<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Bibel &#8211; jesus-follower.xyz</title>
	<atom:link href="https://jesus-follower.xyz/tag/bibel/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://jesus-follower.xyz</link>
	<description>Predigten, Impulse und andere Inhalte von Verkündigung</description>
	<lastBuildDate>Sun, 08 Feb 2026 10:07:08 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.1</generator>

<image>
	<url>https://jesus-follower.xyz/wp-content/uploads/2022/04/logoohneuntertextklein_bearbeitet-1-150x150.jpg</url>
	<title>Bibel &#8211; jesus-follower.xyz</title>
	<link>https://jesus-follower.xyz</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Die Bibel &#8211; Gottes Wort in Menschen Wort &#8211; was bedeutet das eigentlich? Und welche Relevanz hat das für mein Leben?</title>
		<link>https://jesus-follower.xyz/die-bibel-gottes-wort-in-menschen-wort-was-bedeutet-das-eigentlich-und-welche-relevanz-hat-das-fuer-mein-leben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[andreas_jesus-follower_admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Feb 2026 10:07:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bibelgelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Christentum]]></category>
		<category><![CDATA[Predigt]]></category>
		<category><![CDATA[Bibel]]></category>
		<category><![CDATA[Bibel Lesebrille]]></category>
		<category><![CDATA[Bibelverständnis]]></category>
		<category><![CDATA[gottes wort in menschen wort]]></category>
		<category><![CDATA[historisch-kritisch]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://jesus-follower.xyz/?p=1721</guid>

					<description><![CDATA[Was macht die Bibel für diese Christen so wertvoll, dass sie bereit sind ihr Leben dafür aufs Spiel zu setzen? 
Die Antwort ist einfach: Sie sind der Überzeugung, dass die Bibel das Wort Gottes ist. Sie sind der Überzeugung, dass die Bibel sagt, was Gottes Wille ist und wie er möchte, dass wir als Christen, als Nachfolger Jesu leben.
und deshalb sind sie bereit ihr leben dafür aufs Spiel zu setzen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe title="Predigt Bibelverständnis" width="640" height="360" src="https://www.youtube.com/embed/Zvyd1R4naUU?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
</div></figure>



<p>Predigt @home am Samstag 07.02.2026</p>



<p>Aus einem Bericht von Open Doors: Ein Ort im Irak. Ein 9 jähriges Mädchen presst ein Buch auf seine Brust und sagt mit fester Stimme: „Ohne meine Bibel geh ich nicht von hier weg“. Die Eltern, irakische Christen wissen nicht was sie tun sollen. Sollten sie bei Ihrer Flucht angehalten und durchsucht werden, könnte diese Bibel sie alle das Leben kosten. Sie beten gemeinsam um Gottes Schutz. Dann entscheiden sie, dass das Kind die Bibel mitnehmen darf.</p>



<p>Menschen riskieren ihr Leben nur um eine Bibel mit zu nehmen. Wie absurd ist diese Geschichte die ich gerade erzählt habe, für Dich? Während in Deutschland und vielen anderen Ländern die Bibeln im Regal verstauben – die Menschen zwei oder mehr Bibel haben, aber keine davon lesen – gibt es für Christen in einigen Ländern, nichts wertvolleres als eine Bibel zu besitzen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Was macht die Bibel für diese Christen so wertvoll, dass sie bereit sind ihr Leben dafür aufs Spiel zu setzen?</h3>



<p>Die Antwort ist einfach: <strong>Sie sind der Überzeugung, dass die Bibel das Wort Gottes ist. Sie sind der Überzeugung, dass die Bibel sagt, was Gottes Wille ist und wie er möchte, dass wir als Christen, als Nachfolger Jesu leben.</strong><br>und deshalb sind sie bereit ihr leben dafür aufs Spiel zu setzen.</p>



<p>Die Meinungen über die Bibel sind sehr vielfältig. Für manche Menschen ist die Bibel, ein „Buch mit sieben Siegeln“. Unverständlich und missverständlich. Für manche ist die Bibel ein Märchenbuch. Für andere ein großartiges literarisches Werk. Wieder andere sehe in der Bibel, das unabänderliches Wort Gottes. Es gibt Menschen, die durch das Lesen der Bibel zum Glauben gekommen sind. Und es gibt Menschen, die schockiert sind, welche Brutalität dort gerechtfertigt wird.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Warum ist das so, dass die Bibel so unterschiedlich gelesen oder wahrgenommen wird?</h3>



<p>Aus meiner Sicht, gibt es da zwei wesentliche Punkte.<br>1. mit welcher Brille lese ich die Bibel. Als literarisches Werk, als Märchenbuch, als Glaubenszeugnis von Menschen, die etwas mit Gott erlebt haben, als Gottes Wort in Menschen Wort oder als Wort für Wort eingegebenes Reden Gottes<br>2. lese ich die Bibel, mit dem Heiligen Geist oder ohne ihn – dazu komme ich später nochmals.</p>



<p>Es ist gut, wenn wir als Mitarbeitergemeinde wissen, mit welcher Brille wir die Bibel lesen, denn das sagt etwas darüber aus, wie wir sie interpretieren und auslegen wollen. Sonst lesen wir das Gleiche und verstehen es völlig unterschiedlich oder wir verwenden wir u.U. die gleichen Worte, aber meinen völlig unterschiedliche Dinge.</p>



<p>Deshalb haben kluge Menschen in unserem Grundverständnis der MAG formuliert, wie wir die Bibel als MAG verstehen wollen. Dort steht:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Wir verstehen die Bibel als Gottes Wort, vom Heiligen Geist inspiriert und von Menschen geschrieben (Gottes Wort im Menschen Wort). Dabei benutzte Gott die Intelligenz, die Individualität, den literarischen Stil und die persönlichen Gefühle der menschlichen Verfasser.</p>



<p>In der Bibel begegnen wir Jesus Christus als dem end-gültigen Wort Gottes.</p>



<p>Die Bibel ist für uns der verbindliche Maßstab unseres Glaubens. An ihr wollen wir unser Leben ausrichten. Unsere Verkündigung und alles aktuelle Reden Gottes heute (prophetische Aspekte) sind an ihr zu überprüfen. Es gibt keine Offenbarung Gottes über die Bibel hinaus.</p>



<p>Wie die Schreiber der biblischen Bücher auf die Leitung des Hl. Geistes angewiesen waren, so sind auch wir es beim Lesen der Bibel.</p>



<p>Die zentrale Mitte des Neuen Testamentes ist Jesus Christus. Von ihm aus erschließt sich uns die ganze Bibel.</p>
</blockquote>



<p>richtig gut formuliert finde ich das.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>im Grundverständnis wird festgehalten, wie wir gemeinsam die Bibel lesen, auslegen und verstehen wollen.</li>



<li>mit diesem Bibelverständnis, also dem Gottes Wort in Menschen Wort, bewegen wir uns zwischen rein historisch-kritischem Bibelverständnis, in dem z.B. Wunder nicht möglich sind, und damit auch keine leibliche Auferstehung, und einem Verständnis der Bibel als verbal-inspiriert, was bedeutet, dass jedes Wort genau die Bedeutung hat, und so verstanden werden muss, wie es dasteht. Unabhängig von der Situation in der es hinein gesprochen wurde.</li>
</ul>



