davon, wer man ist. Vereinfacht kann man sagen, dass Identität ein lebenslanger Prozess ist. D.h. die eigene Identität verändert sich immer wieder.<br>Und Identität entsteht aus unterschiedlichen Prozessen. Drei wichtige Prozesse für unsere Identitätsbildung sind Selbsterkenntnis, Selbstgestaltung und Gruppenzugehörigkeit.<br>Identität bildet sich aus Selbsterkenntnis (z.B. durch Eigenreflexion bzw. gemachten Erfahrungen), Identität bildet sich auch aus Selbstgestaltung (also das wie ich mein Leben gestalte, gestalten will), und Identität bildet sich auch durch die Zugehörigkeit zu einer Gruppe (z.B. ich bin Teil der Gruppe Männer, oder Teil des deutschen Volkes).</p>



<p>D.h. ich kann zu einem nicht unwesentlichen Teil meine Identität mitbestimmen. Denn welche Schlüsse ich aus meiner Eigenreflexion ziehe, oder aus den gemachten Erfahrungen, wie ich mich entschließe mein Leben zu gestalten, das kann ich sehr stark mitbestimmen.</p>



<p>Außerdem zeigt sich die eigene Identität auch nach außen hin. Identität kann sich Z.B. in körperlichen Merkmalen äußern, bei Donald z.B. durch seine Entenfüsse oder seinen Schnabel. Identität zeigt sich auch darin wie man auftritt, bei Donald sehr gut sichtbar, wenn er als Phantomias auftritt, oder z.B. als Onkel von Tik Trik und Trak. Identität zeigt sich außerdem in dem wie und was man redet oder auch in den sozialen Kontakten. Selbstredend verkehrt Phantomias mit ganz anderen Leuten, als Donald.</p>



<p>Große Veränderungen oder Ereignisse im Leben können die Identität verändern oder sich auf die Identitätsentwicklung auswirken. Die Pubertät ist z.B. eine wichtige Zeit, um die eigene Identität zu entwickeln, bzw. zu finden.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Identität aus biblischer Sicht</h3>



<p>Aus der Sicht der Bibel, gibt es zwei wichtige, grundlegende Sein-Zustände, die unsere Identität ausmachen. Und ich bin davon überzeugt, dass es sehr wichtig ist, diese als Fundament für unser Leben zu nehmen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Jeder Mensch ist zuerst Ebenbild Gottes</h3>



<p>Die erste ist unser Schöpfungszustand, dass wir als Gottes Ebenbild geschaffen sind. Im 1. Buch Mose (1, 27) steht: <em>„Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau.“</em></p>



<p>Was bedeutet das?</p>



<p>Es bedeutet: Jeder Mensch, egal an was er glaubt, oder nicht glaubt, ist als Ebenbild Gottes geschaffen. Und Ebenbild bedeutet auch, dass in unserem Wesen, in dem was wir möchten und können, das Wesen Gottes zum Vorschein kommt. Wir Menschen haben, wie Gott eine Schöpfungskraft, wir Menschen möchten Beziehung zueinander, wie Gott eine Beziehung zu uns Menschen möchte.<br>Und Ebenbild meint auch, ein Repräsentant zu sein. D.h. wir Menschen sind „Stellvertreter Gottes“ auf Erden. In unserem Handeln, soll sich Gottes Wesen widerspiegeln. Wichtige Wesenszüge Gottes sind z.B. Liebe, Barmherzigkeit, und das Eintreten für Recht und Gerechtigkeit.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Jeder Christ, ist ein Kind Gottes</h3>



<p>Die zweite wichtige grundlegende Identität gilt für diejenigen, die zu Jesus Christus gehören. In Apostelgeschichte 17 (28) sagt Paulus: <em>„Denn in ihm (er meint damit Jesus), ´dessen Gegenwart alles durchdringt,` leben wir, bestehen wir und sind wir.[…] Er ist es, von dem wir abstammen.“ </em>D.h. mit anderen Worten: Wir sind Kinder des lebendigen Gottes. Das Johannesevangelium unterstreicht das noch. Dort heißt es dazu: <em>„All denen jedoch, die ihn (damit ist Jesus gemeint) aufnahmen und an seinen Namen glaubten, gab er das Recht, </em><em>Gottes Kinder zu werden.“ </em><em>Johannes 1,12</em></p>



<p>Das hier mit „Recht“ übersetzte griechische Wort kann man auch anders übersetzen. Dann heißt es: <em>All denen jedoch, die ihn aufnahmen und an seinen Namen glaubten, </em>gab er die Berechtigung, gab er die Erlaubnis, gab er die Freiheit, die Macht, Gottes Kinder zu werden.<br>Es ist also nicht nur gemeint, das liebe Kind des Vaters zu sein. Mit dieser Kindschaft geht auch die Aufgabe und das Recht einher, in Gottes Auftrag in dieser Welt zu handeln.</p>



<p>Das ist es, was unsere Identität ausmacht. Wir sind Kinder Gottes!</p>



<p>Und wenn das so ist, dass wir Kinder des lebendigen Gottes sind, dann gibt das Dir und mir Würde! Und das sollte Dir und mir Selbstbewußtsein geben. Das ist die wichtigste Identität, die ein Christ hat. Alle anderen Eigenschaften und Wesenszüge, oder Identitäten, müssen sich diesem zuordnen.</p>



<p>Noch einmal die Frage: wer bist Du? Was würdest Du sagen?</p>



<p>Wie viel Identität darf Jesus Dir geben?</p>



<p>Anderer Meinung? Zustimmung? Fragen? Bitte kommentieren!</p>
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		<title>Männer und Frauen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas Peschke]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 03 Dec 2016 15:00:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Christentum]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Gedanken zu Epheser 5, 21 ff Anlässlich der Hochzeit von M. (mit M.)&#160; und auch von S. (mit R.), die ich seit ca. 20 Jahren kenne, ein paar Gedanken zum Thema Ehe. Statistiken und Umfragen Männer und Frauen heiraten. Und...]]></description>
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<h2 class="wp-block-heading">Gedanken zu Epheser 5, 21 ff</h2>



<p>Anlässlich der Hochzeit von M. (mit M.)&nbsp; und auch von S. (mit R.), die ich seit ca. 20 Jahren kenne, ein paar Gedanken zum Thema Ehe.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Statistiken und Umfragen</h3>



<p>Männer und Frauen heiraten. Und das auch noch in einer Zeit, in der die Statistik sagt, dass die Anzahl der geschiedenen Ehen bei ca. 1/3 der Eheschließungen liegt (1950 ca. 1/6).<sup class="modern-footnotes-footnote ">1</sup></p>



<p>Das scheint sich auch in Zukunft wenig zu ändern, zumindest wenn man den Jugendforschern glaubt, die regelmäßig feststellen, dass Ehe und Familie bei sehr vielen Jugendlichen zumindest ein Wunschziel sind und bleiben.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ehe eine einfache Sache?</h3>



<p>Es gibt viele Dinge, die man tun kann, damit eine Ehe ein leben lang hält &#8211; mehr noch, ein Leben lang eine gute Ehe ist. Leider scheinen nur wenige (zukünftige) Ehenleute bereit, sich mit diesen Dingen auseinander zu setzen. Es ist&nbsp; gesellschaftlich doch so, dass die Mehrheit denkt:&nbsp; Ehe, das ist doch was, das kann man oder kann man nicht. Ehe, das ist doch so, man passt zusammen oder auch nicht.</p>



<p>Die Statistik sagt was anderes Leute! Natürlich sind auch Ehevorbereitungskurse und andere hilfreiche Dinge keine Garantie für eine gelingende Ehe. Aber sie sind ein wichtiger Faktor.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Gott, Erfinder der Ehe</h3>



<p>So ist es auch mit dem, was die Bibel über Ehe sagt. Hilfreich und wertvoll &#8211; aber keine Garantie für´s nicht Scheitern.&nbsp; Gott schuf den Menschen zu seinem Bild &#8211; als Mann und Frau. So beschreibt der Schöpfungsbericht im 1.Mose Buch das Verhältnis von Gott und Mensch und auch von Mann und Frau. In der Ehe von Mann und Frau &#8211; und nur dort wird, oder zumindest soll Gott sichtbar werden. Nähere Ausführungen dazu in meinem Blogbeitrag: <a href="https://peschie1967.de/jesus-sex-revolution-die-theologie-des-leibes/" target="_blank" rel="noopener">Theologie des Leibes.</a></p>



<h3 class="wp-block-heading">Epheser 5</h3>



<p>In der Bibel finden sich zahlreiche Tipps für Ehe und den Umgang der Geschlechter miteinander. In der heutigen Zeit sind diese oftmals wenig beachtet, oder verhasst, weil sie vermeintlich eine altertümliche Haltung oder Verhalten proklamieren.</p>



<p>Der Abschnitt über Männer und Frauen im Epheserbrief ist eine der umstittensten und am meisten missgedeuteten Bibelstellen unserer Zeit.&nbsp; Ich glaube, dass es gut tut, sich diese Erkenntnisse genau anzuschauen und nicht zu schnell umzudeuten. Schließlich geht es hier &#8211; genauso wie bei den Zeugnissen der Auferstehung &#8211; um Wort Gottes.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Epheser 5 im Original</h3>



<p>Der Bibeltext lautet nach der Neuen Genfer Übersetzung so:</p>



<p><i>&#8222;Ordnet euch einander unter; tut es aus Ehrfurcht vor Christus! Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter! Ihr zeigt damit, dass ihr euch dem Herrn unterordnet. Denn der Mann ist das Haupt der Frau, genauso wie Christus das Haupt der Gemeinde ist – er, der sie errettet und zu seinem Leib gemacht hat. Und wie die Gemeinde sich Christus unterordnet, so sollen sich auch die Frauen ihren Männern in allem unterordnen. Und ihr Männer, liebt eure Frauen! Liebt sie so, wie Christus die Gemeinde geliebt hat: Er hat sein Leben für sie hingegeben, um sie zu seinem heiligen Volk zu machen. Durch sein Wort hat er den Schmutz ihrer Verfehlungen wie in einem reinigenden Bad von ihr abgewaschen. Denn er möchte sie ´zu einer Braut` von makelloser Schönheit machen, die heilig und untadelig und ohne Flecken und Runzeln oder irgendeine andere Unvollkommenheit vor ihn treten kann. Genauso sind nun auch die Männer verpflichtet, ihre Frauen zu lieben und ihnen Gutes zu tun, so wie sie ihrem eigenen Körper Gutes tun. Ein Mann, der seine Frau liebt und ihr Gutes tut, tut sich damit selbst etwas Gutes. Schließlich hat noch nie jemand seinen eigenen Körper gehasst; vielmehr versorgen wir unseren Körper mit Nahrung und pflegen ihn, genau wie Christus es mit der Gemeinde macht – mit seinem Leib, dessen Glieder wir sind. »Deshalb«, ´so heißt es in der Schrift,` »wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und sich mit seiner Frau verbinden, und die zwei werden ein Leib sein.« Hinter diesen Worten verbirgt sich ein tiefes Geheimnis. Ich bin überzeugt, dass hier von Christus und der Gemeinde die Rede ist. Doch ´die Aussage betrifft` auch jeden von euch ganz persönlich: Jeder soll seine Frau so lieben, wie er sich selbst liebt, und die Frau soll ihrem Mann mit Ehrerbietung begegnen.&#8220; </i></p>



<h3 class="wp-block-heading">Herausforderungen für Männer und Frauen</h3>



<p>Der Schreiber des Epheserbriefes, legt in diesem Abschnitt seinen Finger auf die jeweils größte Herausforderung der Geschlechter. Bei den Männern die Liebe zu ihren Ehefrauen. Bei den Frauen die Bereitschaft sich ihren Ehemännern unterzuordnen. Seine Ehefrau zu lieben, trotz der vielen anderen Herausforderungen des Lebens, trotz der Verlockungen von anderen Frauen, trotz allem was sich über die Jahre in einer Beziehung auch an schwierigem anhäufen kann! Seinen Ehemann sich unterordnen. Obwohl dieser – zumindest zuhause – wenig Initiative zeigt. Obwohl dieser gerne bereit ist, die Initiative seiner Ehefrau zu überlassen. Obwohl eine Frau auch als Ehefrau durchaus in der Lage ist eigene Entscheidungen zu treffen und diese u.U. besser sind als die des Ehemannes!</p>



<h3 class="wp-block-heading">Was nicht gemeint ist!</h3>



<p>Dabei meint der Autor des Epheserbriefes nicht, dass die Frauen ihre Ehemänner nicht lieben bräuchten, oder dass die Männer sich nicht ihren Frauen unterordnen sollen. Der Abschnitt beginnt ja damit, dass er alle auffordert, sich einander unter zu ordnen. Es geht also keinesfalls um die Unterdrückung der Ehefrauen – oder der Frauen allgemein – wie es vielleicht oberflächlich scheint und wie es in den vergangenen 2000 Jahren auch immer wieder gedeutet wurde.</p>



<h3 class="wp-block-heading">An die (Ehe-)Männer</h3>



<p>Wir Männer sollen unsere Ehefrau lieben – und diese Liebe dadurch bezeugen, dass wir ihr Gutes tun! D.h. das was der Ehefrau gefällt. Die Liebe soll so sein, wie Jesus seine Gemeinde liebt. Eine Anforderung, der kein Mann gerecht werden kann und die hier dennoch erhoben wird. Diese Liebe wird an keine Bedingung geknüpft. Es heißt nicht, liebe Deine Ehefrau, wenn sie dies oder das tut. Nein. Es ist Bedingungslos, wie die Liebe Jesu Bedingungslos ist. Sie ist sogar eine Pflicht!</p>



<h3 class="wp-block-heading">An die (Ehe-)Frauen</h3>



<p>Und die Frauen sollen sich ihrem Ehemann unterordnen. So wie Jesus der Chef der Gemeinde ist, so soll der Ehemann der Chef der Ehefrau sein.</p>



<p>Aufschrei!<br>Wie altertümlich.<br>Wie Frauen erniedrigend.<br>Wie absurd im 21. Jahrhundert.</p>



<p>Doch bevor wir diese Aussage im Keim ersticken, sollten wir erstmal schauen, wie Jesus seine Gemeinde leitet.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Wie Jesus sich als Chef aufspielt!</h3>



<p>Jesus geht voran. Jesus liebt bedingungslos. Jesus wirbt darum, dass wir ihm nachfolgen. Er ermutigt uns, wenn wir ängstlich sind. Jesus bremst uns, wenn wir zu forsch sind. Jesus weist uns auf Fehlverhalten hin, ohne uns zu verurteilen.</p>



<p>Hört sich nun die Forderung:<em> „ Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter!“</em> besser an?</p>



<p>Es ist doch deutlich, dass es nicht darum geht Herrschaft über die Ehefrau auszuüben. Sondern vielmehr eine sehr gute Form der Verantwortung wahr zu nehmen. Und die Tatsache, dass so viele Frauen – auch gute Christinnen – sich so schwer damit tun, zeigt meiner Meinung nach, dass der Autor des Epheserbriefes ins Schwarze getroffen hat.</p>



<p>Dass sich Männer viel weniger darüber aufregen, ihre Ehefrau lieben zu sollen wie Jesus seine Gemeinde, ist erstaunlich.&nbsp; Denn da liegt wenigstens genausoviel im Argen, wie bei der Unterordnung der Ehefrauen.</p>



<p>Andere Meinung?</p>



<p>Hab ich was übersehen?</p>



<p>Bitte kommentieren.</p>



<p>Foto von <a href="https://unsplash.com/@peterconlan?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Peter Conlan</a> auf <a href="https://unsplash.com/de/s/fotos/man-woman?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Unsplash</a></p>
<div>1&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/Bevoelkerung/Bevoelkerungsbewegung/Scheidungsstatistik2010140147004.pdf?__blob=publicationFile</div>]]></content:encoded>
					
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		<title>Versöhnung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas Peschke]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Oct 2015 19:25:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Christentum]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Predigt]]></category>
		<category><![CDATA[2.Korinther 5]]></category>
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		<category><![CDATA[versöhnt leben]]></category>
		<category><![CDATA[Versöhnung]]></category>
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					<description><![CDATA[Predigt bei @home am 12.10.2015 im CVJM Esslingen. Hier gibt es die Audiodatei der Predigt. Wer von uns möchte gerne unglücklich sein? Wer möchte gerne in Streit leben? Und wer möchte glücklich leben? Ohne Streit? Ohne Krieg? Wer möchte in...]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Predigt bei @home am 12.10.2015 im CVJM Esslingen. </p>



<p>Hier gibt es die Audiodatei der Predigt.</p>



<figure class="wp-block-audio"><audio controls src="https://jesus-follower.xyz/wp-content/uploads/2023/04/Predigt-Versoehung.mp3"></audio></figure>



<p>Wer von uns möchte gerne unglücklich sein? Wer möchte gerne in Streit leben? Und wer möchte glücklich leben? Ohne Streit? Ohne Krieg? Wer möchte in Frieden leben?</p>



<p>Das sind rhetorische Fragen. Ich bin überzeugt, dass wir alle am liebsten glücklich und zufrieden und in Frieden leben würden. Niemand will ernsthaft unglücklich sein – außer er ist krank, hat z.B. eine Depression.</p>



<p>Aber obwohl wir alle glücklich sein wollen, tun wir nicht alles dafür, dass wir glücklich sind. Im Gegenteil, oftmals pflegen wir unser Unglücklich sein. Wie ich das meine? </p>



<p><strong>Dazu eine wahre Geschichte:</strong></p>



<p>Vor kurzem hat sich meine jüngste Tochter – sie ist acht Jahre alt &#8211; mit ihrer besten Freundin gestritten. Sie kam weinend nach Hause. Sie wollte nicht erzählen was passiert war, nur dass sie sich mit ihrer Freundin beim Nachhauseweg von der Schule gestritten hatte. Über den Mittag hat sie immer wieder davon angefangen, wie es denn nun wohl weiter geht, und man sah ihr an, dass sie dann den Tränen nah war. Den Vorschlag ihrer Mutter, doch die Freundin anzurufen, das wollte sie nicht.<br>Als es dann am Abend zum ins Bett gehen ging, haben wir – von Papa zu Tochter &#8211; noch einmal über diesen Streit gesprochen. Ich wiederholte den Vorschlag, dass sie doch jetzt noch ihre Freundin anrufen könnte und sie um Verzeihung bitten könne, sagen, dass es ihr leid tut.<br>„Was ist wenn sie mich nicht sprechen will?“ oder „Was, wenn sie mir nicht verzeihen will?“ Und andere Einwände brachte sie hervor.</p>



<p>Einwände, die durchaus im Bereich des möglichen lagen. Dennoch versuchte ich meine Tochter zu ermutigt: „Ich weiß nicht wie Deine Freundin reagiert, aber Du wirst es nicht erfahren, wenn Du es nicht versuchst. Was ist das Schlimmste was passieren kann? Schlimmer als jetzt gerade kann es nicht mehr werden.“</p>



<p>Also hat sie allen Mut zusammen genommen, angerufen, gesagt: „Kann ich bitte J. sprechen?“, „Ja klar“ war die kurze Antwort. Die Freundin kam ans Telefon. Dann hat meine Tochter gesagt: „Tut mir Leid. Ich bitte um Entschuldigung“ die Antwort kam sofort „Entschuldigung angenommen“ und dann:<br>„Mit tut es auch Leid. Ich bitte auch um Entschuldigung“ und meine Tochter antwortete: „Entschuldigung angenommen.“</p>



<p>Nach dem Telefonat sagte dann Berit zu mir:“Ich bin so glücklich. Ich fühlte mich so gut und so frei! Einfach großartig“</p>



<p>Eine kleine alltägliche Geschichte von Versöhnung. Ich denke mal, viele von uns kennen ähnliche Geschichten oder haben selber ähnliches erlebt. Versöhnung tut gut. Versöhnung ist richtig.</p>



<p>Dennoch fällt es uns oftmals schwer, den Weg der Versöhnung zu gehen. Dennoch leben wir oftmals nicht versöhnt, wir leben nicht so glücklich, wie wir es sollten und könnten.</p>



<p>Ich hab mal fünf Punkte zusammengestellt, die uns hoffentlich helfen besser zu verstehen, wie das mit der Versöhnung ist und dann auch für unser persönliches Leben den einen oder anderen Schritt weiter zu kommen.</p>



<p><strong>1. Was ist Versöhnung überhaupt?</strong><br>Das Wort Versöhnung kommt daher, dass eine Sünde gesühnt (von altdeutsch ver-sühnt) werden muss. D.h. es steckt dahinter das Verständnis, dass für eine Sünde etwas getan werden muss, um die Sünde auszulöschen oder wieder gut zu machen.</p>



<p>Dieses Verständnis kommt noch aus vorchristlicher Zeit, aber ich denke, dass die meisten von uns trotzdem dieser Definition zustimmen würden.</p>



<p>Doch wie ist das für uns als Christen? Welches Verständnis hat die Bibel zum Thema Versöhnung?</p>



<p>Im 2.Korintherbrief, Kapitel 5, Verse 18 und 19 steht: <em>„Das alles ist Gottes Werk. Er hat uns durch Christus mit sich selbst versöhnt und hat uns den Dienst der Versöhnung übertragen. Ja, in ´der Person von` Christus hat Gott die Welt mit sich versöhnt, sodass er den Menschen ihre Verfehlungen nicht anrechnet; und uns hat er die Aufgabe anvertraut, diese Versöhnungsbotschaft zu verkünden.“</em></p>



<p>Mit anderen Worten: Durch Jesus Christus sind wir mit Gott versöhnt. Wir müssen dafür nichts mehr tun! Aber wir sind beauftragt, Botschafter der Versöhnung zu sein! Botschafter der Versöhnung zu sein, heißt nicht nur dass es um die Versöhnung Gottes mit uns Menschen geht, sondern wir sind auch aufgerufen zur Versöhnung zwischen Menschen beizutragen und natürlich auch selber versöhnt zu leben.</p>



<p>→ hier wird schon deutlich, dass Versöhnung unterschiedliche Adressaten haben kann, also die Frage, wer sich mit wem versöhnt.</p>



<p>a) Da ist zunächst einmal mein Nächster, mein Mitmensch – mit dem ich versöhnt leben soll.<br>b) dann auch wir selber – mit sich selbst versöhnt zu leben, erscheint normal – ist es aber nicht immer. Manchmal ist es nötig sich mit sich selbst zu versöhnen.<br>c) und letztlich natürlich Gott – mit dem wir versöhnt leben sollen.</p>



<p>In allen drei Fällen ist Versöhnung nötig, weil etwas dazwischen steht. Zwischen mir und meinem Nächsten, zwischen mir und mir oder zwischen mir und Gott. Und das was da dazwischen stehen, das nenn ich einfach mal Sünde – ist ja ein durch und durch biblischer Begriff.</p>



<p>Diese Sünde kann z.B. ein Mißverständnis sein. Ein falsches Wort zur falschen Zeit. Eine Unaufmerksamkeit. Eine Fehleinschätzung. Eine Fehlhaltung. Eine Tat oder eine fehlende Tat, usw. → letztlich eben irgendeine Sünde die zwischen mir und meinem Nächsten steht.</p>



<p>Und eine Sünde kann auch zwischen mir und meiner Lebensgeschichte, zwischen mir und meinem Charakter stehen – sozusagen zwischen mir und mir. Ich kann mir Vorwürfe machen darüber was ich alles falsch gemacht habe, welche Chancen ich verpasst habe. Oder ich mache Gott Vorwürfe, was er mir zugemutet hat.</p>



<p>Und eine Sünde kann auch zwischen mir und Gott stehen. Etwas das meine Beziehung zu Jesus stört.</p>



<p>Merkt ihr es? Was ich vorhin noch versucht habe zu trennen – die Versöhnung zwischen mir und meinem Nächsten, zwischen mir und mir selber und zwischen mir und Gott &#8211; das ist gar nicht klar zu trennen.</p>



<p>Denn die Sünde gegenüber meinem Nächsten ist auch eine Sünde gegenüber Gott. Und eine Sünde gegenüber Gott ist auch eine Sünde gegenüber mir. Und eine Sünde gegenüber mir ist auch eine gegenüber Gott… usw. Sünde ist im christlichen Verständnis immer etwas, das letztlich mit Gott zusammenhängt, das zwischen mir und meinem Gott steht! D.h. unversöhnt zu sein, egal mit wem, ist immer auch eine Sünde gegenüber Gott.</p>



<p>Anhand von drei Bibelstellen will ich nochmal kurz die Untrennbarkeit der Sünde verdeutlichen. D.h. dass jede Sünde gegenüber einem Mitmenschen auch eine Sünde gegen Gott ist.</p>



<p>2.Mose 20 Zehn Gebote<br>– neun der zehn Gebote (nämlich alle außer dem Ersten) befasst sich damit, was wir Menschen einander antun können, aber nicht sollen. Und Jesus sagt zum ersten Gebot: (Mt.22, 37ff) <em>Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«. Dies ist das höchste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst« In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.</em></p>



<p>Jesus verknüpft also sogar das erste Gebot damit, wie wir uns gegenüber unseren Mitmenschen verhalten.</p>



<p>In Matthäus 5,23ff.<br>heißt es: <em>Wenn du also deine Gabe zum Altar bringst und dir dort einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, dann lass deine Gabe dort vor dem Altar; geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder! Danach komm und bring ´Gott` deine Gabe dar.</em></p>



<p>Unversöhnt mit meinem Mitmenschen zu sein, verhindert, dass Deine Gebete oder andere Gaben an Gott, diesem Gott gefallen.</p>



<p>Und im 1.Johannes 4, 20ff<br>steht: <em>Wenn jemand behauptet: »Ich liebe Gott!«, aber seinen Bruder oder seine Schwester hasst, ist er ein Lügner. Denn wenn jemand die nicht liebt, die er sieht – seine Geschwister –, wie kann er da Gott lieben, den er nicht sieht? ´Denkt an` das Gebot, das Gott uns gegeben hat: Wer Gott liebt, ist verpflichtet, auch die Geschwister zu lieben.</em></p>



<p>An dieser Bibelstelle wird ganz klar, dass Gottesliebe und Versöhnung mit meinem Mitmenschen untrennbar sind. Lobpreislieder zu singen, aber gleichzeitig mit meinem MitCVJMer im Klinsch zu liegen, das geht gar nicht.</p>



<p>Ich fasse nocheinmal kurz zusammen:<br>Unversöhnt zu sein, ob mit meinem Nächsten oder mit mir selber – ist untrennbar mit meiner Beziehung zu Gott verbunden. Zu sagen, ich bin versöhnt mit Gott, aber gleichzeitig unversöhnt zu leben, ist eine (Selbst-)Lüge.<br>Jesus hat uns mit Gott versöhnt, deshalb sind wir beauftragt, Botschafter der Versöhnung zu sein und versöhnt zu leben.</p>



<p>Soweit so gut, aber auch so schwierig. Kann man sich befehlen, sich zu versöhnen? Dazu die zweite Fragestellung:</p>



<p><strong>2. Warum fällt uns Versöhnung oftmals schwer? Was hindert uns, uns zu versöhnen?</strong><br>Und das obwohl wir vielleicht schon mehrmals erlebt haben, wie gut Versöhnung tut, obwohl wir wissen, dass Versöhnung richtig ist.<br>a) Es könnte sein, dass wir uns an unserer Verletzung weiden. D.h.es tut zwar weh, was mir dieser oder jener Mensch angetan hat, aber irgendwie brauch ich auch diesen Scherz, denn der Schmerz und die Wunde zeigt, wie sehr ich gelitten haben, oder sogar noch immer leide.<br>b) Es gibt auch sehr tiefe Wunden, die nicht so einfach verheilen können! Es kann sein, dass vor der Versöhnung erst ein innerer Prozess nötig ist, damit Versöhnung möglich wird. &#8211; das führe ich im letzten Punkt noch genauer aus.<br>c) Es gibt auch ein falsches Verständnis von dem, was richtig und falsch ist, was mir zusteht was mein Recht ist bzw. dem anderen nicht zusteht.Wenn ich mich dabei nicht korrigieren lasse, dann fehlt mir auch die Einsicht, warum ich mich versöhnen, oder zunächst einmal auch nur vergeben sollte.<br>d) Auch Druck von außen – von der Familie, von der Gesellschaft, von der Kirche, kann uns hindern.</p>