<p>Ich erkläre das später noch etwas genauer, inkl. Beispiel.</p>



<p>Soweit so gut, aber </p>



<h3 class="wp-block-heading">Wie sind wir eigentlich dazu gekommen, dass wir als MAG die Bibel so lesen, auslegen und verstehen wollen, wie wir es im Grundverständnis festgehalten haben? </h3>



<p>Dazu drei Punkte:</p>



<ol class="wp-block-list">
<li>Jesus selber hält die Bibel für vertrauenswürdig</li>



<li>Zuverlässigkeit der biblischen Aussagen</li>



<li>Statistik</li>
</ol>



<ol class="wp-block-list">
<li>Jesus selbst hält die Bibel für vertrauenswürdig und gültig:</li>
</ol>



<ul class="wp-block-list">
<li>in Lukas 17,26–32: spricht Jesus über Noah und Lot als historische Personen und Ereignisse: <em>„In den Tagen, in denen der Menschensohn kommt, wird es sein wie in den Tagen Noahs.[…] Es wird auch sein wie in den Tagen Lots. …“ </em>Jesus geht davon aus, dass Noah und Lot gelebt haben und das was in den Schriften erzählt wird, historische Erzählungen sind.</li>



<li>in Matthäus 5,17–18, sagt Jesus: <em>„Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz oder die Propheten außer Kraft zu setzen. Ich bin nicht gekommen, um außer Kraft zu setzen, sondern um zu erfüllen. Denn ich sage euch: Solange Himmel und Erde nicht vergehen, wird auch kein einziger Buchstabe und nicht ein einziges Strichlein vom Gesetz vergehen; alles muss sich erfüllen.“</em> Jesus betont hier die unveränderliche Gültigkeit der Schrift. (Gesetz meint nicht nur die 10 Gebote, sondern einen großen Teil dessen, was wir heute als Altes Testament bezeichnen)</li>



<li>in Johannes 10,35: sagt Jesus wortwörtlich<em> „…und was die Schrift sagt, ist unumstößlich!“</em> Jesus sagt also, dass die Schrift, die hebräische Bibel eine unfehlbare Autorität hat.</li>



<li>es gibt noch weitere Bibelstellen, die das unterstreichen</li>
</ul>



<p><strong>Wir halten fest: Jesus versteht die hebräische Bibel als belastbares geschichtliches Zeugnis, wahrer Ereignisse!</strong></p>



<p>Ich komme zu</p>



<p>2. Zuverlässigkeit der biblischen Aussagen</p>



<p>Vorweg: Keine einzelne der folgenden Aussagen, „beweist“ die Bibel. Aber – und ich kratze mit dem was ich nun sage nur an der Oberfläche, im Gesamtzusammenhang zeigt sich, dass es kein vergleichbares „Geschichtsbuch“ gibt, dass auch nur ansatzweise ähnlich vertrauenswürdig ist, wie die Bibel.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Textkritik: In Qumran wurde ein Jesaja Text gefunden, der etwa 1000 Jahre älter war, als der bis dahin älteste Jesaja Text. Man hat diese miteinander verglichen und festgestellt, dass der hebräische Bibeltext über diese knapp 1000 Jahre sehr stabil überliefert wurde. 95% sind identisch. Unterschiede bestehen in unterschiedlichen Schreibweisen und auch kleine Schreibfehler. Der Sinn des Textes dagegen ist unverändert.</li>



<li>Es gibt zahlreiche archäologische Funde, die beweisen, dass die geschichtlichen Aussagen der Bibel korrekt sind. z.B. die sog. Tel-Dan-Stele, die einen „König aus dem Haus Davids“ belegt, und auch den Zeitraum bestätigt, in der David nach biblischem Zeugnis gelebt hat. Nur ein Beispiel, es gibt viele weitere, die die Zuverlässigkeit der biblischen Überlieferungen unterstreichen.</li>



<li>Details, die man lieber nicht erzählen würde. wie z.B. das Versagen der Jünger, oder dass die ersten Zeugen der Auferstehung Frauen sind. Diese Punkte sprechen dafür, dass es Erinnerungen sind und keine Konstruktionen. Sonst hätte der Erzähler es anders dargestellt.</li>



<li>Die Bibel entstand über einen Zeitraum von ~1500 Jahre, und beinhaltet viele literarische Gattungen und hat mehr als 40 verschiedene Autoren. Trotzdem zeigt sich in der Bibel eine durchgehende, sich entwickelnde Heilsgeschichte (von Schöpfung–Sünden-Fall–Verheißung der Rettung –Erfüllung der Rettung in Jesus –Hoffnung auf eine zukünftige Welt). Dies spricht sehr stark für einen Meta-Erzähler. Jemanden, der im Hintergrund den Überblick behält.</li>
</ul>



<p><strong>Wir halten fest: es gibt sehr viele Indizien, die beweisen, dass die Bibel und die dort geschilderten Ereignisse, vertrauenswürdig sind.</strong></p>



<p>3. Statistik</p>



<p>über 300 Textstellen aus dem alten Testament, finden sich im Leben Jesu wieder. Statistiker wie Peter Stoner haben berechnet, dass die Wahrscheinlichkeit, dass nur 8 dieser Prophezeiungen zufällig in einer Person erfüllt werden, bei 1 zu 10¹⁷ liegt. Bei 48 Prophezeiungen steigt die Wahrscheinlichkeit auf 1 zu 10¹⁵⁷. Wer möchte kann ausrechnen, welche Zahl bei 300 erfüllten Prophezeiungen herauskommt. </p>



<p><strong>Wir halten fest, die Statistik spricht klar dafür, dass die in der Bibel beschriebenen Ereignisse und Aussagen, nicht zufällig sind.</strong></p>



<p>Ich wiederhole:<br>• Jesus versteht die hebräische Bibel als belastbares geschichtliches Zeugnis, wahrer Ereignisse!<br>• es gibt sehr viele Indizien, die beweisen, dass die Bibel und die dort geschilderten Ereignisse, vertrauenswürdig sind.<br>• die Statistik spricht klar dafür, dass die in der Bibel beschriebenen Ereignisse und Aussagen, nicht zufällig sind</p>



<p><strong>Wir halten insgesamt fest: die Bibel ist sehr vertrauenswürdig und hat dadurch einen hohen Anspruch auf Autorität.</strong></p>



<p>Was bedeutet es denn nun konkret, Gottes Wort in Menschen Wort, also wenn wir die Bibel so verstehen, wie es in unserem Grundverständnis dargelegt ist?</p>



<p>Vorhin habe ich kurz vom historisch-kritischen und verbal-inspirierten Bibelverständnis gesprochen. und dass wir uns mit unserem Bibelverständnis Gottes Wort in Menschen Wort, dazwischen bewegen.<br>Es ist gut sich das kurz im Überblick anzuschauen.</p>



<p>Wer <strong>historisch-kritisch</strong> die Bibel liest, der nimmt Geschichte, Kontext und auch die literarische Gattung sehr ernst. Es gibt keine Wunder, d.h. diese sind im übertragenen Sinn zu verstehen. Es gibt damit auch keine Auferstehung. Die biblischen Texte sind in diesem Fall Zeugnisse des Glaubens. Sie sind keine Berichte von historischen Ereignissen.</p>



<p>Wer die Bibel mit dem Verständnis <strong>Gottes Wort in Menschen Wort</strong> liest, der nimmt sowohl die Bibel als Wort Gottes ernst, weiß aber auch um die Individualität der Autoren, und dass ihre Persönlichkeit in das was sie aufgeschrieben haben mit eingeflossen ist. Wunder und damit die Auferstehung Jesu sind möglich. Und in der Bibel finden sich viele tatsächliche historische Ereignisse, die von Menschen aufgeschrieben worden unter Mitwirkung des Heiligen Geistes.</p>



<p>Wer in der Bibel das <strong>verbal-inspirierte Wort Gottes</strong> sieht, der hat ein sehr starkes Vertrauen in die Autorität der Bibel. Alles ist 1:1 so passiert, wie es in der Bibel berichtet wird. Die Situation, des Textes, geschichtlich oder kulturell ist nicht so wichtig. Denn: Gott hat den Autoren Wort für Wort eingegeben, was sie schreiben sollen.</p>



<p>Wichtig: es gibt auch innerhalb der jeweiligen Bibelverständnisse durchaus Unterschiede. In meinen Beispielen, verwende ich aber sozusagen eine Art „Reinform“.</p>



<p>Ein Beispiel um es etwas zu veranschaulichen, was das jeweilige Bibelverständnis für einen Bibeltext bedeuten kann.</p>



<p>Die Schöpfungsgeschichte <a href="https://www.bibleserver.com/NG%C3%9C.MENG.LUT/1.Mose1">(1. Mose 1+2)</a></p>



<p><strong>→ historisch-kritisch</strong>: mythische/ symbolische Erzählung ohne naturwissenschaftliche Fakten. Die eigentliche Aussage ist: Gott ist der Schöpfer, die Welt ist kein Zufall.<br><strong>→ verbal-inspiriert</strong>: In sechs mal 24 Stunden hat Gott die Welt erschaffen. Die Erde ist nur ca. 10000 Jahre alt. Die Jahreszahlen in der Chronologie von Adam bis Abraham dienen als Berechnungsgrundlage.<br><strong>→ Gottes Wort in Menschen Wort</strong>: Glaube, dass es möglich ist, dass Gott in sechs mal 24 Stunden die Welt erschaffen hat. Aber nicht unbedingt, dass er es so gemacht haben muss. Aber er kann durch sein Wort „erschaffen“!</p>



<p>Das Beispiel habe ich jetzt sehr holzschnittartig erklärt. Es gibt einen KG Abend, in dem ihr euch damit intensiver beschäftigen könnt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Wichtig ist auch, was ändert sich denn an meiner Glaubenspraxis, wenn ich die Bibel mit einer bestimmten Brille lese? </h3>



<p>Das möchte ich kurz am Beispiel Gebet verdeutlichen.</p>



<p><strong>Historisch-kritisch:</strong><br>Gebet verändert den Beter: Es klärt Gedanken, stärkt Haltung und macht handlungsfähig, weil sich der Blick verändert. – keine Erwartung von Gottes Eingreifen.</p>



<p><strong>Verbal-inspiriert:</strong><br>Gebet verändert auch die Situation: Im Glauben an wörtliche Verheißungen wird Gottes Eingreifen erwartet und teilweise auch eingefordert. Die innere Haltung des Glaubens wird als Schlüssel angesehen.</p>



<p><strong>Gottes Wort in Menschenwort:</strong><br>Gebet verändert Beter und u.U. auch die Situation: Es geht um Beziehung zu Gott. Und in dieser vertrauensvollen Beziehung wirkt Gott wie es ihm gefällt. Er kann eingreifen, tut es aber nicht immer. Und das Eingreifen Gottes ist nicht immer so wie erwartet oder erwünscht, aber so, dass ER zu seinem Ziel kommt.</p>



<p>Ich komme zum nächsten Punkt.</p>



<p>Nun kommt es in der Bibel vor, dass z.B. in den Evangelien unterschiedliche Varianten eines Ereignisses erzählt werden. </p>



<h3 class="wp-block-heading">Wie gehen wir damit um, dass in der Bibel teilweise unterschiedliche Varianten eines Ereignisses erzählt werden?</h3>



<ul class="wp-block-list">
<li>Manche Unterschiede erklären sich u.U. daraus, dass es unterschiedliche Ereignisse sind.
<ul class="wp-block-list">
<li>Beispiel: In allen vier Evangelien wird von einer Salbung Jesu erzählt. Lukas erzählt davon, dass die Füsse gesalbt werden und es eine sündige Frau ist. Markus und Matthäus erzählen von einer Salbung am Kopf, nennen nur eine Frau als ausführende und bei Johannes ist es Maria, die Schwester von Lazarus, die Jesu Kopf salbt. Wenn man genau hinschaut, dann wird klar: Es sind mindestens zwei, vielleicht sogar drei unterschiedliche Ereignisse die hier ähnlich erzählt werden.</li>
</ul>
</li>



<li>Manche Unterschiede lassen sich erklären, weil die Erzähler unterschiedliche Perspektiven einnehmen und unterschiedliche Zielgruppen vor Augen haben. In diesem Fall sind die Unterschiede vor allem theologische Akzente, oder dem Vorwissen, oder Nichtwissen der Leserschaft zu tun.
<ul class="wp-block-list">
<li>Beispiel: Die Evangelien erzählen alle das Leben und Sterben Jesu. Aber jedes hat einen besonderen Blickwinkel darauf. Das liegt daran, dass sie für unterschiedliche Zielgruppen geschrieben wurden. Und es liegt natürlich auch an den Autoren. Jeder von ihnen hat seine individuelle Sicht darauf, was bei Jesus besonders wichtig ist. Klar ist aber auch, dass die Evangelien sich in ihren Grundaussagen in keiner Weise widersprechen.</li>
</ul>
</li>



<li>Manche Unterschiede sind kulturelle und / oder sprachliche Besonderheiten. 
<ul class="wp-block-list">
<li>Wie wir heute ein Ereignis erzählen und wie die Menschen zur Zeit Jesu erzählt haben, kann sehr unterschiedlich sein. In der sog. semitischen Erzählweise ist die Bedeutung von Zahlen nicht immer numerisch, sondern häufig symbolisch. d.h. drei Tage sind nicht unbedingt 72 Stunden, sondern können auch einfach eine kurze Zeit bezeichnen.</li>



<li>Wir denken Ereignisse chronologisch, also in der zeitlichen Reihenfolge. Semitisch denkt viel stärker in Inhalten, d.h. es wird das zusammen gefasst, was inhaltlich zueinander passt.</li>
</ul>
</li>
</ul>



<p>Sehr komplex und spannend. Dazu hab ich einen KG Abend zusammen gestellt.</p>



<p><strong>Trotzdem wird es so sein, dass wir zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen, was die Bibel sagt, auch wenn wir grundsätzlich sagen, die Bibel ist Gottes Wort in Menschen Wort.<br>Warum ist das so?</strong></p>



<p>Zunächst einmal:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>das ist normal – und nicht anders zu erwarten. Jeder von uns legt die Bibel, auch wenn wir die gleiche Brille aufziehen, auch aufgrund von Erfahrungen, Lebensereignisse oder sonstigen Prägungen aus. Im Bild könnte man sagen, wir sehen unterschiedlich, selbst bei gleicher Brille. Man könnte vielleicht sagen, unsere Brillengläser fokussieren unterschiedlich. Und deshalb kommen wir auch teilweise zu unterschiedlichen Ergebnisse.</li>



<li>WICHTIG: Jesus ist das endgültige Wort Gottes – wir glauben an IHN, nicht an die Bibel. Jesu Autorität ist absolut und die Bibel ist eine Ableitung von dieser absoluten Autorität Jesu. Und unser Verständnis der Bibel oder unsere Interpretation ist wiederum eine Ableitung davon.</li>
</ul>