<p>Nach dem 2.Weltkrieg hatte Deutschland ein Problem. Deutschland hatte sich fast alle Nationen in Europa zum Feind gemacht. Als 1963 &#8211; also fast 20 Jahre nach Ende des Krieges &#8211; sich Konrad Adenauer (der deutsche Kanzler) und Charles de Gaulle (der französische Präsident) nach der Unterzeichnung des Elysee Vertrages umarmten, begann die deutsch-französische Freundschaft. Die Franzosen hätten ziemlich viel Recht gehabt den Deutschen weiterhin die Besetzung Frankreichs und aller damit zusammenhängenden Ungerechtigkeiten übel zu nehmen.</p>



<p>Die Franzosen hätten sich weiterhin darin weiden können, was die bösen Deutschen ihnen angetan haben. Sie hätten auf ihr Recht als Siegermacht bestehen können.<br>Und De Gaulle hat für seine Umarmung mit Adenauer nicht nur Anerkennung in Frankreich geerntet. Die Gesellschaft war noch nicht soweit, es hat noch Zeit gebraucht, es waren noch weitere Schritte der Annäherung nötig, damit echte deutsch-französische Freundschaft wachsen konnte. Doch allen Widerständen zum Trotz, hatten sie es getan. Es war den Verantwortlichen klar, dass Versöhnung eine Chance ist, dass es nie wieder zu einem solchen Krieg kommt. Und sie waren bereit Schritte aufeinander zu zu gehen. Dass es sich gelohnt hat, zeigt sich auch darin, dass wir seit über 70 Jahren in Frieden leben.</p>



<p>Ich komme zur nächsten Frage.</p>



<p><strong>3. Warum ist Versöhnung so wichtig?</strong><br>Dazu vier Gründe</p>



<p><strong>Versöhnung ist wichtig:</strong><br>a) Für uns – damit keine bittere Wurzel in uns aufwächst und Heilung von Verletzungen möglich ist. Denn Unversöhnt über einen längeren Zeitraum zu leben, vergiftet unser Leben! Die Bibel spricht hier von einer bitteren Wurzel. Und echte Heilung einer Verletzung ist oftmals nicht die Voraussetzung für Versöhnung, sondern erst deren Folge.</p>



<p><strong>Versöhnung ist wichtig:</strong><br>b) wegen Christus – denn er hat uns mit Gott versöhnt und uns beauftragt diese Botschaft, dass Jesus uns versöhnt hat, und dass wir auch selber Versöhner sein sollen, weiter zu geben.</p>



<p><strong>Versöhnung ist wichtig:</strong><br>c) Für das Zeugnis von Jesus Christus – denn Jesus will, dass wir Zeugen der Versöhnung sind. Damit auch andere Menschen mit Gott und miteinander versöhnt werden.</p>



<p>Patrick hat letzte Woche in seiner Predigt davon gesprochen, dass wir alle der Leib Jesu sind. Und wie es bei einem Leib ist, gibt es ab und zu Verrenkungen. Da ist dann etwas so, wie es nicht sein soll. Das muss wieder eingerenkt werden, damit der Leib wieder so funktionieren kann, wie er soll. Das ist letztlich nur ein anderes Bild dafür, wie das mit der Versöhnung ist. Nötig, damit wir wieder als Gemeinschaft unseren Auftrag erfüllen können.</p>



<p><strong>Versöhnung ist wichtig:</strong><br>d) Für unsere Gesellschaft – nur so ist ein echter Neuanfang möglich.<br>Siehe die deutsch-französischen Freundschaft und die Folgen – 70 Jahre Frieden.</p>



<p>Was bedeutet das denn nun für uns im CVJM Esslingen?</p>



<p><strong>4. Versöhnt im CVJM Esslingen</strong><br>Wenn man so wie wir hier im CVJM so eng und vertrauensvoll zusammen sind, Gemeinschaft haben, miteinander arbeiten, dann können Missverständnisse, Verletzungen und andere Dinge die sich zwischen uns stellen nicht vermieden werden. Wo Menschen zusammen sind, da gibt es Fehler und Fehlhaltungen. Richtig problematisch wird es dort, wo wir weiter so tun als wäre alles in Ordnung, aber wir innerlich einen Schmerz fühlen, oder innerlich uns immer mehr vom vertrauensvollen Miteinander entfernen. Hier sollten wir den Schritt wagen, Dinge anzusprechen, den Weg der Vergebung und dann auch der Versöhnung zu gehen.</p>



<p>Aber machen wir uns nichts vor. Das alles ist alles andere als einfach.<br>Als Christen sind wir zwar ein neuer Mensch – sagt die Bibel. Wir verhalten uns in vielen Dingen anders, als wir das ohne Jesus tun würden – oder zumindest sollten wir das. Es ist unser Ziel, oder sollte es zumindest sein, Jesus immer ähnlicher zu werden, und es sollte immer selbstverständlicher werden, das zu tun, was Jesus in unserer Situation tun würde. Aber wir sind noch hier auf der Erde, und es wird uns nicht gelingen in allem Bereichen, in allen Situationen, diesen neuen Menschen umzusetzen. Immer wieder wird der alte Mensch zum Vorschein kommen. Alte Verhaltensweisen, alte Überzeugungen, mit Jesus nicht vereinbare Gedanken und Gefühlte.</p>



<p>Aber Jesus hat die Voraussetzungen geschaffen, dass es möglich wird. Also lasst es uns tun. Damit komme ich zum letzten Punkt und der Frage:</p>



<p><strong>5. Welche Schritte können uns helfen, trotzdem den Weg der Versöhnung zu gehen?</strong><br>Die folgenden zehn Schritte sind nicht für jeden Versöhnungsweg nötig. Es kommt auf viele Faktoren an. In der Regel merkt ihr selber, welche für euren Versöhnungsweg passen und welche nicht. Und wenn das nicht so ist, dann holt euch jemanden mit ins Boot, der euch bei eurem Versöhnungsweg begleitet.</p>



<p>Schritt<br><em>1. Wahrnehmen nicht verleugnen.</em> Es ist sehr wichtig, dass ich mir meiner Gefühle bewusst werde. Mir klar zu machen, was genau passiert ist. Wer ist aus meiner Sicht Opfer, wer ist Täter und wer ist Zuschauer? Oftmals ist die Täter / Opferrolle gar nicht so sicher zu definieren, denn oft haben beide ihren Anteil an dem Streit.<br>Wenn ich dazu fähig bin, ist es hilfreich persönliche Ebene und sachliche Ebene zu erkennen und auch zu trennen. Hier ist u.U. hilftreich, mit jemand Neutralem über das Erlebte zu sprechen.<br>Hilfreich ist es auch, wenn ich versuche mich in die Lage des Anderen zu versetzen, seine Motive verstehen, auch hier könnte die Begleitung durch eine dritte Person gut sein.</p>



<p>Der nächste Schritt kann dann sein, die<br><em>2. Eigene Schuld zu erkennen und anzuerkennen.</em> Für meinen Anteil am Streit muss ich bereit sein Verantwortung für das Geschehene zu übernehmen, die eigene Schuld anzuerkennen – auch wenn die eigene Schuld vielleicht nur minimal ist. Es ist wichtig zu verstehen, dass meine Absicht nur von untergeordneter Bedeutung ist. Entscheidend ist, was ich ausgelöst habe.</p>



<p>Je nachdem was passiert ist, kann es nötig sein<br><em>3. Trauerarbeit</em> zu leisten. Der Prozess des Trauerns bedeutet die Anerkennung der Realität dessen, was war. Die (Mit)Schuld eingestehen, sich der eigenen Betroffenheit zu stellen, kann ein wichtiger seelischen Prozess sein, der hilft Schuld zu verarbeiten und offen für den nächsten Schritt zu werden.</p>



<p>Den nächsten Schritt nenne ich<br><em>4. Vorausdenken durch zurückschauen.</em> Wenn ich an den Konflikt denke und an die daran beteiligten Personen, welche Gemeinsamkeiten kann ich entdecken, welche gute Erfahrungen gab es, oder was verbindet uns? → im schlimmsten Fall ist das Verbindende nur das Menschsein – und damit verbunden die Erkenntnis, dass Menschen sündigen.</p>



<p>Als nächstes folgt der Schritt aufeinander zu:<br><em>5. Konfrontation und Begegnung.</em> Die Bitte um Vergebung der eigenen Schuld ist dabei wesentlich und natürlich auch die Bereitschaft zu vergeben, wo mir Unrecht getan wurde, wo ich verletzt wurde.</p>



<p>Es könnte sein, dass eine<br><em>6. Wiedergutmachung</em> für den weiteren Weg hilfreich ist. Eine Entschädigungen, etwas, dass die Folgen meiner Tat abmildert.Oder auch ein Werk als Zeichen der Versöhnungsbereitschaft.</p>



<p>Nun könnte man denken, dass alles fertig ist, aber damit die Versöhnung bestand hat sind noch vier weitere Schritte u.U. hilfreich:<br><em>7. Erinnerung wach halten, aber nicht pflegen.</em> Zu Vergeben heißt nicht zu vergessen. Aber zu Vergeben heißt es nicht mehr vorzuhalten – weder dem Anderen, noch mir selber, noch Gott.</p>



<p><em>8. Austausch und Begegnung.</em> Die nötige Nähe und auch die nötige Distanz herausfinden, damit ein gutes und versöhntes Miteinander möglich ist. Es kann sein, dass zwei Menschen einfach nicht miteinander können. Dann sollen sie auch nicht genötigt werden enger miteinander unterwegs zu sein, als unbedingt nötig. Eine gesunde Distanz kann da hilfreich sein.</p>



<p><em>9. Vergebung annehmen.</em> Innerlich, glauben, dass es vergeben ist! Nicht weiter unter dem Joch der Schuld leben.</p>



<p><em>10. Verantwortung für die Zukunft übernehmen.</em> Was kann ich für weitere Vorkehrungen treffen, damit die Wahrscheinlichkeit für eine Wiederholung möglichst gering ist? Wo muss ich an mir arbeiten? Was sollte ich vermeiden? Usw.</p>



<p>Wir als Jünger Jesu haben die besten Voraussetzungen um versöhnt zu leben. Und wir haben den klaren Auftrag dazu.</p>



<p>Zuletzt noch ein paar Sätze über die geistliche Gemeinschaft Saint Egidio. Saint Egidio ist eine katholischen Gemeinschaft, die auch beim Miteinander für Europa beteiligt ist und die ca. 50 000 Mitglieder hat. Diese Gemeinschaft war als Moderatorin oder Beobachterin an zahlreichen erfolgreichen Friedensverhandlungen beteiligt, etwa für Guatemala, den Kosovo, die Elfenbeinküste, den Südsudan, sowie mit einem Vermittlungsversuch in Algerien. Ihr bedeutendster diplomatischer Erfolg ist die Vermittlung des Friedensvertrags für Mosambik am 4. Oktober 1992, das einen sechzehnjährigen Bürgerkrieg beendete.</p>



<p>Wir müssen nicht gleich einen Bürgerkrieg beenden – aber wir sollten in unserem Leben versöhnt leben!</p>



<p>Willst Du glücklich sein? Glücklich leben?</p>



<p>Dann sei bereit die Schritte zur Versöhnung zu gehen, auch wenn sie vielleicht schwer sind.</p>



<p>Wo brauchst Du Versöhnung?</p>



<p>Wo brauchst Du Versöhnung mit Deinen Mitmenschen? Deiner Familie? Deinen Brüdern und Schwestern im CVJM? Im Reich Gottes? Gibt es etwas, das zwischen Dir und Deinem Nächsten steht?</p>



<p>Bist Du versöhnt mit Dir selber, mit Deiner Lebensgeschichte? Oder gibt es Dinge in Deinem Leben, die Dir keine Ruhe lassen?</p>



<p>Bist Du versöhnt mit Gott? Oder trägst Du ihm etwas nach?</p>



<p>Amen</p>



<p>Foto von <a href="https://unsplash.com/@raddfilms?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Redd F</a> auf <a href="https://unsplash.com/de/s/fotos/reconciliation?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Unsplash</a></p>
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		<title>Splitter und Balken &#8211; oder warum ehrlich (vielleicht) am längsten währt.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas Peschke]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 05 Jul 2015 10:00:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Christentum]]></category>
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<p>Predigt beim <a href="https://www.einanderergottesdienst.de/de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">eAg</a> am 05.Juli 2015</p>



<p>Das Stichwort unter dem der heutige eAg steht, lautet: </p>



<h3 class="wp-block-heading">ehrlich</h3>



<p>Ein schönes Wort – aber auch ein gefährliches. Ehrlich zu sein, das ist zunächst einmal etwas, das Respekt verdient. Ehrlich sein, wird im Allgemeinen als positiv gesehen – aber nicht nur. Es gibt durchaus Kreise und Menschen, bei denen Ehrlichkeit belächelt wird, als naiv eingeordnet, oder sogar gnadenlos ausgenutzt wird.</p>



<p>Das Sprichwort: „Ehrlich währt am längsten“ kennen Sie vermutlich alle. Doch stimmt das Stichwort eigentlich? Lohnt es sich wirklich, ehrlich zu sein?<br>Sicher, viele Lügner &#8211; oder zumindest Einige, werden erwischt. Aber längst nicht alle. Es gibt kluge Lügner, und weniger Kluge. Einige finden einfach immer ein Schlupfloch um sich heraus zu reden. Und oftmals sind die Ehrlichen die Dummen – zumindest erscheint es auf den ersten Blick so.</p>



<p>Wenn jemand eine seiner Lügen zugibt &#8211; was bekommt er dann? Respekt? Barmherzigkeit? Kann auch passieren. Ich hoffe, dass es in den christlichen Gemeinschaften so ist. Und vor Gericht kann ein Geständnis strafmildernd wirken.</p>



<p>Aber das was passierte, als Uli Höneß sich selbst anzeigte, weil er Steuern hinterzogen hatte, ist meines Erachtens die häufigere Variante, wie mit geständigen Lügnern und Tätern umgegangen wird. Und wie reagierte die Öffentlichkeit, die Presse, als er das Urteil des Gerichtes anerkannte und akzeptierte, dass er für sein Vergehen einige Zeit hinter Gitter musste? Wie haben Sie reagiert? Vielleicht war das ein schlechtes Beispiel, denn allein der Name Uli Höneß löst bei vielen Menschen in Deutschland Argwohn, Bitterkeit und sogar Hass aus. Doch in wie weit ist dies gerechtfertigt?</p>