<ol class="wp-block-list">
<li>Autorität = Jesus = absolut</li>



<li>Autorität = Bibel</li>



<li>Autorität = unsere Überzeugung</li>



<li>Autorität = dreimal abgeleitet die Interpretation/ Predigt</li>
</ol>



<p> je mehr wir von Jesus von der absoluten Autorität Jesu entfernen, desto größer ist die Vielfalt der Meinungen auch unter uns</p>



<p>Vieles von dem was ich gesagt habe, waren jetzt Indizien oder Erklärungen. Es war der Versuch, intellektuell zu argumentieren und verständlich zu machen, wie das mit der Bibel ist. Nun kommt aber das letztlich entscheidende, das ich bereits am Anfang erwähnt habe: </p>



<h3 class="wp-block-heading">Es kommt drauf an, dass wir beim Lesen der Bibel, dem Heiligen Geist Raum geben, dass ER uns Verständnis gibt und hilft die Bibel so zu verstehen, wie Gott will, dass wir sie verstehen.</h3>



<p>Damit der HG diesen Raum bekommt, uns die Bibel erklären zu können ist wichtig, dass wir</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>darum bitten, dass uns der Heilige Geist uns die Bibel erklärt</li>



<li>unverständliche oder mir nicht genehme Aussagen nicht weg argumentieren und auch nicht sagen: das kann nicht sein, da muss der Erzähler was falsches geschrieben haben.
<ul class="wp-block-list">
<li>Beispiel: Befehl Ehebrecher (Mann und Frau) zu steinigen. (<a href="https://www.bibleserver.com/NG%C3%9C.MENG.LUT/5.Mose22%2C22">5.Mose 22,22</a>). </li>



<li>ich kann diese Textstelle weg argumentieren, indem ich sage: das ist nicht mehr zeitgemäß! Das sollte ich aber nicht tun, </li>
</ul>
</li>



<li>sondern
<ul class="wp-block-list">
<li>erst mal selbst-kritisch fragen: wessen Maßstab ist entscheidend? Meiner oder Gottes? also im Beispiel, wenn Gott das wirklich gesagt haben sollte, dass Menschen, die Ehebruch begangen haben, gesteinigt werden soll, könnte ich das dann akzeptieren? oder nicht? Muss sich Gott an meine Wertvorstellungen anpassen? Oder geht es darum, mehr und mehr Gottes Wertvorstellungen anzunehmen?</li>



<li>dann im Licht Jesu betrachten. Jesus zeigt uns, wie Gott ist.
<ul class="wp-block-list">
<li>im Beispiel Ehebruch: ihr kennt die Geschichte, wo die Ehebrecherin vor Jesus gebracht wird und die Leute ihn fragen, ob sie tun sollen, was Mose geboten hat. Sie steinigen. Am Ende rechtfertigt Jesus ihren Ehebruch nicht. Aber er verurteilt sie auch nicht, sondern sagt zu ihr: „Sündige in Zukunft nicht mehr!“</li>
</ul>
</li>
</ul>
</li>



<li>leider löst sich eine Fragestellung nicht immer so gut auf. Wenn das der Fall ist, dann sollte ich akzeptieren: <strong>ich muss und kann nicht alles verstehen und kann und muss auch nicht immer Gottes Wege/ Entscheidungen verstehen.</strong></li>



<li>was unverständlich bleibt oder mir weiterhin nicht in mein Gottesbild passt: stehen lassen und mit Gott darüber ins Gespräch kommen.</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">Ich komme zum Schluss</h3>



<p><strong>Die Bibel hat für jeden Menschen, der Jesus nachfolgen will, höchste Relevanz.</strong> Das geht gar nicht anders. Denn die Bibel ist die einzige Quelle, aus der wir erfahren können, wer Gott ist!<br>Wir glauben an Jesus, als das lebendige Wort Gottes. Die Bibel ist die erste Ableitung dieses Wortes.<br>In der Bibel erfahren wir, oder können wir nachlesen, wie Gott ist. In dem was Menschen aufgeschrieben haben, in dem was die Bibel über das Leben und Wirken Jesu erzählt.<br>Und wenn wir etwas genauer hinschauen, dann wird klar. Dieser Jesus ist Liebe. Aber er ist auch Gerechtigkeit. Dieser Jesus ist Barmherzigkeit, aber er ist auch Wahrheit. Und ich bleibe jetzt mal bei diesen vier Begriffen, auch wenn sie natürlich nur einen Teilaspekt Jesu zeigen.<br>Dieser Jesus ist Liebe, Barmherzigkeit, Gerechtigkeit und Wahrheit. Zwischen diesen vier Begriffen besteht eine Spannung, die sich nicht einfach auflöst: Liebe und Barmherzigkeit neigen zur Vergebung, während Gerechtigkeit und Wahrheit Strenge und Klarheit fordern. Jesus verkörpert diese Spannung. Besonders deutlich wird das am Kreuz, wo Gottes Gnade und Wahrheit sich begegnen, ohne dass sie sich gegenseitig aufheben.</p>



<p>Und auch wir sollten diese Spannung nicht auflösen, können es auch gar nicht.<br>Wenn wir von dieser Spannung wissen und im Hinterkopf haben dass es sie gibt, dann können wir auch eher unterschiedliche Meinungen oder Interpretationen akzeptieren. Es kann sein, dass die andere Meinung oder Interpretation einen anderen Aspekt betont, als ich das tue! Und das darf so sein. Mehr noch, es ist manchmal sogar gut so, denn es ergänzt meine eigene Wahrnehmung von Jesus. Aber das auszuführen, ist eine eigene Predigt.</p>



<p>Und wir sollten noch bedenken, ob das über das wir streiten, tatsächlich den Streit wert sind. Prio eins ist, was die Bibel über Jesus aussagt und über den Erlösungsplan Gottes für uns Menschen. Alles andere ist zweit oder drittrangig.</p>



<p>Amen</p>



<p>Zwei Fragen für eine kurze Zeit der Stille:<br>Welchen Stellenwert hat die Bibel gerade in meinem Leben?<br>Welchen will ich ihr geben?</p>



<p>Blogpost Foto von <a href="https://unsplash.com/de/@aaronburden?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Aaron Burden</a> auf <a href="https://unsplash.com/de/fotos/schwarzes-buch-auf-grauem-holztisch--uj3Y7r1BeM?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Unsplash</a></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Am Aschermittwoch ist alles vorbei!</title>
		<link>https://jesus-follower.xyz/am-aschermittwoch-ist-alles-vorbei/</link>
					<comments>https://jesus-follower.xyz/am-aschermittwoch-ist-alles-vorbei/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Peschke]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Feb 2015 15:00:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Christentum]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Predigt]]></category>
		<category><![CDATA[Bibel]]></category>
		<category><![CDATA[Christliches Fasten]]></category>
		<category><![CDATA[Fasching]]></category>
		<category><![CDATA[Fasten]]></category>
		<category><![CDATA[Fasten vor Ostern]]></category>
		<category><![CDATA[Fasten vor Weihnachten]]></category>
		<category><![CDATA[geistliche Waffe]]></category>
		<category><![CDATA[Karneval]]></category>
		<category><![CDATA[Ramadan]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://peschie1967.wordpress.com/?p=611</guid>

					<description><![CDATA[Vor kurzem habe ich eine Predigt wieder entdeckt, die ich 1997 im damaligen Jugend-Gottesdienst des CVJM Esslingen gehalten haben. Das Thema war: „Am Aschermittwoch ist alles vorbei“ und es ging um die Frage, inwieweit Fasten für Christen relevant ist. Weil...]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Vor kurzem habe ich eine Predigt wieder entdeckt, die ich 1997 im damaligen Jugend-Gottesdienst des CVJM Esslingen gehalten haben. Das Thema war: „Am Aschermittwoch ist alles vorbei“ und es ging um die Frage, inwieweit Fasten für Christen relevant ist. Weil ich das Thema wichtig finde, habe ich mich entschlossen, die Predigt leicht überarbeitet hier in meinem Blog zu veröffentlichen. Ich hoffe sie ist ermutigend und hilft, Fasten wieder etwas stärker in den Fokus zu rücken.</p>



<p><strong>Predigt zum Jugo am 9.Februar 1997 &#8211; Esslingen</strong></p>



<p>Auf den Einladungszetteln für diesen JUGO stand als Angabe des Themas: „Am Aschermittwoch ist alles vorbei!“ &#8211; habt ihr euch schon mal überlegt, was das bedeutet?</p>



<p>Zunächst denk ich daran, und vermutlich geht es euch ähnlich, dass der Fasching und damit eine wilde Zeit zu Ende geht – auch wenn Fasching in Esslingen, nur sehr wenig einer wilden Zeit entspricht.</p>



<p>Es ist damit aber noch etwas anderes gemeint.</p>



<p>Nämlich, das übermäßige Genießen und grenzenloses Feiern hat ein Ende, es beginnt die Zeit des Fastens. Dem Fasching folgt eine Zeit des Verzichtens, die bis Ostern dauert, so zu sagen im Gedenken an die Leidenszeit Jesu. Und weil die Fastenzeit beginnt, hat man davor noch mal so richtig reingehauen.</p>



<p><strong>Und das ist unser eigentliches Thema heute: Fasten!</strong></p>



<p>Wenn man heute Menschen fragt, was sie über das Fasten denken, dann wird deutlich dass nur noch wenige überhaupt etwas damit anfangen können. Für ein paar wenige, strenge Katholiken ist es eine extrem harte Zeit ist, während der Fastenzeit vor Ostern z.B., auf Fleisch oder Alkohol verzichten zu „müssen“. Wobei „müssen“ falsch ist – aber dazu später. Für andere ist es unvorstellbar zu fasten. Bei einigen löst diese Vorstellung Angst aus. Wieder andere sehen Fasten als etwas mystisches, mit dem nur geistliche Höhenflieger zu tun haben.</p>



<p>Es ist ein Ziel dieser Predigt, dass wir Fasten anders verstehen. Dass es weder angebracht ist, Angst vor dem Fasten zu haben, noch es als etwas mystisches zu begreifen. Meine Hoffnung ist, dass wir alle Fasten vielmehr als eine Idee Gottes lernen zu sehen. Eine Idee, der es sich lohnt nachzudenken.</p>



<p>Als Christen ist für uns relevant, was die Bibel, was Jesus zum Thema Fasten sagt. Im Matthäusevangelium Kapitel 6, Vers 16 sagt Jesus zu seinen Jüngern: <em>„Wenn ihr aber fastet&#8230;“ </em>&#8211; das „wenn“ bedeutet schlicht und ergreifend, dass Jesus davon ausgeht, dass seine Jünger immer wieder Zeiten haben in denen sie fasten. Nicht nur die Leiter, oder die von Gott besonders berufen sind, sondern alle Jünger Jesu, alle Gläubigen, alle Christen. Jesus nimmt das Fasten als etwas Selbstverständliches hin, und nicht als eine besondere geistliche Übung. Wir müssen uns im Klaren sein, dass z.Zt. Jesus alle Gläubigen gefastet haben.</p>



<p>Wir werden im Folgenden sehen, dass Fasten im christlichen Leben wichtig ist. Oder zumindest wichtiger, als die meisten von uns bisher erkannt oder auch nur geahnt haben. Obwohl Fasten kein Hauptthema der Bibel ist, kein Fundament, kein Allheilmittel für geistliche oder andere Probleme. Es ist auch nicht Heils notwendig zu fasten. Mit Heils notwendig meine ich, dass es nicht so ist, dass nur wer fastet ewiges Leben haben könnte. Aber ein Fasten, das mit einem reinen Herzen und mit den richtigen Motiven praktiziert wird, kann zu einer geistlichen Waffe werden. Einer geistlichen Waffe, sogar Dinge zu verändern, die man für unveränderbar gehalten hat.</p>



<p>Damit habe ich schon ein klein wenig meinen Ausführungen vorgegriffen. Ich werde nun im folgenden vier Punkte über das Fasten ausführen:</p>



<p><strong>1. Situation</strong><br>Fasten ist in den letzten 150Jahren aus der Mode gekommen &#8211; zumindest hier in den Kirchen Deutschlands. Der Gedanke zu Fasten ist den meisten Christen fremd. Es gibt da zwar noch einige Überbleibsel, d.h. übrig gebliebene Traditionen, wie Z.B. am Freitag kein Fleisch zu essen. Aber im Prinzip meint die Mehrheit, dass Fasten etwas ist, das auf fanatische, extreme Gläubige beschränkt ist. Wenn wir zurückblicken, dann war es so, dass die ersten Christen jeden Mittwoch und Freitag fasteten, und zusätzlich noch spezielle Fastenzeiten hatten, wie z.B. vor Ostern. Viele Christen der ersten Jahrhunderte, waren arme Leute die es sich nicht leisten konnten auf den Lohn eines Tages zu verzichten. Heute aber meinen wir, wer fastet könnte sein Tagespensum nicht mehr erfüllen. Während unsere Gesellschaft am Essen und Trinken krank wird, meinen wir, fasten mache krank – oder zumindest Leistungsunfähig.</p>



<p>Uns Christen ist mit dem Fasten etwas verloren gegangen, das sich lohnt wieder zu entdecken. Denn Fasten kann unser geistliches Leben reicher machen. Für viele Muslime ist ihr Fasten während des Fastenmonats Ramadan eine Selbstverständlichkeit – und das sollte es auch für uns Christen wieder werden. Auch wenn das Fasten als Christ sich natürlich deutlich von dem eines Muslims unterscheidet.</p>



<p><strong>2. Warum denn fasten oder: was bringt&#8217;s?</strong><br>Eigentlich ist diese Überschrift falsch, denn wir werden noch sehen, dass beim Fasten mit<br>den „richtigen“ Motiven das „was bringt&#8217;s“ nur eine untergeordnete Rolle spielt. Trotzdem<br>gehören diese beiden Fragen zusammen, denn es liegt in unserer Natur, so zu fragen.</p>



<p>Man kann aus ganz verschiedenen Gründen fasten.</p>



<p>a) Das heute bekannteste ist vermutlich das sogenannte Heilfasten.<br>Es hat einfach den Zweck, den Körper von Stoffen zu reinigen, die ihm Schaden oder belasten. In diesem Fall dient also fasten dazu, gesünder zu leben. In der Regel tut man in dies allerdings nicht während der Arbeitszeit, sondern nimmt dazu Urlaub.</p>