<p>Die Gesellschaft schafft nicht gerade eine Atmosphäre, damit man sich leichter traut zu seinen Fehlern, Lügen oder Verfehlungen zu stehen. Im Gegenteil.</p>



<p>Im Jugendhaus, in dem ich arbeite, ist das eines der Dinge, die mich sehr viel Kraft kosten. Es geht etwas kaputt, es wird etwas dreckig, es fehlt was … wer war es? Niemand. Dabei versuche ich und mit mir das Mitarbeiterteam eine Atmosphäre zu schaffen, in dem es eigentlich leicht sein müsste zuzugeben, wenn was schief gelaufen ist. Immer wieder betone ich, dass niemandem der Kopf abgerissen wird, dass wir eine Lösung finden, wenn etwas teures kaputt gegangen ist&#8230; und lobe die ganz Wenigen, die eine Verantwortung eingestanden haben, und versuche daran zu zeigen, dass es geht, dass es gut ist! Dabei ist das nicht in erster Linie ein Problem der Jugendlichen. Nein, sogar viele Erwachsene haben wenig bis keine Skrupel, mir ins Gesicht zu lügen. Mein Problem: ich weiß oft nicht wer lügt und wer die Wahrheit sagt.</p>



<p>Ehrlich. Wer ist ehrlich? Das ist manchmal gar nicht so einfach zu erkennen. Im Ukraine Konflikt war lange nicht eindeutig, ob nun tatsächlich russische Soldaten im Konflikt mitmischen. Die Lage schien klar. Alle Nachrichtensender behaupteten, oder lieferten Indizien dafür. Zumindest alle westlichen Medien. Eine Frage des Vertrauens. Doch ich war misstrauisch. Spätestens seit die USA, vor einigen Jahren unterirdische Giftgasanlagen im Irak „bewiesen“, die sich nach der Eroberung des Irak als Fake herausgestellt haben, ist das Vertrauen in die Amis gestört, wenn nicht sogar zerstört.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Recht</h3>



<p>Wer hat Recht? Im Schuldenstreit mit Griechenland gibt es vereinfacht gesagt zwei Positionen. Und selbst wenn die große Mehrheit der Regierungen in der EU eine andere Meinung vertritt als die Regierung Griechenlands &#8211; wie können wir beurteilen, wer Recht und wer Unrecht hat? Kennen wir die Details? Kennen wir die Zusammenhänge?</p>



<p>Außerdem, gibt es eine Menge Leute, die zu ihren Fehlern ganz und gar nicht stehen können. Die eine eigene Verantwortung oder Schuld nicht zugeben können, die auf Biegen und Brechen ihre Tat oder Taten verteidigen. Die es nicht gebacken bekommen, um Entschuldigung zu bitten oder auch nur zu ihrem Fehler zu stehen.</p>



<p>Im Moment ist ja gerade der Prozess um den KZ Aufseher Oskar Gröning in der Presse. Seine Schuld und Verantwortung ist relativ offensichtlich. Er hat nichts mehr zu verlieren. Er über 90 Jahre alt. Trotzdem kommt kein Wort des Bedauerns oder der Bitte um Vergebung über seine Lippen.</p>



<p>Aber wir brauchen gar nicht so weit gehen. Oder mit dem Finger auf diesen Menschen zu zeigen. Vor kurzem hat mir eine meiner Töchter folgendes erzählt: eine Lehrerin hat einige Schüler rund gemacht, weil diese ihre Hefte nicht abgegeben haben. Die Schüler behaupteten zwar, dass sie die Hefte längst abgegeben hätten, aber die Deutungshoheit hat die Lehrerin. Und dann stellt sich einige Stunden später doch heraus, dass nicht die Schüler ihre Hefte vergessen hatten abzugeben, sondern die Lehrerin die abgegebenen Hefte verschlampt hatte. Steht sie zu ihrer Schuld? Zu ihrer Verantwortung?</p>



<p>Es ist eine Grundtendenz des Menschen, von uns allen, dem Anderen die Schuld in die Schuhe zu schieben. Die Verantwortung beim Anderen zu suchen. Den Anderen nieder zu machen um selber besser dazustehen.</p>



<p>Ehrlich zu sein, das ist ganz schön schwer. Ehrlich zu sein, das ist ganz schön angefochten – das passiert nicht einfach so, dafür müssen wir uns entscheiden. Ehrlich sein &#8211; nicht nur gegenüber den Anderen, sondern auch ehrlich gegenüber sich selber. Auch das ist ein sehr schwieriges Thema. Nicht nur Alkoholiker haben ein Problem damit zu erkennen, dass sie ein Problem haben &#8211; sondern jeder von uns hat an der einen oder anderen Stelle ein Problem &#8211; eine schwarze Stelle, einen blinden Fleck, wo wir nicht erkennen können, dass wir falsch liegen und darauf angewiesen sind, dass andere Menschen uns helfen dabei weiter zu kommen. Aber lassen wir zu, dass andere Menschen uns auf solche Flecke hinweisen?</p>



<p>Das war jetzt eine lange Vorrede, und dabei habe ich nur einen kleinen Teil von dem aufgegriffen, was mir dazu eingefallen ist – aber nun komme ich endlich zum biblischen Text. Die Worte aus der Bergpredigt im Evangelium nach Matthäus, greifen aus meine Sicht, genau diese Fragen und Probleme auf. Jesus sagt dort folgendes:</p>



<p><em>»Verurteilt niemand, damit auch ihr nicht verurteilt werdet. Denn so, wie ihr über andere urteilt, werdet ihr selbst beurteilt werden, und mit dem Maß, das ihr bei anderen anlegt, werdet ihr selbst gemessen werden. Wie kommt es, dass du den Splitter im Auge deines Bruders siehst, aber den Balken in deinem eigenen Auge nicht bemerkst? Wie kannst du zu deinem Bruder sagen: ›Halt still! Ich will dir den Splitter aus dem Auge ziehen‹ – und dabei sitzt ein Balken in deinem eigenen Auge? Du Heuchler! Zieh zuerst den Balken aus deinem eigenen Auge; dann wirst du klar sehen und kannst den Splitter aus dem Auge deines Bruders ziehen.«</em><sup class="modern-footnotes-footnote ">1</sup></p>



<p>Jesus beginnt seine Rede mit einer Aufforderung und einer Warnung: Verurteilt niemanden! Damit auch ihr nicht verurteilt werdet!</p>



<p>Jesus fordert uns auf keinen anderen Menschen zu verurteilen, ja nicht mal ihn zu beurteilen. Warum? Weil wenn Du jemanden verurteilst, oder beurteilst, dann wird eines Tages jemand anderes kommen und Dich beurteilen, und Dich mit dem gleichen Maßstab beurteilen. Ein anderer wird beurteilen, ob Du ein besserer Mensch bist als der, den Du verurteilt hast.<br>Das heißt, genau genommen, fordert Jesus uns nicht auf gar nicht zu beurteilen oder zu verurteilen, sondern er weist uns darauf hin, dass unser Maßstab der Beurteilung auch auf uns angewendet werden wird.</p>



<p>Das ist ein Prinzip, das Bedeutung hat. Jesus hat es eingesetzt, Z.B. als ihm die Ehebrecherin gebracht wurde. Ich denke die meisten werden die Geschichte kennen. Aber um sie kurz in Erinnerung zu rufen, erzähle ich sie nach.<sup class="modern-footnotes-footnote ">2</sup></p>



<p><em>Es war so: Es kamen einige Fromme und einige Theologen zu Jesus und haben eine Frau mit sich hergezogen. Vermutlich hatte sie sich gerade mal ein Leintuch umgebunden um ihre Nacktheit zu verdecken. Die Haare hatte sie offen, sie war verstrubbelt. Und in ihren Augen war Verzweiflung.</em></p>



<p><em>Und dann sprechen diese Männer – es scheint so, dass es nur Männer waren – diese Männer sprechen Jesus an. Mit dem Ehrentitel Meister! Ich möchte nicht beurteilen ob sie das ernst gemeint haben, oder eher spöttisch oder herausfordernd. Auf jeden Fall sagen sie: „Meister, diese Frau ist eine Ehebrecherin; sie ist auf frischer Tat ertappt worden. Mose hat uns im Gesetz befohlen, solche Frauen zu steinigen. Was sagst Du dazu?“</em></p>



<p><em>Jesus hätte nun fragen können, „und wo ist der Mann, der zum Ehebruch nötig ist?“ oder er hätte zitieren können was Mose tatsächlich geboten hat, dort steht nämlich: Wer die Ehe bricht mit jemandes Weibe, der soll des Todes sterben, beide, Ehebrecher und Ehebrecherin, darum daß er mit seines Nächsten Weibe die Ehe gebrochen hat.Interessanterweise wird nämlich im Text aus dem dritten Mosebuch, viel stärker die Schuld und Verantwortung des Mannes betont, gegenüber der Frau.</em></p>



<p><em>Aber Jesus tut dies nicht.</em></p>



<p><em>Jesus sagt vielmehr: „Wer von euch ohne Sünde ist, der soll den ersten Stein auf sie werfen“</em></p>



<p><em>Und dann wird berichtet, dass nach dieser Aussage zuerst die Älteren unter den Männern und schließlich alle Anderen den Platz verlassen. Sie erkennen: auch ich bin ein Sünder. Sie waren bereit in den Spiegel zu schauen und ihre Sünde, zumindest gegenüber sich selber, einzugestehen.</em></p>



<p><em>Und als alle weg sind, fragt Jesus: „Wo sind sie geblieben? Hat dich keiner verurteilt?</em></p>



<p><em>„Nein, Herr, keiner“, antwortete sie.</em></p>



<p><em>„Ich verurteile dich auch nicht; du darfst gehen. Sündige von jetzt an nicht mehr!“</em></p>



<p>Jesus verzichtet auf ein Urteil. Er spricht die Frau frei. Aber er bagatellisiert ihre Sünde nicht, er fordert sie auf, in Zukunft nicht mehr zu sündigen. D.h. er fordert sie auf, an sich zu arbeiten, er fordert sie auf bereit zu sein ihr Verhalten zu verändern, er fordert sie auf nicht den Gefühlen oder den scheinbaren Notwendigkeiten nach zu geben, sondern nach den Geboten Gottes zu leben.<br>Wenn schon Jesus auf ein Urteil verzichtet, wie viel mehr dann wir?</p>



<p>In unserem Text aus der Bergpredigt mit dem Splitter und Balken &#8211; fragt Jesus dann, wie es eigentlich kommt, dass es leicht ist den Splitter im Auge des Anderen zu sehen, aber gleichzeitig mit einem Balken rum zu laufen und es nicht mal zu merken oder nicht wahrhaben zu wollen.</p>



<p>Hatten Sie schon mal einen Splitter im Auge? Ich schon. Einen Eisensplitter. Schmerzhaft. Die Sehkraft ist eingeschränkt. Am liebsten lässt man das Auge zu &#8211; aber auch dann tut es weh. Wenn man das hat, dann möchte man unbedingt, dass der Splitter raus kommt und das Auge wieder heilen kann. Doch Jesus spricht hier so von dem Balken und dem Splitter, dass es scheint, es sei nicht so, dass man ihn aus dem Auge haben will!</p>



<p>Jesus spricht so von dem Splitter und dem Balken im Auge, dass es scheint, dass weder der mit dem Splitter seinen Splitter los werden will &#8211; wenn er ihn überhaupt bemerkt. Noch dass der mit dem Balken seinen Balken los werden will.</p>



<p>Klar, Jesus spricht hier nicht von Splittern und Balken &#8211; das ist uns allen klar. Er spricht im übertragenen Sinn. Er spricht von unseren Fehlern, von unseren Sünden, von unseren Lügen usw. Aber in dem von Jesus verwendeten Bild können wir sehen, wie wir mit unseren Sünden und Fehlern eigentlich umgehen müssten. Eigentlich müsste es doch so sein, dass uns unsere Fehler und Sünden so schmerzen, dass wir sie los haben wollen. Doch oftmals ist das Gegenteil der Fall. Wir versuchen sie zu vertuschen, klein zu reden, oder zu ignorieren, oder zu rechtfertigen.</p>



<p><strong>Warum tun wir das?</strong></p>



<p>Dafür gibt es mehrere Gründe oder Möglichkeiten, ein paar davon sind:<br>Oftmals ist uns peinlich was wir getan haben.<br>Es kann sein, dass wir denken, dass es schädlich wäre, wenn andere davon wüssten.<br>Es kann sein, wenn es verboten ist, droht uns eine Strafe.<br>Vielleicht sind wir auch nicht bereit, die Verantwortung für unser Tun wahrzunehmen.<br>Es kann auch sein, wir verstehen gar nicht was wir falsch gemacht haben. Wir erkennen unsere Fehlhaltung nicht.</p>



<p>Egal, welche Gründe es dafür gibt, dass wir so handeln, wie wir es tun – wir müssen uns immer wieder klar machen – wir kommen nicht darum herum unseren Splitter oder Balken wahrzunehmen und ihn herauszuziehen oder herausziehen zu lassen.</p>



<p>Wenn wir im Bild vom Splitter und Balken im Auge bleiben. Wie können wir den Balken denn loswerden? Es gibt zwei Möglichkeiten. Und für beide ist es notwendig in den Spiegel zu schauen.</p>



<p>Die eine Möglichkeit ist die, dass wir in den Spiegel schauen und ihn dann selber heraus ziehen. Allerdings müssen wir bedenken, dass im Spiegel alles spiegelverkehrt ist.</p>



<p>Die andere Möglichkeit ist die, wenn wir in den Spiegel schauen und den Splitter oder Balken sehen, dass wir bitten jemand anderen bitten uns den Balken heraus zu ziehen.</p>



<p>In den Spiegel schauen ist nichts anderes, als die eigene Sünde, den eigenen Fehler zu erkennen. Ja so ist es, ja so bin ich, ja das habe ich getan. Erst dann kann ich Jesus meine Sünde bekennen und Vergebung empfangen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Beichte und Heucheln</h3>