<p>b) Ein anderes Fasten, das viele von uns unbewusst kennen, ist das Fasten bei einer Krankheit. Es handelt sich dabei oft um eine Reaktion des Körpers, der keinen Appetit produziert, oder sogar unfähig ist etwas aufzunehmen. Während dies bei Kleinkindern, oder bestimmten Krankheiten wie Z.B. wenn jemand Zucker hat, gefährlich ist, dient es dem Körper ansonsten oftmals, ähnlich wie Fieber, zur Bekämpfung der Krankheitserreger. Selbstverständlich kann dies auch bewusst gewählt werden. Plutarch, ein Geschichtsschreiber im 1.Jhdt.n.Chr., schreibt dazu: &#8222;Statt Medikamente zu nehmen, faste einen Tag lang.&#8220;<br>Na, wenn wir das beherzigen würden, das wäre mal eine Gesundheitsreform!</p>



<p>c) Noch ein anderes Fasten ist das unfreiwillige Fasten. Dies ist dann der Fall, wenn jemand aus finanziellen Gründen, oder sonstigen nicht von ihm weiter zu beeinflussenden Gründen nichts essen kann. Dies dient also z.B. zur finanziellen Gesundung.</p>



<p>Die bisher aufgezählten Formen des Fastens sind keineswegs christlich, sondern werden von den unterschiedlichsten Menschen ausgeübt, Heilfasten z.B. findet in der modernen Medizin immer stärkere Beachtung.</p>



<p><strong>Was ist denn nun das speziell christliche Fasten?</strong><br>Das speziell christliche Fasten, ich nenne es mal „das geistliche Fasten“, ist das Fasten eines Christen, weil er erkennt: Gott möchte, dass ich faste. Es ist das Fasten, weil Gott es möchte.</p>



<p>Wir Christen fasten also dann, wenn wir glauben, dass Gott es von uns möchte. Was mir bei diesem: „wenn Gott es möchte“ wichtig ist, ist folgendes: es soll euch frei machen. Frei von jeglichem Druck, fasten zu müssen; gleichzeitig soll es uns aber auch frei machen zu fasten, wenn wir meinen, dass dies dran ist. Jeder Christ kann fasten, und ich glaube auch, dass Gott zu jedem Christen immer wieder spricht, dass er fasten soll. Es ist lediglich unterschiedlich, wie einer fastet und wie lange. Doch dazu später mehr.</p>



<p><strong>Die nächste Frage, die uns kommen könnte ist die: warum sollte denn Gott wollen, dass ein Christ fastet?</strong> Hier ein paar mögliche Antworten:</p>



<p><em>a) Fasten hilft uns, Gott gefällig zu leben, denn es züchtigt uns</em>, d.h. es begrenzt uns, setzt uns Grenzen. Und Züchtigung ist nötig, da unser „Ich“ die Tendenz hat ausfällig zu leben.<br>Der Psalmist schreibt: „Ich&#8230;tat mir wehe mit fasten und betete.“ Ps.35, 13<br>Fasten bewirkt Demut. Denn es macht uns unsere Abhängigkeit deutlich. Und Demut ist ein wesentlicher Bestandteil echter Heiligkeit. Mit Heiligkeit meine ich, dass wir zu Gott gehören. Fasten bewirkt Hingabe zu Gott, und es dient der Überprüfung von Lebensgewohnheiten.</p>



<p><em>b) Fasten verstärkt unser Gebet</em><br>Im Buch Esra steht dazu: „So fasteten wir und erbaten solches von unserem Gott; und er erhörte uns.“ Esra 8,23<br>In Irland gab es den Brauch, ohne Essen und Trinken vor der Tür eines Schuldners zu sitzen, bis dieser bereit war die berechtigte Forderung zu erfüllen. Dies ist ein Bild dafür, wie es ist, wenn wir vor Gott fasten um einer guten Sache willen.</p>



<p><em>c) Fasten wendet Gottes Gericht ab</em><br>Im Buch Jona steht dazu: „Da glaubten die Leute von Ninive an Gott und ließen ein Fasten ausrufen&#8230;Als aber Gott ihr tun sah&#8230; reute ihn das Übel, das er ihnen angekündigt hatte.“ Jona 3, 5 + 10 – Das Fasten der Menschen von Ninive, unterstrich ihre Buße und Umkehr und war ein Zeichen dass ihre Abkehr von den Gottlosen Wegen, echt war.</p>



<p><em>d) Fasten befreit von Bindungen, von Mächten der Finsternis.</em><br>Das Matthäusevangelium berichtet davon, als Jesus den Dämon aus dem mondsüchtigen Knaben ausgetrieben hatte. Die Jünger fragten ihn daraufhin, warum sie den Dämon nicht austreiben konnten. Jesu Antwort ist: „Diese Art fährt nicht aus, außer durch beten und Fasten.“ Mt.17, 21<br>Fasten kann aber auch helfen überhaupt zu merken wie abhängig wir sind. Wenn wir z.B. auf Zigaretten verzichten, und merken wie stark der Drang ist zu rauchen. Beim Fasten merken wir wie sehr wir von einer Sache abhängig sind.</p>



<p><em>e) Fasten erhöht die Fähigkeit mit Gott zu kommunizieren</em>, und den Willen Gottes zu erkennen<br>Im Buch Daniel steht: „Ich Daniel&#8230;kehrte mich zu Gott dem Herrn, um zu beten und zu flehen unter fasten&#8230;Gabriel&#8230;redete mit mir und sprach: Daniel ich bin ausgegangen um dir zum rechten Verständnis zu helfen.“ Dan.9, 3; 21 &#8211; 22<br>Es ist eine biologische Tatsache, dass das Fasten Körper und Seele „freisetzt“. Damit ermöglichen wir uns, dass unser Körper und unsere Gedanken, sich mehr auf Gott und sein Wesen konzentrieren können. Zudem: Wenn wir fasten haben wir zudem mehr Zeit zum Bibellesen und zum Gebet.</p>



<p>Also ich meine, das sind gute Gründe, die für das Fasten sprechen. Aber es wird immer eine Spannung sein, nicht zu Fasten, weil ich mir diese oder jene Wirkung erhoffe, sondern weil ich erkenne und glaube, dass Gott es von mir möchte – aber trotzdem vor Augen zu haben, was dieses Fasten bewirken kann und soll.</p>



<p><strong>3. Wie geht das Fasten?</strong><br>Bisher haben wir noch gar nicht geklärt, was Fasten eigentlich ist. Die meisten werden unter Fasten das „nicht Essen verstehen“. Dies ist aber nur eine Art zu fasten.</p>



<p>Fasten ist grundsätzlich Verzicht. Fasten ist die Enthaltung oder Einschränkung von Nahrung und nährenden Getränken. Es ist dabei allerdings nicht daran gedacht es so zu halten, wie auf der Zeichnung auf eurem Zettel zu sehen ist. Es geht nicht darum sich&#8216; s gut gehen zu lassen, und nur auf das zu verzichten, was man sich sowieso nur ab und zu genehmigt. Jeden Tag dreimal zu essen bis man satt ist, aber wegen des Fastens darauf zu verzichten eine Flasche Champagner zu trinken, wäre ja kein Verzicht und damit kein Fasten.</p>



<p>Ich habe das Fasten mal in vier Kategorien eingeteilt.</p>



<p><em>1. Gewöhnliches Fasten</em><br>Das ist der Verzicht auf Nahrung in fester oder flüssiger Form, aber nicht auf Wasser.<br>In etwas abgeschwächter Form, könnte statt Wasser auch Frucht oder Gemüsesäfte getrunken werden. Man sollte bei diesem Fasten einige Grundregeln beachten, auf die ich aber nicht weiter eingehe, weil diese in entsprechenden Büchern nachzulesen sind.</p>



<p><em>2. Absolutes Fasten</em><br>Das ist der Verzicht auf Essen und Trinken, dies kann höchstens drei Tage dauern und ist u.U. gesundheitlich wirklich bedenklich. Deshalb sollte dies nicht so ohne weiteres ausprobiert<br>werden.</p>



<p><em>3. Teilweises Fasten</em><br>Das ist der Verzicht auf bestimmtes Essen oder Trinken, das einem besonders wichtig ist.<br>Für mich ist das z.B. auf mein abendliches Bier zu verzichten. Denn für mich ist es eine wunderschöne Gewohnheit, wenn ich abends nach Hause komme noch ein Bier zu trinken.</p>



<p><em>4. Erweitertes Fasten</em><br>Das ist der Verzicht auf Dinge des täglichen Lebens bei denen es einem schwer fällt darauf zu verzichten. Bei mir wäre das z.B. auf mein tägliches ausführliches Zeitungslesen zu verzichten.</p>



<p>Natürlich gibt es zwischen diesen Formen noch Zwischenformen. Und außerdem gibt es bei Zeitpunkt und Dauer noch die Möglichkeiten, z.B. einen bestimmten Zeitabschnitt lange zu fasten, also z.B. eine Woche auf Essen zu verzichten oder in einer bestimmten Regelmäßigkeit zu fasten, also z.B. jeden Freitag nur trockenes Brot zu essen.</p>



<p>Seitenschwenk Fasten der Muslime im Ramadan – das Fasten der Muslime im Ramadan gehört zu den fünf Grundsäulen des Islam, die jeder gläubige Muslim befolgen muss. Der Ramadan wandert über die Jahre durch die Jahreszeiten, weil er sich an einem anderen Kalender orientiert. Das Prinzip ist, dass während des Ramadan ein Muslim weder Essen noch trinken darf, solange ein weißer und schwarzer Faden unterscheidbar sind – sprich, solange es hell ist. Das führt dazu, dass Muslime im Fastenmonat früh aufstehen um viel zu essen (vor Sonnenaufgang) und spät am Abend noch einmal essen (nach Sonnenuntergang).<br>Wesentliche Unterschiede zum christlichen Fasten sind, dass der Ramadan ein für alle Muslime verbindlicher Fastenmonat ist und dass das Halten des Ramadan zu den „Heils notwendigen“ Handlungen eines Moslems gehört. Zudem ist gerade das Fastenbrechen am Abend, ein gesellschaftlicher Anlass – während Christen vor allem „im Verborgenen“ fasten.</p>



<p>Doch zurück zum christlichen Fasten: Wenn ich also zu der Erkenntnis gekommen bin, dass Gott möchte, dass ich faste, dann muss ich zunächst klären, wie ich fasten soll/möchte und zu welchem Zeitpunkt bzw. wie lange. Faste ich das erste Mal, dann ist es nahe liegend eine sanftere Form des Fastens zu wählen und eine geringere Zeitspanne. Es sollte eine ausgewogene Sache zwischen: „Mit Gottes Hilfe schaffe ich das“ und „Ich schaffe das leicht“ sein. Beim Zeitpunkt dürfen wir frei sein, aber es ist kein Fehler, sich auf die Tradition zu beziehen und z.B. zwischen Aschermittwoch und Ostern zu fasten.</p>



<p>Das waren jetzt einige theologisch angehauchte Theorien in den Grundlagen über das Fasten.<br>Das soll nicht so bleiben. Deshalb werden wir jetzt eine Minute Stille haben. In dieser Zeit höre jeder mal in sein Herz rein und überlege sich, ob und wann denn welches Fasten für Ihn dran wäre. Es wäre ja z.B. denkbar, dass Du heute erkennst, dass Fasten wichtig ist und Gott möchte, dass Du es tust. Dann könntest Du am baldigen Aschermittwoch beginnen, und bis Ostersonntag fasten, indem Du auf etwas verzichtest, dass dir zur Gewohnheit geworden ist, oder von dem du weißt, dass es dir schwer fällt darauf zu verzichten z.B. auf Süßigkeiten.</p>



<p>Aber nun Stille.</p>



<p>Noch ein Tipp. Wenn du dich in der Stille (oder auch später) dazu entschlossen hast zu fasten, dann sage es einer anderen Person, oder tue dich mit jemand zusammen, der auch fastet. Das kann unwahrscheinlich helfen.</p>



<p>Bevor wir zum Ende der Predigt kommen noch ein letzter Punkt</p>



<p><strong>4. Probleme</strong><br>Also mal angenommen, du beginnst am Aschermittwoch damit, Süßigkeiten zu fasten. Nun wirst du erleben, dass du genau von diesem Zeitpunkt an ständig Süßigkeiten geschenkt oder angeboten bekommt. Du bemerkst, dass du ständig Lust auf Süßes hast&#8230;Das ist ganz normal, denn du merkst zum einen, wie oft du Süßigkeiten essen kannst und es auch tust. Zum anderen ist es auch so, dass mit/ durch dein(em) Fasten ein Kampf in der unsichtbaren Welt tobt, in dem der Satan versucht dich davon abzubringen durchzuhalten.</p>



<p>Ein weiteres Problem könnte auftreten, z.B. weil du eine Süßigkeit isst, und dir erst danach auffällt, dass du ja Süßigkeiten fastest. Kein Grund zur Panik. Sag Gott was du empfindest und fasse deinen Entschluss zum Fasten erneut und bitte Gott dich beim nächsten Mal daran zu erinnern.</p>



<p>Es könnt aber auch sein, dass du irgendwann die Lust verlierst, oder einfach nicht die Kraft hast durchzuhalten. Dazu erst einmal: Lass dich nicht zu leicht entmutigen, wie gesagt der Satan hat Interesse daran, dass du nicht fastest. Wenn es dir aber echt nicht möglich ist, dann lass dich auch nicht anklagen, als hättest du eine Schuld auf dich geladen. Es ist keine Schuld, ein vorgenommenes Fasten nicht durchzustehen, und deshalb gibt es auch keinen Grund dich schuldig zu fühlen. Allerdings könnte es sein, dass hinter diesem nicht Durchhalten zu können andere Dinge liegen, z.B. echte Sucht, oder mangelnde Frustrationstoleranz bzw. Durchhaltevermögen. Deshalb ist es gut, oder auch nötig, mit einem anderen Christen, der Erfahrung hat, darüber zu reden.</p>



<p>Es gäbe noch viel zu sagen, auf viele Aspekte bin ich nur oberflächlich eingegangen. Aber dies ist ja eine Predigt und kein Fachtag.<br>Darum empfehle ich folgendes Buch, das auch ganz praktisch zeigt, was man z.B. beim gewöhnlichen Fasten beachten muss. Wer von euch fasten will indem er auf Essen verzichtet, der sollte dieses Buch, unbedingt vorher lesen. Es hat viele Erklärungen und praktische Tipps, die helfen das Fasten gut zu erleben.</p>



<p>Fasten &#8211; was sagt die Bibel dazu? von Arhur Wallis, Herold Buch, ISBN 3-88936-015-7<br>Das ist nur ein Buch, nur eine Empfehlung, sicherlich gibt es auch noch andere, gute Schmöker zu dem Thema.</p>