<p>Aber vielleicht ist mir das Entfernen des Balkens so heikel, dass ich lieber jemand anderen darum bitte, es zu tun. Das ist nichts anderes als zu beichten. Meine Sünde bekennen und Vergebung dafür zu empfangen, durch den Zuspruch eines Bruders oder Schwester, die im Namen Jesu die Vergebung zuspricht. Beichte kann etwas sehr befreiendes sein &#8211; nicht nur für Katholiken, sondern für jeden Christen.</p>



<p>Jesus beendet diesen Textabschnitt der Bergpredigt mit deutlichen Worten. Jesus sagt: Du Heuchler. Jesus bezichtigt mich (und ich bin so frei, auch Sie – uns alle) Heuchler zu sein. Und dann fordert er uns auf, zuerst den Balken aus dem eigenen Auge zu ziehen, bevor wir uns dem Splitter im Auge unseres Gegenübers zuwenden.</p>



<p>Bei Wikipedia wird Heuchelei wie folgt beschrieben:<br>Heuchelei bezeichnet ein moralisch bzw. ethisch negativ besetztes Verhalten, bei dem eine Person absichtlich nach außen hin ein Bild von sich vermittelt, das nicht ihrem realen Selbst entspricht. Das zugrundeliegende Zeitwort heucheln stammt ursprünglich vom unterwürfigen ducken und kriechen des Hundes und wurde auf vorgespieltes, schmeichelndes Verhalten übertragen.</p>



<p>Der Philosoph und Theologe Friedrich Kirchner definierte Heuchelei als eine „aus selbstsüchtigen Interessen entspringende Verhüllung der wahren und Vorspiegelung einer falschen, in dem Betreffenden nicht vorhandenen lobenswerten Gesinnung“ und führt auf, dass ein Heuchler besser erscheinen wolle, als er ist, „um Mächtigen zu gefallen“ und „davon Gewinn zu haben“.</p>



<p>Nicht sehr schön. Jesus unterstellt uns also, dass wir falsche Tatsachen vorspieglen. Dass wir unsere wahren Motive verhüllen. Dass wir nur so tun, als ob wir was Gutes tun würden. Hat Jesus Recht?</p>



<p>Wer von uns, kann von sich behaupten, dass er niemals etwas ein klein wenig vorteilhafter für sich selber dargestellt hat, als es eigentlich war? Wer von uns, hat noch niemals etwas getan, um seine wahren Absichten zu vertuschen? Wir regen uns über das Verhalten von anderen Menschen auf &#8211; aber wir bemerken nicht, dass unser Verhalten Andere aufregt? Wir zeigen mit dem Finger auf den, der einen Fehler gemacht hat, aber unsere eigenen Fehler versuchen wir zu vertuschen. Wir kritisieren gerne und viel, aber selber können wir es oft weder besser, noch sind wir bereit es überhaupt zu tun.</p>



<p>Klar hat Jesus recht in dem was er sagt.</p>



<p>Und Jesus fragt uns, ob wir bereit und fähig sind zu erkennen, wo es in unserem Leben wir uns heuchlerisch verhalten? Wo wir falsche oder halbwahre Tatsachen vorspielen?</p>



<p>Wenn Jesus uns auffordert zuerst den Balken aus dem eigenen Auge zu nehmen, dann hat das auch damit zu tun, dass wir vorher – also bevor wir den Balken aus unserem Auge gezogen haben &#8211; doch gar nicht den Splitter gescheit aus dem Auge des Gegenübers ziehen können. Denn solange wir in einem Auge einen Balken haben, sehen wir doch gar nicht gut genug. Mit einem Auge kann man nämlich nicht richtig dreidimensional sehen! Dafür braucht man beide Augen!</p>



<p>Was Jesus nicht möchte ist, dass wir die Fehler der Anderen benennen, ohne uns selber bewusst zu sein, dass auch wir Fehler haben. Wir sind eine Gemeinschaft von Sündern.</p>



<p>Was Jesus auch nicht möchte ist, dass wir alle Fehler unter eine Decke stopfen und sie einfach ignorieren. Oder dass wir Fehler bagatellisieren.</p>



<p>Jesus möchte dass wir uns unserer eigenen Unzulänglichkeit bewusst sind. Dann können wir auch auf die Unzulänglichkeit des Anderen hinweisen. Jesus möchte, dass wir uns in die Situation unseres Nächsten hineindenken und versuchen zu verstehen, warum dieser so gehandelt hat, wie er es tut. Was nicht heißt, dass ich dann das gut finden muss, was dieser tut.<br>Aber, wenn ich mir meiner eigenen Fehler bewusst bin, dann werde ich barmherziger mit meinem Gegenüber sein. Ich sage hier deutlich bewusst: denn unbewusste, uneingestandene, vertuschte Fehler können zum Gegenteil führen. Dann muss der eigene Fehler im Anderen bekämpft werden.</p>



<p>Und wenn ich verstehe, warum mein Gegenüber so gehandelt hat &#8211; oder zumindest es erahne &#8211; dann werde ich sein Handeln anders bewerten, als wenn ich nur von außen drauf schaue.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Wer muss sich verändern?</h3>



<p>Und noch Eines möchte ich dazu legen: ich kann mein Gegenüber nicht verändern. Ich kann nur mich selbst verändern und mein Verhalten. Im übertragenen Sinn heißt das, wir können den Balken aus unserem Auge ziehen, aber wir sollten uns hüten, den Splitter im Auge unseres Gegenüber anzurühren &#8211; außer er bittet uns darum oder unser Motiv ist Liebe.</p>



<p>Vor zwei Wochen hat Philip bei seiner Predigt zu einem anderen Teil der Bergpredigt sinnhalber gesagt: Liebe verändert alles!</p>



<p>Ja, das ist wahr.</p>



<p>Die Liebe zum Nächsten, das ist die Grundvoraussetzung, den Splitter im Auge des Anderen entfernen zu können.<br>Wenn ich mein Gegenüber aus Liebe und mit Liebe darauf hinweise, dass er einen Splitter im Auge hat, dann überlege ich mir natürlich, wie sage ich es, dass es hilfreich ist. Damit ist nicht gesichert, dass es auch hilfreich ankommt, oder dass mein Gegenüber sagt: vielen Dank für den Hinweis. Aber es ist eine wichtige Grundvoraussetzung vorhanden.</p>



<p>Vertrauen<br>Liebe<br>Barmherzigkeit</p>



<p>das sind die Grundlagen für gelingende Kritik, für korrigierendes Eingreifen, für die Schlichtung eines Konfliktes.</p>



<p>Wie würde der Konflikt mit Griechenland aussehen, wenn zwischen denen die da miteinander verhandelt haben Vertrauen gewesen wäre? Wenn jede Seite sich an die eigene Nase gefasst hätte und eingesehen und bekannt, wo sie falsch gelegen sind, wo was schief gelaufen war? Wenn die EU versucht hätte zu verstehen, warum die Griechen nicht mehr mitmachen wollen? Wenn die griechische Regierung versucht hätte zu verstehen, warum die Geldgeber bestimmte Veränderungen fordern bevor sie weiter Geld geben?</p>



<p>Wie würde der Krieg in der Ukraine aussehen, wenn zwischen Russland, EU, USA und der Ukraine vollstes Vertrauen bestehen würde? Wie würde er aussehen, wenn alle Beteiligten überlegen würden, was ist denn das Beste für die Menschen in der Ukraine?</p>



<p>Was wäre gewesen, wenn die Lehrerin (welche die Hefter der Schüler verschlamppt hatte) persönlich zu den Schülern gegangen wäre und sich entschuldigt hätte?</p>



<p>Wie wäre das für die Opfer des KZ , wenn der Aufseher Görning sich und dann auch den Hinterbliebenen eingestehen könnte, dass sein Handeln falsch war?</p>



<p>Wie wäre das Echo in der Presse gewesen, wenn die Redakteure ihr eigenes Verhalten zum Maßstab gemacht hätten um Uli Höneß zu beurteilen?</p>



<p>Vielleicht denken Sie an eine Situation aus ihrem Leben, die verfahren erscheint. Die schmerzlich ist. Vielleicht erinnern Sie sich gerade an eine Sache, wo der Spruch: Ehrlich währt am längsten, von Ihnen nicht berücksichtigt worden ist. Oder wo Sie jemand anderen verurteilt haben oder beurteilt ohne sich klar gewesen zu sein, dass auch Sie selber ein Sünder sind?</p>



<p>Ein Konflikt ist nie die Schuld einer Seite, sondern immer sind beide Seiten (oder alle Seiten) beteiligt und verantwortlich. Wie betrachten wir unseren Feind? Unser Gegenüber? Sehen wir ihn mit Barmherzigkeit und Liebe an?</p>



<p>Ich wünsche uns allen, dass wir den Balken in unserem Auge erkennen.</p>



<p>Amen</p>



<p>Foto von <a href="https://unsplash.com/@davidboca?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">David Boca</a> auf <a href="https://unsplash.com/de/s/fotos/splinter-beam?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Unsplash</a></p>
<div>1&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Matthäus 7, 3-5</div><div>2&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Johannes 8, 3ff </div>]]></content:encoded>
					
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		<title>Am Aschermittwoch ist alles vorbei!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas Peschke]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Feb 2015 15:00:29 +0000</pubDate>
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<p>Vor kurzem habe ich eine Predigt wieder entdeckt, die ich 1997 im damaligen Jugend-Gottesdienst des CVJM Esslingen gehalten haben. Das Thema war: „Am Aschermittwoch ist alles vorbei“ und es ging um die Frage, inwieweit Fasten für Christen relevant ist. Weil ich das Thema wichtig finde, habe ich mich entschlossen, die Predigt leicht überarbeitet hier in meinem Blog zu veröffentlichen. Ich hoffe sie ist ermutigend und hilft, Fasten wieder etwas stärker in den Fokus zu rücken.</p>



<p><strong>Predigt zum Jugo am 9.Februar 1997 &#8211; Esslingen</strong></p>



<p>Auf den Einladungszetteln für diesen JUGO stand als Angabe des Themas: „Am Aschermittwoch ist alles vorbei!“ &#8211; habt ihr euch schon mal überlegt, was das bedeutet?</p>



<p>Zunächst denk ich daran, und vermutlich geht es euch ähnlich, dass der Fasching und damit eine wilde Zeit zu Ende geht – auch wenn Fasching in Esslingen, nur sehr wenig einer wilden Zeit entspricht.</p>



<p>Es ist damit aber noch etwas anderes gemeint.</p>



<p>Nämlich, das übermäßige Genießen und grenzenloses Feiern hat ein Ende, es beginnt die Zeit des Fastens. Dem Fasching folgt eine Zeit des Verzichtens, die bis Ostern dauert, so zu sagen im Gedenken an die Leidenszeit Jesu. Und weil die Fastenzeit beginnt, hat man davor noch mal so richtig reingehauen.</p>



<p><strong>Und das ist unser eigentliches Thema heute: Fasten!</strong></p>



<p>Wenn man heute Menschen fragt, was sie über das Fasten denken, dann wird deutlich dass nur noch wenige überhaupt etwas damit anfangen können. Für ein paar wenige, strenge Katholiken ist es eine extrem harte Zeit ist, während der Fastenzeit vor Ostern z.B., auf Fleisch oder Alkohol verzichten zu „müssen“. Wobei „müssen“ falsch ist – aber dazu später. Für andere ist es unvorstellbar zu fasten. Bei einigen löst diese Vorstellung Angst aus. Wieder andere sehen Fasten als etwas mystisches, mit dem nur geistliche Höhenflieger zu tun haben.</p>



<p>Es ist ein Ziel dieser Predigt, dass wir Fasten anders verstehen. Dass es weder angebracht ist, Angst vor dem Fasten zu haben, noch es als etwas mystisches zu begreifen. Meine Hoffnung ist, dass wir alle Fasten vielmehr als eine Idee Gottes lernen zu sehen. Eine Idee, der es sich lohnt nachzudenken.</p>



<p>Als Christen ist für uns relevant, was die Bibel, was Jesus zum Thema Fasten sagt. Im Matthäusevangelium Kapitel 6, Vers 16 sagt Jesus zu seinen Jüngern: <em>„Wenn ihr aber fastet&#8230;“ </em>&#8211; das „wenn“ bedeutet schlicht und ergreifend, dass Jesus davon ausgeht, dass seine Jünger immer wieder Zeiten haben in denen sie fasten. Nicht nur die Leiter, oder die von Gott besonders berufen sind, sondern alle Jünger Jesu, alle Gläubigen, alle Christen. Jesus nimmt das Fasten als etwas Selbstverständliches hin, und nicht als eine besondere geistliche Übung. Wir müssen uns im Klaren sein, dass z.Zt. Jesus alle Gläubigen gefastet haben.</p>



<p>Wir werden im Folgenden sehen, dass Fasten im christlichen Leben wichtig ist. Oder zumindest wichtiger, als die meisten von uns bisher erkannt oder auch nur geahnt haben. Obwohl Fasten kein Hauptthema der Bibel ist, kein Fundament, kein Allheilmittel für geistliche oder andere Probleme. Es ist auch nicht Heils notwendig zu fasten. Mit Heils notwendig meine ich, dass es nicht so ist, dass nur wer fastet ewiges Leben haben könnte. Aber ein Fasten, das mit einem reinen Herzen und mit den richtigen Motiven praktiziert wird, kann zu einer geistlichen Waffe werden. Einer geistlichen Waffe, sogar Dinge zu verändern, die man für unveränderbar gehalten hat.</p>



<p>Damit habe ich schon ein klein wenig meinen Ausführungen vorgegriffen. Ich werde nun im folgenden vier Punkte über das Fasten ausführen:</p>



<p><strong>1. Situation</strong><br>Fasten ist in den letzten 150Jahren aus der Mode gekommen &#8211; zumindest hier in den Kirchen Deutschlands. Der Gedanke zu Fasten ist den meisten Christen fremd. Es gibt da zwar noch einige Überbleibsel, d.h. übrig gebliebene Traditionen, wie Z.B. am Freitag kein Fleisch zu essen. Aber im Prinzip meint die Mehrheit, dass Fasten etwas ist, das auf fanatische, extreme Gläubige beschränkt ist. Wenn wir zurückblicken, dann war es so, dass die ersten Christen jeden Mittwoch und Freitag fasteten, und zusätzlich noch spezielle Fastenzeiten hatten, wie z.B. vor Ostern. Viele Christen der ersten Jahrhunderte, waren arme Leute die es sich nicht leisten konnten auf den Lohn eines Tages zu verzichten. Heute aber meinen wir, wer fastet könnte sein Tagespensum nicht mehr erfüllen. Während unsere Gesellschaft am Essen und Trinken krank wird, meinen wir, fasten mache krank – oder zumindest Leistungsunfähig.</p>



<p>Uns Christen ist mit dem Fasten etwas verloren gegangen, das sich lohnt wieder zu entdecken. Denn Fasten kann unser geistliches Leben reicher machen. Für viele Muslime ist ihr Fasten während des Fastenmonats Ramadan eine Selbstverständlichkeit – und das sollte es auch für uns Christen wieder werden. Auch wenn das Fasten als Christ sich natürlich deutlich von dem eines Muslims unterscheidet.</p>



<p><strong>2. Warum denn fasten oder: was bringt&#8217;s?</strong><br>Eigentlich ist diese Überschrift falsch, denn wir werden noch sehen, dass beim Fasten mit<br>den „richtigen“ Motiven das „was bringt&#8217;s“ nur eine untergeordnete Rolle spielt. Trotzdem<br>gehören diese beiden Fragen zusammen, denn es liegt in unserer Natur, so zu fragen.</p>



<p>Man kann aus ganz verschiedenen Gründen fasten.</p>



<p>a) Das heute bekannteste ist vermutlich das sogenannte Heilfasten.<br>Es hat einfach den Zweck, den Körper von Stoffen zu reinigen, die ihm Schaden oder belasten. In diesem Fall dient also fasten dazu, gesünder zu leben. In der Regel tut man in dies allerdings nicht während der Arbeitszeit, sondern nimmt dazu Urlaub.</p>



<p>b) Ein anderes Fasten, das viele von uns unbewusst kennen, ist das Fasten bei einer Krankheit. Es handelt sich dabei oft um eine Reaktion des Körpers, der keinen Appetit produziert, oder sogar unfähig ist etwas aufzunehmen. Während dies bei Kleinkindern, oder bestimmten Krankheiten wie Z.B. wenn jemand Zucker hat, gefährlich ist, dient es dem Körper ansonsten oftmals, ähnlich wie Fieber, zur Bekämpfung der Krankheitserreger. Selbstverständlich kann dies auch bewusst gewählt werden. Plutarch, ein Geschichtsschreiber im 1.Jhdt.n.Chr., schreibt dazu: &#8222;Statt Medikamente zu nehmen, faste einen Tag lang.&#8220;<br>Na, wenn wir das beherzigen würden, das wäre mal eine Gesundheitsreform!</p>



<p>c) Noch ein anderes Fasten ist das unfreiwillige Fasten. Dies ist dann der Fall, wenn jemand aus finanziellen Gründen, oder sonstigen nicht von ihm weiter zu beeinflussenden Gründen nichts essen kann. Dies dient also z.B. zur finanziellen Gesundung.</p>



<p>Die bisher aufgezählten Formen des Fastens sind keineswegs christlich, sondern werden von den unterschiedlichsten Menschen ausgeübt, Heilfasten z.B. findet in der modernen Medizin immer stärkere Beachtung.</p>



<p><strong>Was ist denn nun das speziell christliche Fasten?</strong><br>Das speziell christliche Fasten, ich nenne es mal „das geistliche Fasten“, ist das Fasten eines Christen, weil er erkennt: Gott möchte, dass ich faste. Es ist das Fasten, weil Gott es möchte.</p>



<p>Wir Christen fasten also dann, wenn wir glauben, dass Gott es von uns möchte. Was mir bei diesem: „wenn Gott es möchte“ wichtig ist, ist folgendes: es soll euch frei machen. Frei von jeglichem Druck, fasten zu müssen; gleichzeitig soll es uns aber auch frei machen zu fasten, wenn wir meinen, dass dies dran ist. Jeder Christ kann fasten, und ich glaube auch, dass Gott zu jedem Christen immer wieder spricht, dass er fasten soll. Es ist lediglich unterschiedlich, wie einer fastet und wie lange. Doch dazu später mehr.</p>



<p><strong>Die nächste Frage, die uns kommen könnte ist die: warum sollte denn Gott wollen, dass ein Christ fastet?</strong> Hier ein paar mögliche Antworten:</p>



<p><em>a) Fasten hilft uns, Gott gefällig zu leben, denn es züchtigt uns</em>, d.h. es begrenzt uns, setzt uns Grenzen. Und Züchtigung ist nötig, da unser „Ich“ die Tendenz hat ausfällig zu leben.<br>Der Psalmist schreibt: „Ich&#8230;tat mir wehe mit fasten und betete.“ Ps.35, 13<br>Fasten bewirkt Demut. Denn es macht uns unsere Abhängigkeit deutlich. Und Demut ist ein wesentlicher Bestandteil echter Heiligkeit. Mit Heiligkeit meine ich, dass wir zu Gott gehören. Fasten bewirkt Hingabe zu Gott, und es dient der Überprüfung von Lebensgewohnheiten.</p>



<p><em>b) Fasten verstärkt unser Gebet</em><br>Im Buch Esra steht dazu: „So fasteten wir und erbaten solches von unserem Gott; und er erhörte uns.“ Esra 8,23<br>In Irland gab es den Brauch, ohne Essen und Trinken vor der Tür eines Schuldners zu sitzen, bis dieser bereit war die berechtigte Forderung zu erfüllen. Dies ist ein Bild dafür, wie es ist, wenn wir vor Gott fasten um einer guten Sache willen.</p>



<p><em>c) Fasten wendet Gottes Gericht ab</em><br>Im Buch Jona steht dazu: „Da glaubten die Leute von Ninive an Gott und ließen ein Fasten ausrufen&#8230;Als aber Gott ihr tun sah&#8230; reute ihn das Übel, das er ihnen angekündigt hatte.“ Jona 3, 5 + 10 – Das Fasten der Menschen von Ninive, unterstrich ihre Buße und Umkehr und war ein Zeichen dass ihre Abkehr von den Gottlosen Wegen, echt war.</p>



<p><em>d) Fasten befreit von Bindungen, von Mächten der Finsternis.</em><br>Das Matthäusevangelium berichtet davon, als Jesus den Dämon aus dem mondsüchtigen Knaben ausgetrieben hatte. Die Jünger fragten ihn daraufhin, warum sie den Dämon nicht austreiben konnten. Jesu Antwort ist: „Diese Art fährt nicht aus, außer durch beten und Fasten.“ Mt.17, 21<br>Fasten kann aber auch helfen überhaupt zu merken wie abhängig wir sind. Wenn wir z.B. auf Zigaretten verzichten, und merken wie stark der Drang ist zu rauchen. Beim Fasten merken wir wie sehr wir von einer Sache abhängig sind.</p>



<p><em>e) Fasten erhöht die Fähigkeit mit Gott zu kommunizieren</em>, und den Willen Gottes zu erkennen<br>Im Buch Daniel steht: „Ich Daniel&#8230;kehrte mich zu Gott dem Herrn, um zu beten und zu flehen unter fasten&#8230;Gabriel&#8230;redete mit mir und sprach: Daniel ich bin ausgegangen um dir zum rechten Verständnis zu helfen.“ Dan.9, 3; 21 &#8211; 22<br>Es ist eine biologische Tatsache, dass das Fasten Körper und Seele „freisetzt“. Damit ermöglichen wir uns, dass unser Körper und unsere Gedanken, sich mehr auf Gott und sein Wesen konzentrieren können. Zudem: Wenn wir fasten haben wir zudem mehr Zeit zum Bibellesen und zum Gebet.</p>



<p>Also ich meine, das sind gute Gründe, die für das Fasten sprechen. Aber es wird immer eine Spannung sein, nicht zu Fasten, weil ich mir diese oder jene Wirkung erhoffe, sondern weil ich erkenne und glaube, dass Gott es von mir möchte – aber trotzdem vor Augen zu haben, was dieses Fasten bewirken kann und soll.</p>



<p><strong>3. Wie geht das Fasten?</strong><br>Bisher haben wir noch gar nicht geklärt, was Fasten eigentlich ist. Die meisten werden unter Fasten das „nicht Essen verstehen“. Dies ist aber nur eine Art zu fasten.</p>



<p>Fasten ist grundsätzlich Verzicht. Fasten ist die Enthaltung oder Einschränkung von Nahrung und nährenden Getränken. Es ist dabei allerdings nicht daran gedacht es so zu halten, wie auf der Zeichnung auf eurem Zettel zu sehen ist. Es geht nicht darum sich&#8216; s gut gehen zu lassen, und nur auf das zu verzichten, was man sich sowieso nur ab und zu genehmigt. Jeden Tag dreimal zu essen bis man satt ist, aber wegen des Fastens darauf zu verzichten eine Flasche Champagner zu trinken, wäre ja kein Verzicht und damit kein Fasten.</p>



<p>Ich habe das Fasten mal in vier Kategorien eingeteilt.</p>



<p><em>1. Gewöhnliches Fasten</em><br>Das ist der Verzicht auf Nahrung in fester oder flüssiger Form, aber nicht auf Wasser.<br>In etwas abgeschwächter Form, könnte statt Wasser auch Frucht oder Gemüsesäfte getrunken werden. Man sollte bei diesem Fasten einige Grundregeln beachten, auf die ich aber nicht weiter eingehe, weil diese in entsprechenden Büchern nachzulesen sind.</p>



<p><em>2. Absolutes Fasten</em><br>Das ist der Verzicht auf Essen und Trinken, dies kann höchstens drei Tage dauern und ist u.U. gesundheitlich wirklich bedenklich. Deshalb sollte dies nicht so ohne weiteres ausprobiert<br>werden.</p>



<p><em>3. Teilweises Fasten</em><br>Das ist der Verzicht auf bestimmtes Essen oder Trinken, das einem besonders wichtig ist.<br>Für mich ist das z.B. auf mein abendliches Bier zu verzichten. Denn für mich ist es eine wunderschöne Gewohnheit, wenn ich abends nach Hause komme noch ein Bier zu trinken.</p>



<p><em>4. Erweitertes Fasten</em><br>Das ist der Verzicht auf Dinge des täglichen Lebens bei denen es einem schwer fällt darauf zu verzichten. Bei mir wäre das z.B. auf mein tägliches ausführliches Zeitungslesen zu verzichten.</p>



<p>Natürlich gibt es zwischen diesen Formen noch Zwischenformen. Und außerdem gibt es bei Zeitpunkt und Dauer noch die Möglichkeiten, z.B. einen bestimmten Zeitabschnitt lange zu fasten, also z.B. eine Woche auf Essen zu verzichten oder in einer bestimmten Regelmäßigkeit zu fasten, also z.B. jeden Freitag nur trockenes Brot zu essen.</p>



<p>Seitenschwenk Fasten der Muslime im Ramadan – das Fasten der Muslime im Ramadan gehört zu den fünf Grundsäulen des Islam, die jeder gläubige Muslim befolgen muss. Der Ramadan wandert über die Jahre durch die Jahreszeiten, weil er sich an einem anderen Kalender orientiert. Das Prinzip ist, dass während des Ramadan ein Muslim weder Essen noch trinken darf, solange ein weißer und schwarzer Faden unterscheidbar sind – sprich, solange es hell ist. Das führt dazu, dass Muslime im Fastenmonat früh aufstehen um viel zu essen (vor Sonnenaufgang) und spät am Abend noch einmal essen (nach Sonnenuntergang).<br>Wesentliche Unterschiede zum christlichen Fasten sind, dass der Ramadan ein für alle Muslime verbindlicher Fastenmonat ist und dass das Halten des Ramadan zu den „Heils notwendigen“ Handlungen eines Moslems gehört. Zudem ist gerade das Fastenbrechen am Abend, ein gesellschaftlicher Anlass – während Christen vor allem „im Verborgenen“ fasten.</p>



<p>Doch zurück zum christlichen Fasten: Wenn ich also zu der Erkenntnis gekommen bin, dass Gott möchte, dass ich faste, dann muss ich zunächst klären, wie ich fasten soll/möchte und zu welchem Zeitpunkt bzw. wie lange. Faste ich das erste Mal, dann ist es nahe liegend eine sanftere Form des Fastens zu wählen und eine geringere Zeitspanne. Es sollte eine ausgewogene Sache zwischen: „Mit Gottes Hilfe schaffe ich das“ und „Ich schaffe das leicht“ sein. Beim Zeitpunkt dürfen wir frei sein, aber es ist kein Fehler, sich auf die Tradition zu beziehen und z.B. zwischen Aschermittwoch und Ostern zu fasten.</p>



<p>Das waren jetzt einige theologisch angehauchte Theorien in den Grundlagen über das Fasten.<br>Das soll nicht so bleiben. Deshalb werden wir jetzt eine Minute Stille haben. In dieser Zeit höre jeder mal in sein Herz rein und überlege sich, ob und wann denn welches Fasten für Ihn dran wäre. Es wäre ja z.B. denkbar, dass Du heute erkennst, dass Fasten wichtig ist und Gott möchte, dass Du es tust. Dann könntest Du am baldigen Aschermittwoch beginnen, und bis Ostersonntag fasten, indem Du auf etwas verzichtest, dass dir zur Gewohnheit geworden ist, oder von dem du weißt, dass es dir schwer fällt darauf zu verzichten z.B. auf Süßigkeiten.</p>



<p>Aber nun Stille.</p>



<p>Noch ein Tipp. Wenn du dich in der Stille (oder auch später) dazu entschlossen hast zu fasten, dann sage es einer anderen Person, oder tue dich mit jemand zusammen, der auch fastet. Das kann unwahrscheinlich helfen.</p>



<p>Bevor wir zum Ende der Predigt kommen noch ein letzter Punkt</p>



<p><strong>4. Probleme</strong><br>Also mal angenommen, du beginnst am Aschermittwoch damit, Süßigkeiten zu fasten. Nun wirst du erleben, dass du genau von diesem Zeitpunkt an ständig Süßigkeiten geschenkt oder angeboten bekommt. Du bemerkst, dass du ständig Lust auf Süßes hast&#8230;Das ist ganz normal, denn du merkst zum einen, wie oft du Süßigkeiten essen kannst und es auch tust. Zum anderen ist es auch so, dass mit/ durch dein(em) Fasten ein Kampf in der unsichtbaren Welt tobt, in dem der Satan versucht dich davon abzubringen durchzuhalten.</p>



<p>Ein weiteres Problem könnte auftreten, z.B. weil du eine Süßigkeit isst, und dir erst danach auffällt, dass du ja Süßigkeiten fastest. Kein Grund zur Panik. Sag Gott was du empfindest und fasse deinen Entschluss zum Fasten erneut und bitte Gott dich beim nächsten Mal daran zu erinnern.</p>



<p>Es könnt aber auch sein, dass du irgendwann die Lust verlierst, oder einfach nicht die Kraft hast durchzuhalten. Dazu erst einmal: Lass dich nicht zu leicht entmutigen, wie gesagt der Satan hat Interesse daran, dass du nicht fastest. Wenn es dir aber echt nicht möglich ist, dann lass dich auch nicht anklagen, als hättest du eine Schuld auf dich geladen. Es ist keine Schuld, ein vorgenommenes Fasten nicht durchzustehen, und deshalb gibt es auch keinen Grund dich schuldig zu fühlen. Allerdings könnte es sein, dass hinter diesem nicht Durchhalten zu können andere Dinge liegen, z.B. echte Sucht, oder mangelnde Frustrationstoleranz bzw. Durchhaltevermögen. Deshalb ist es gut, oder auch nötig, mit einem anderen Christen, der Erfahrung hat, darüber zu reden.</p>



<p>Es gäbe noch viel zu sagen, auf viele Aspekte bin ich nur oberflächlich eingegangen. Aber dies ist ja eine Predigt und kein Fachtag.<br>Darum empfehle ich folgendes Buch, das auch ganz praktisch zeigt, was man z.B. beim gewöhnlichen Fasten beachten muss. Wer von euch fasten will indem er auf Essen verzichtet, der sollte dieses Buch, unbedingt vorher lesen. Es hat viele Erklärungen und praktische Tipps, die helfen das Fasten gut zu erleben.</p>



<p>Fasten &#8211; was sagt die Bibel dazu? von Arhur Wallis, Herold Buch, ISBN 3-88936-015-7<br>Das ist nur ein Buch, nur eine Empfehlung, sicherlich gibt es auch noch andere, gute Schmöker zu dem Thema.</p>



<p>Foto von <a href="https://unsplash.com/@kamilszumotalski?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Kamil Szumotalski</a> auf <a href="https://unsplash.com/de/s/fotos/fasting?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Unsplash</a></p>
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		<title>Frauengeschichten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas Peschke]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 Jul 2012 12:27:19 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Predigt zu 2. Samuel 11 +12 im eAg vom 22.Juli 2012Der Predigttext ist leicht gekürzt – nach der Übersetzung: Hoffnung für alle! Als der Frühling kam, begann wieder die Zeit, in der die Könige ihre Feldzüge unternahmen. Auch König David...]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;">Predigt zu 2. Samuel 11 +12 im <a href="http://www.einanderergottesdienst.de/" target="_blank" rel="noopener">eAg</a> vom 22.Juli 2012<br>Der Predigttext ist leicht gekürzt – nach der Übersetzung: Hoffnung für alle!</span></span></p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;"><em>Als der Frühling kam, begann wieder die Zeit, in der die Könige ihre Feldzüge unternahmen. Auch König David ließ seine Soldaten ausrücken: Unter der Führung Joabs zogen seine Offiziere mit dem ganzen Heer Israels in den Krieg gegen die Ammoniter. […]. David selbst blieb in Jerusalem.</em></span></span></p>



<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;"><em>Eines Nachmittags, als David seine Mittagsruhe beendet hatte, ging er auf dem flachen Dach seines Palasts spazieren. Da fiel sein Blick auf eine Frau, die im Hof eines Nachbarhauses ein Bad nahm. Sie war sehr schön. David wollte unbedingt wissen, wer sie war, und schickte einen Diener los, der es herausfinden sollte. Man berichtete ihm: &#8222;Die Frau heißt Batseba. Sie ist eine Tochter Eliams und verheiratet mit Uria, einem Hetiter.&#8220;</em></span></span></p>



<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;"><em>David sandte Boten zu ihr und ließ sie holen. Batseba kam, und er schlief mit ihr. Danach kehrte sie in ihr Haus zurück. […]</em></span></span></p>



<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;"><em>Nach einiger Zeit merkte Batseba, dass sie schwanger war. Sie schickte einen Boten zu David, der es ihm sagen sollte. Kaum hatte der König das gehört, ließ er Joab melden: &#8222;Schickt sofort den Hetiter Uria zu mir!&#8220; Joab gehorchte und schickte den Mann zu David. Als Uria ankam, erkundigte sich David zunächst, ob es Joab und den Soldaten gut gehe und wie weit die Belagerung der Stadt schon vorangeschritten sei. Schließlich forderte er Uria auf: &#8222;Geh nun nach Hause zu deiner Frau, bade dich und ruh dich aus!&#8220; Uria war noch nicht weit gekommen, als ihn ein Diener einholte und ihm ein Geschenk des Königs überreichte. Doch Uria ging nicht nach Hause, sondern zur königlichen Leibwache am Tor des Palasts. Dort übernachtete er.</em></span></span></p>



<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;"><em>David hörte davon und ließ Uria gleich am nächsten Morgen zu sich rufen. &#8222;Warum hast du nicht zu Hause bei deiner Frau übernachtet?&#8220;, fragte er ihn. &#8222;Du warst doch jetzt so lange von ihr getrennt!&#8220; Uria antwortete: &#8222;Die Bundeslade steht nur in einem Zelt, und auch die Soldaten Israels und Judas müssen mit Zelten auskommen. Selbst der Heerführer Joab und seine Offiziere übernachten auf offenem Feld am Boden. Und da sollte ich nach Hause gehen, essen, trinken und mit meiner Frau schlafen? So wahr du, mein Herr, lebst: Niemals könnte ich so etwas tun!&#8220; David bat ihn: &#8222;Bleib heute noch hier, Uria. Morgen lasse ich dich dann wieder ziehen.&#8220; So blieb Uria noch in Jerusalem. Am Abend lud David ihn zum Essen ein und machte ihn völlig betrunken. Doch auch diesmal ging Uria nicht nach Hause, sondern schlief wieder bei der Leibwache am Palast.</em></span></span></p>



<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;"><em>Am nächsten Morgen schrieb David einen Brief an Joab und gab ihn Uria mit. Darin befahl er seinem Heerführer: &#8222;Stell Uria an die vorderste Front, wo der Kampf am härtesten tobt![…]zieht euch zurück, damit er getroffen wird und stirbt.&#8220; Joab hatte die Feinde in der belagerten Stadt schon länger beobachtet, und so wusste er, wo ihre gefährlichsten Leute standen. Genau dort setzte er nun Uria ein. Als nun die Ammoniter aus der Stadt herausstürmten und angriffen, wurden einige Israeliten getötet, und auch der Hetiter Uria war unter den Gefallenen. Joab ließ David über den Ablauf des Kampfes genau unterrichten. […]</em></span></span></p>



<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;"><em>Als Batseba hörte, dass Uria gefallen war, hielt sie die Totenklage für ihren Mann. Gleich nach der Trauerzeit ließ David sie zu sich in den Palast holen und heiratete sie. Bald darauf brachte sie einen Sohn zur Welt. Der Herr aber verabscheute, was David getan hatte.</em></span></span></p>
<cite>2.Samuel 11 + 12</cite></blockquote>



<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;">Das 11 Kapitel endet mit dem Satz: </span></span><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;"><em>Der Herr aber verabscheute, was David getan hatte. </em></span></span><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;">Wie geht es uns, wenn wir diese Geschichte hören?</span></span><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;">Verabscheuen wir auch – wie Gott – was David getan hat? Oder fühlen wir uns eher mit David verbunden – seinem Versagen, seiner Schwäche?</span></span></p>



<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;">Laut eines Artikels in Focus, ist Untreue nach wie vor einer der häufigsten Scheidungsgründe, nämlich etwa 35 Prozent der Scheidungs-Fälle gehen auf Eifersucht, Untreue oder einen neuen Partner zurück. Und einer Forsa-Umfrage zufolge, halten 45 Prozent der Deutschen einen Seitensprung für unverzeihlich.</span></span></p>



<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;">Wohin gehören wir? Was hätte David bei einer solchen Umfrage wohl gesagt? Ich glaube, wenn David gefragt worden wäre, ob Ehebruch unverzeihlich ist, dass David dann auch zu den 45 Prozent gehört hätte, die einen Seitensprung für unverzeihlich gehalten hätten. Und trotzdem: David tut es. Der Bibeltext beschönigt es nicht – David wird zum Ehebrecher!</span></span></p>



<h3 class="wp-block-heading">Was ich für richtig halte und was ich tue&#8230;.</h3>



<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;">Wie ist das in meinem Leben? Wie ist das in Ihrem Leben? Was halte ich – was halten Sie &#8211; alles für gut, für richtig, für wichtig – und wir handeln trotzdem nicht danach? Natürlich gibt es dafür gute Gründe – warum wir es nicht, oder nicht immer, oder nicht genau so machen, wie wir wissen, dass es richtig oder gut wäre.</span></span></p>



<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;">Bei David könnte man auch gute Gründe anführen – oder zumindest für Männer gut nachvollziehbare. Was muss sich die Batseba eigentlich öffentlich waschen, während David seine Runde dreht? Züchtig ist das ja nicht gerade – schließlich war sie zum Waschen nackt! Hat sie es vielleicht sogar darauf angelegt, dass David sie zu sehen bekam? Wieso wäscht sie sich nicht im Haus? Dann wäre David erst gar nicht in Versuchung gekommen! Dass ein Mann auf eine schöne nackte Frau reagiert, das ist doch nur zu verständlich. Oder?</span></span></p>



<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;">Na ja, wenn es beim Schauen geblieben wäre. Aber dann muss David ja anfangen Nachforschungen zu betreiben – das ist der Anfang – der am Ende zu Ehebruch und Mord führt…. und hier wird deutlich warum Jesus die Gebote verschärft und sagt:</span></span> </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;"><em>Ihr habt gehört, dass gesagt ist »Du sollst nicht ehebrechen.« Ich aber sage euch: Wer eine Frau ansieht, sie zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen.</em></span></span></p>
<cite>Matthäus 5, 27f</cite></blockquote>



<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;">Tolstoi sagt das mit anderen Worten so: </span></span></p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;">Was Du heute denkst, wirst Du morgen tun. </span></span></p>
</blockquote>



<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;">Und schon vor Jesus haben die Juden im Talmud festgehalten: </span></span></p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;">Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden zu Worten.<br>Achte auf Deine Worte, denn sie werden zu Handlungen.<br>Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden zu Gewohnheiten.<br>Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.<br>Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal. </span></span></p>
</blockquote>



<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;">Wie sehr sich diese Dinge in dieser Davidsgeschichte bewahrheitet, werden wir noch erkennen.</span></span></p>



<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;">Hätte David besser auf seine Gedanken geachtet, dann hätte er vielleicht gar nicht erst seine Erkundigungen eingezogen. Und als er durch diese Erkundigungen erfährt, dass diese Frau verheiratet ist – da hätte er doch STOPP sagen können. Doch seine Gier ist nicht mehr zu stoppen – seine Lust ist schon zu weit gediehen. In seiner Phantasie hat er schon längst mit ihr geschlafen und hinter seine Phantasie, will er nicht zurückgehen. Er holt sie sich ins Haus – und schläft mit ihr. </span></span></p>



<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;">Und das alles tut er, obwohl er eine enge Beziehung mit Gott hatte! Das alles tut er obwohl er die zehn Gebote kannte. Das alles tut er obwohl er wusste, dass es in der Bibel heißt: <em>Du sollst nicht die Ehe brechen <sup class="modern-footnotes-footnote ">1</sup>– </em>und:<em> Du sollst nicht nach der Frau Deines Nächsten verlangen!</em><sup class="modern-footnotes-footnote ">2</sup> David wusste, dass der Schutz der Ehe für Gott so wichtig ist, dass Ehebruch mit dem Tode bestraft werden soll – und damit genauso stark, wie das Töten eines anderen Menschen. Und doch geht David den Weg weiter, den er auf seinem Dach begonnen hat. Den er in seiner Phantasie und mit dem Auftrag Erkundigungen einzuholen fortgesetzt hat. Und ich frage mich – und David fragt sich später das sicher auch: Warum hat er nicht einfach weg geschaut? Warum ist er nicht wieder ins Haus gegangen?</span></span></p>



<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;">Vielleicht ist die Versuchung zum Ehebruch nicht das Problem, mit dem ich oder sie zu kämpfen haben: das Prinzip aber, das in dieser Geschichte aufgezeigt wird, kennen wir alle – wir tun etwas – oder wir sind dabei etwas zu tun, das nicht in Ordnung ist. Doch wir treten dieser Versuchung, dieser Sünde, diesem Unrecht nicht gleich von Anfang an entgegen, sondern lassen uns auf ein Spiel ein: vielleicht ist es ja doch noch irgendwie zu rechtfertigen!? Mal sehen, wie weit ich gehen kann… usw. Na ja, so schlimm ist das doch nicht. Ich will ja nur mal… Das war auch Davids Fehler, so hat David auch gedacht: er schaut hin, er erkundigt sich über die Frau – und wäre sie nicht verheiratet gewesen, dann wäre es ja auch kein Problem gewesen….</span></span></p>



<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;">Ich möchte das, was ich mit dem Prinzip meine, das diese Geschichte meiner Meinung nach verdeutlicht, noch ein wenig erläutern:<br>Wenn ich heute nicht immer aufrichtig zu meinen Kindern bin – im Rahmen dessen, was sie verstehen können – sondern zu „Notlügen“ greife, damit ich einer Quengelei oder einer Stresssituation aus dem Weg gehen kann, dann ist es sehr schnell passiert, dass ich eine weitere Lüge benötige – damit meine erste Lüge nicht enttarnt wird, und dann wird vielleicht sogar noch mehr daraus, weil ich etwas tun muss, das ich nicht tun will – um die erste Lüge nicht zu entlarven. </span></span></p>



<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;"><strong>Ein simples Beispiel:</strong> Mal angenommen, mein Kind will unbedingt eine bestimmte Sendung anschauen. Ich will das aber nicht, weil ich selber was gucken möchte. Wenn ich dann zu dem Kind sage: heute kommt Deine Sendung nicht, damit es nicht quengelt oder heult – kann ich zunächst mal zufrieden sein. Doch was, wenn am nächsten Tag das Kind im Kindergarten erfährt, dass seine Sendung doch gekommen ist? Lüge ich dann weiter? Verdrehe ich die Wahrheit noch mehr, damit meine erste Lüge nicht bekannt wird? Ja bei denen ist die Sendung gekommen, aber nicht bei uns&#8230;. sie können sich selber was überlegen. Es würde nicht mit Mord enden – aber das Prinzip ist das gleiche! Und was ist die Folge?<br>Die Folge ist dann, dass ich mich nicht wundern brauche, wenn später die Kinder meinen Aussagen nicht zu 100% vertrauen! denn sie werden früher oder später die Lügen und Täuschungen erkennen! und das wird sie prägen. Genauso wie es meine Kinder prägt, wie ich mit meinen Eltern umgehe! wie ich mich um Andere kümmere, wie ich mein Geld ausgebe oder spende….usw. und deshalb ist es meiner Meinung nach umso wichtiger: keine Kompromisse! Sondern: Entscheidung für das, was vor Gott richtig ist!</span></span></p>



<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;"><strong>Ein anderes, reichlich profanes Beispiel:</strong> fahren in einer 30er Zone – mit 50km/h. Ist eine Ordnungswidrigkeit – keine Straftat. Doch was, wenn ich jemanden durch mein zu schnelles Fahren verletze – oder vielleicht sogar töte? Sage ich dann, um mich zu schützen: ich bin auf jeden Fall nur 30km/h gefahren? Oder gebe ich zu, zu schnell gewesen zu sein? Und versuche ich dann sogar das alles so hin zu drehen, dass die verletzte Person schuld ist und ich ganz und gar nicht&#8230;.?</span></span></p>



<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;">Keine Kompromisse! Sondern Entscheidung für das, was vor Gott richtig ist.</span></span></p>



<h3 class="wp-block-heading">Lügen, Lügen, Lügen</h3>



<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;">David schickt Batseba gleich nach dem Beischlaf wieder in ihr Haus zurück, vielleicht hatte er ein schlechtes Gewissen bekommen, oder es war einfach nur die Taktik des Vertuschens. Spätestens aber, als er die Nachricht bekommt, dass Batseba schwanger ist, wusste David, dass er was unternehmen musste, damit sein Versagen nicht offensichtlich werden würde. Denn selbst für David wäre ein offener Ehebruch sicherlich nicht ohne Folgen geblieben. Auch als König unterstand er den Gesetzen.</span></span></p>



<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;">David versucht zuerst, Uria sein Kind unter zu jubeln, indem er ihn nach Jerusalem holen lässt, damit er mit seiner Frau schläft. Dann könnte das Kind ja auch von Uria sein. Doch das misslingt. Denn Uria, der Ausländer – der Nicht Jude!, ist ein Mann von Ehre – ganz im Gegensatz zu David. Auch jetzt hätte David noch alles anders machen können. Was wäre passiert, wenn er Uria gesagt hätte, was passiert ist? Uria ist ihm gänzlich ergeben – vielleicht…. doch David wagt es nicht. Und so lässt er Uria töten. Eine Sünde, nämlich Ehebruch, die mit dem Tod bestraft werden soll – endet mit einem Tod – aber mit dem Tod dessen, der betrogen wurde. Wobei endet ist ja nicht richtig.</span></span></p>



<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;">Nach der Trauerzeit heiratet David dann Batseba. Diese gebärt ihm einen Sohn. Und dann geschieht folgendes: Ich lese aus dem 2.Samuel 12</span></span></p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;"><em>Der Herr sandte den Propheten Nathan zu David. Als Nathan vor dem König stand, sagte er zu ihm: &#8222;Ich muss dir etwas erzählen: </em></span></span></p>



<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;"><em>Ein reicher und ein armer Mann lebten in derselben Stadt. Der Reiche hatte sehr viele Schafe und Rinder, der Arme aber besaß nichts außer einem kleinen Lamm, das er erworben hatte. Er versorgte es liebevoll und zog es zusammen mit seinen Kindern groß. Es durfte sogar aus seinem Teller essen und aus seinem Becher trinken, und nachts schlief es in seinen Armen. Es war für ihn wie eine Tochter. Eines Tages bekam der reiche Mann Besuch. Er wollte seinem Gast, der einen weiten Weg hinter sich hatte, etwas zu essen anbieten. Aber er brachte es nicht über sich, eines seiner eigenen Schafe oder Rinder zu schlachten. Darum nahm er dem Armen sein einziges Lamm weg und bereitete es für seinen Besucher zu.&#8220;</em></span></span></p>



<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;"><em>David wurde vom Zorn gepackt und brauste auf: &#8222;So wahr der Herr lebt: Dieser Mann hat den Tod verdient! Dem Armen soll er vier Lämmer geben für das eine, das er ihm rücksichtslos weggenommen hat.&#8220;</em></span></span></p>



<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;"><em>Da sagte Nathan zu David: &#8222;Du bist dieser Mann! Der Herr, der Gott Israels, lässt dir sagen: &#8218;Ich habe dich zum König von Israel erwählt und dich beschützt, als Saul dich umbringen wollte. Den gesamten Reichtum Sauls und auch seine Frauen habe ich dir gegeben. Ganz Israel und Juda gehören dir. Und sollte dir das noch zu wenig sein, würde ich dir sogar noch mehr schenken. Warum also missachtest du meinen Willen? Warum hast du getan, was ich verabscheue? Den Hetiter Uria hast du ermordet und dann seine Frau geheiratet. Ja, du, David, bist der Mörder Urias, denn du hast angeordnet, dass Uria im Kampf gegen die Ammoniter fallen sollte! Von mir hast du dich abgewandt und Uria die Frau weggenommen. Darum sollen von nun an in jeder Generation einige deiner Nachkommen einen grausamen Tod erleiden. Ich, der Herr, sage dir: Jemand aus deiner eigenen Familie wird dich ins Unglück stürzen. Ich selbst werde dafür sorgen. Du musst erleben, wie ein Mann, der dir sehr nahe steht, dir deine Frauen wegnimmt und in aller Öffentlichkeit mit ihnen schläft. Was du, David, heimlich getan hast, das lasse ich am helllichten Tag geschehen. Ganz Israel soll Zeuge sein.'&#8220;</em></span></span></p>



<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;"><em>Da bekannte David: &#8222;Ich habe gegen den Herrn gesündigt.&#8220; </em></span></span></p>



<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;"><em>Nathan erwiderte: &#8222;Der Herr hat dir vergeben, du wirst nicht sterben. Doch wegen deiner Tat spotten die Feinde Gottes noch mehr über ihn. Darum muss der Sohn, den Batseba dir geboren hat, sterben.&#8220;</em></span></span></p>



<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;"><em>Nach diesen Worten ging Nathan wieder nach Hause. Der Herr ließ das Kind, das Urias Frau geboren hatte, todkrank werden.[…]</em></span></span> <span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;"><em>Am siebten Tag starb das Kind.[…]</em></span></span></p>
<cite>2.Samuel 12</cite></blockquote>



<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;">So sehr ich im ersten Teil der Geschichte über Davids Verhalten den Kopf schütteln kann, so sehr versetzt es mich in höchsten Respekt, wie David auf die Aussage Nathans: </span></span><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;"><em>Du bist der Mann!</em></span></span><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;"> reagiert.</span></span></p>



<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;">Wie kann David auf der einen Seite so was tun, wie diesen Ehebruch und auf der anderen Seite fähig sein, so direkt und konkret auf die Aussage Nathans zu reagieren? David wusste schon bevor Nathan kam, dass er Mist gebaut hatte – auch wenn er versucht hat, diesen zu vertuschen. Doch als er konkret auf seine Sünde angesprochen wird, bekennt er: </span></span><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;"><em>Ich habe gegen den Herrn gesündigt!</em></span></span><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;"> Er benötigt oder gebraucht keine Ausreden, er versucht nicht sich unwissend zu stellen, er versucht nicht seine Sünde klein zu reden, oder Batseba in die Schuhe zu schieben! David bekennt seine Sünde – und benennt das, was ihm am meisten Problem bereitet: er hat gegen den HERRN gesündigt! Der Ehebruch und der Mord an Uria, sind schlimme Taten gegen die Gemeinschaft der Menschen, gegen Recht und Gesetz – aber sie sind vor allem – aus der Sicht Davids – Sünden gegen den Herrn der Welt! </span></span></p>



<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;">Dieses Bekenntnis seiner Verfehlung, rettet ihm das Leben – denn nach dem Gesetz hätte David sterben müssen! Sogar zweimal: einmal für den Ehebruch, einmal für den Mord! Doch statt David müssen Andere leiden: sein gemeinsames Kind mit Batseba soll sterben, seine Frauen öffentlich missbraucht werden, von jemandem aus seiner Familie. Die Bibel berichtet einige Kapitel später davon, dass sein eigener Sohn Absalom dies tun wird. Und, die dritte Vorhersage ist, dass einige Nachkommen Davids, werden einen grausigen Tod sterben.</span></span></p>



<h3 class="wp-block-heading">Gottes Gerechtigkeit</h3>



<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;">Was ist das für eine Gerechtigkeit? David selbst bleibt ungeschoren – David hat mit Batseba gesündigt – aber es stirbt das Kind und Davids Frauen werden öffentlich missbraucht?&nbsp; Das entspricht nicht unserer Gerechtigkeitsvorstellung! Auch nicht dem Bild, das wir von einem gerechten Gott haben. Ich bin da ja eher ein pragmatisch eingestellter Mensch und denke mir, dass Gott schon seine Gründe haben wir, so zu handeln. Trotzdem will ich kurz andeuten, wie ich die Strafen, die Gott durch Natan zu David spricht deute.</span></span></p>



<ol class="wp-block-list">
<li><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;">das was später Absalom, der Sohn Davids mit Davids Frauen tut und, dass er sich gegen seinen Vater auflehnt und ihn als König ablösen will, ist Folge dessen, wie David seine Sexualität gelebt hat, und seine Vaterschaft. Das kommt nicht einfach von oben herab – in dem Sinn, dass Gott dies in Absalom einpflanzt – auch wenn Natan sagt, dass Gott selber dafür sorgen wird, dass es so passiert – in Absalom sind die Grundlagen dafür längst geschaffen.</span></span></li>



<li><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;">dass einige Nachkommen Davids grausliche Tode sterben werden, ist auch schon vorprogrammiert. Durch Davids Vielweiberei werden unglaublich viele theoretische Thronfolger geboren. Dass es da zu Streiterei und Zwist kommt ist klar und die Menschen damals waren nicht zimperlich und somit auch die entsprechenden Gräultaten.</span></span></li>



<li><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;">der Tod des gemeinsamen Kindes von David und Batseba, begründet Nathan mit den Worten: </span></span><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;"><em>Doch wegen deiner Tat spotten die Feinde Gottes noch mehr über ihn(=Gott). Darum muss der Sohn, den Batseba dir geboren hat, sterben.&#8220;</em></span></span><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;"> Gott schenkt einem Kind das Leben – und nimmt es wieder – um seine Gerechtigkeit wieder herzustellen. Denn wenn Gott für ein Vergehen die Todesstrafe fordert, dann muss er dies auch vollziehen, sonst ist er ein zahnloser Gott – vor allem für die um Israel lebenden Völker. </span></span></li>
</ol>



<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;">Erst mit Jesus Christus ist diese Logik aufgehoben worden, doch bis zu diesem Ereignis dauert es ja noch knapp 1000 Jahre.</span></span></p>



<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;">Wie schon gesagt, das sind meine Erklärungen in aller Kürze! </span></span></p>



<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;">Doch nun zurück zu uns und der eigentlichen Geschichte! </span></span></p>



<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;">Im ersten Teil der Geschichte sollte David uns ein mahnendes Beispiel sein! Mahnend, dass wir nicht in die Sünde hineinschlittern, sondern ein Stoppschild setzten. Lassen wir uns nicht täuschen und uns nichts vor machen – wir haben immer eine Wahl, das Eine oder das Andere zu tun! Oder zu lassen! Ich kann nicht anders ist eine Lüge! Und denken wir auch daran, dass das was wir jetzt tun, Auswirkungen auf die Zukunft haben wird – weil wir durch unser Verhalten Dinge auslösen, die damit zusammen hängen.<br>Im zweiten Teil der Geschichte soll uns David ein leuchtendes Beispiel sein: wenn wir auf persönliches Versagen angesprochen werden, auf Sünde, Ungerechtigkeit… dann sollten wir sofort Buße tun und bekennen – und nicht uns rausreden, das Versagen klein reden, auf die Schuld der Anderen verweisen, oder denen die Schuld zuschieben…. wir haben nichts zu verlieren! Gott kennt alle unsere Sünden!</span></span></p>



<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;">Ich glaube, dass David seine Sünde so klar bekennen konnte, weil er eine gute Gottesbeziehung hatte und ihm diese Beziehung das wichtigste im Leben war. Als Nathan ihm seine Sünde gezeigt hat – hat er erkannt, dass er die Gottesbeziehung gefährdet hat, und das hat ihn zum sofortigen Umkehren bewogen. Seine Sünde war eine Last für ihn, und als sich die Möglichkeit bot, diese abzugeben, hat er es getan – und war bereit die Folgen dafür zu tragen! Das heißt im Umkehrschluss, je besser meine Gottesbeziehung ist, desto besser bin ich vor solchen Fehltritten geschützt und je wichtiger mir die Beziehung zu Gott ist, desto besser wird es mir gelingen, Fehlverhalten zu bekennen und von meinem Fehlverhalten umzukehren.</span></span></p>



<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;">Übrigens ist der nächste König von Israel ein gemeinsamer Sohn Davids und Batsebas. Und dieser Salomo taucht auch im Stammbaum Jesu auf! So zeigt uns die Geschichte auch: Gott schreibt auch auf krummen Linien gerade!</span></span></p>



<p><span style="font-family: Times New Roman, serif;"><span style="font-size: medium;">Amen</span></span></p>



<p>Foto von <a href="https://unsplash.com/@santesson89?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Andrea De Santis</a> auf <a href="https://unsplash.com/de/s/fotos/david?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Unsplash</a></p>
<div>1&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;2.Mose 20, 14</div><div>2&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;2.Mose 20, 17</div>]]></content:encoded>
					
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