<p>Foto von <a href="https://unsplash.com/@kamilszumotalski?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Kamil Szumotalski</a> auf <a href="https://unsplash.com/de/s/fotos/fasting?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Unsplash</a></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://jesus-follower.xyz/am-aschermittwoch-ist-alles-vorbei/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Bibel</title>
		<link>https://jesus-follower.xyz/die-bibel/</link>
					<comments>https://jesus-follower.xyz/die-bibel/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Peschke]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Aug 2011 06:58:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Predigt]]></category>
		<category><![CDATA[Bibel]]></category>
		<category><![CDATA[Christentum]]></category>
		<category><![CDATA[Jesus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://peschie1967.wordpress.com/?p=21</guid>

					<description><![CDATA[Predigt vom 5.Juni 2011 in der Südkirche, Esslingen-Pliensauvorstadt „Ihr Christen habt in eurer Obhut ein Dokument mit genug Dynamit in sich, die gesamte Zivilisation in Stücke zu blasen, die Welt auf den Kopf zu stellen; dieser kriegszerrissenen Welt Frieden zu...]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Predigt vom 5.Juni 2011 in der Südkirche, Esslingen-Pliensauvorstadt</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Ihr Christen habt in eurer Obhut ein Dokument mit genug Dynamit in sich, die gesamte Zivilisation in Stücke zu blasen, die Welt auf den Kopf zu stellen; dieser kriegszerrissenen Welt Frieden zu bringen. Aber ihr geht damit so um, als ob es bloß ein Stück guter Literatur ist, sonst weiter nichts.“</p>
<cite>Mahatma Gandhi</cite></blockquote>



<p>Dies sagt kein anderer als <strong>Mahatma Gandhi</strong>, indischer Freiheitskämpfer, und Verfechter des gewaltfreien Widerstandes über die Bibel</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Vor wenigen Wochen im Irak. Ein 9 jähriges Mädchen presst ein Buch auf seine Brust und sagt mit fester Stimme, ohne meine Bibel geh ich nicht von hier weg. Die Eltern, irakische Christen wissen nicht was sie tun sollen. Sollten sie bei Ihrer Flucht angehalten und durchsucht werden, könnte diese Bibel sie alle das Leben kosten. Schließlich darf das Kind die Bibel mitnehmen – nachdem sie gemeinsam gebetet haben, dass Gott die Familie schützen möge.</p>
<cite>Diese wahre Geschichte veröffentlichte Open Doors, eine Organisation, die sich für verfolgte Christen einsetzt, in ihrem letzten Freundesbrief.</cite></blockquote>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Am Tag nachdem ich zum ersten Mal die Bibel gelesen hatte, fühlte ich mich, als hätte ich ein Ufo gesehen.</p>
<cite><em>Eine Aussage von Xavier Naidoo, Deutscher Soulsänger</em></cite></blockquote>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>1981. Es ist dunkel. Ein Schiff setzt Anker direkt vor der Küste. Menschen in kleinen Booten fahren hinaus und laden Bücher in ihre Boote. Das große Schiff hat bei Nacht und Nebel die Küstenwache umschifft und bringt in dieser Nacht 1 000 000 Bibeln in ein Land, in dem der Besitz einer Bibel mit Arbeitslager bestraft wird. Alles Beteiligten müssen damit rechnen ins Gefängnis zu kommen, wenn sie erwischt werden. Vor allem die Einheimischen müssen mit Arbeitslager rechnen, oder mit schlimmeren. Doch diese Menschen sind bereit das Risiko zu tragen, damit die Bibeln unter die Menschen kommt.</p>
<cite><em>Diese Geschichte erzählt Bruder Andrew, der einen Großteil seines Lebens damit verbracht hat, Bibeln in Länder zu schmuggeln, in denen der Besitz einer Bibel bestraft wird.</em></cite></blockquote>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Ja, der Glaube gibt mir Halt. Und die Bibel. Die Bibel ist mein Lieblingsbuch.</p>
<cite><em>Cacau, Fussballnationalspieler des VFB Stuttgart</em></cite></blockquote>



<p>Nur fünf Geschichten, bzw. Aussagen zum Buch der Bücher. Und vielleicht fragen Sie sich, ob es wirklich sein kann, dass diese Menschen von der Bibel sprechen bzw. für die Bibel so gefährliche Dinge auf sich nehmen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Was ist die Bibel wert?</h3>



<p>Während in Deutschland und vielen anderen Ländern die Bibeln, auch bei Christen, im Regal verstauben und viele Menschen zwei oder mehr Bibel haben, aber keine davon lesen – gibt es für Christen vor allem in Ländern wie China und Nordkorea nichts wertvolleres als eine Bibel zu besitzen.</p>



<p>Was macht eine Bibel für die einen Christen in manchen Ländern so wertvoll – während viele Menschen, auch Christen in Deutschland ihre Bibel im Regal verstauben lassen?</p>



<p>Zum einen Angebot und Nachfrage</p>



<p>Ein bisschen ist es sicher so, dass der Wert einer Bibel auch daran liegt, wie einfach es ist eine zu besitzen. Etwas, das wir jederzeit zur Verfügung haben, ist emotional nicht so wertvoll, wie etwas, um das wir uns bemühen müssen um es zu bekommen. Doch das alleine kann es nicht sein. Denn die Erfahrung lehrt ja, dass wenn man dann das hat, um was man sich bemüht hat – nach einiger Zeit seinen Reiz verliert.</p>



<p>Viele Christen, und da gibt es wenig Unterschiede zwischen den Christen im Irak, in den USA, in China oder Deutschland, oder wo auch immer auf der Welt, lesen ihre Bibel täglich, und das obwohl sie diese u.U. schon lange besitzen.</p>



<p>Was könnte der Grund dafür sein?</p>



<p>Ich meine, der entscheidende Faktor sind die Erwartungen, welche wir an die Bibel haben.</p>



<p>Was erwarten wir von der Bibel?</p>



<p>Viele Menschen, auch Christen erwarten nichts, oder zumindest nicht viel. Sie erwarten, wenn sie die Bibel lesen, nicht zu verstehen, was da steht. Sie erwarten irgendwelche Aussagen, die nichts mit dem eigenen Leben zu tun haben. Sie erwarten eine Sprache, die aus dem letzten Jahrtausend stammt.</p>



<p>Doch das muss nicht so sein. Was kann uns die Bibel „bieten“?</p>



<ol class="wp-block-list">
<li>Informationen zu Gott – Wer ist Gott, wer ist Jesus, was hat er getan, wie denkt er über mich? Die Bibel ist das Informationszentrum, wenn es um den christlichen Glauben geht. Jesus ist der Sohn Gottes – und er ist mein Bruder. Jesus ist mein Heiland und Erlöser, mein Retter und Herr &#8211; und er ist mein Freund. Jesus ist gestorben, weil er MICH liebt! Das alles und noch viel mehr erfahre ich aus dem lesen der Bibel. Wer lesen kann und es tut ist eindeutig im Vorteil.</li>



<li>Dann kann uns die Bibel Informationen darüber geben, wie das Leben als Christ gelebt werden kann – nicht nur in den zehn Geboten. Wenn jemand sich viele Sorgen macht, dann sagt die Bibel: alle Deine Sorgen können Dein Leben keine Sekunde verlängern – vertraue Gott – er wird es recht machen. Wenn jemand verletzt wird – durch ein böses Wort, oder durch eine Tat – dann sagt die Bibel: vergib denen die schuldig an Dir geworden sind, und verhindert damit Bitterkeit in unserem Leben, Bitterkeit, die nicht dem schadet, der uns verletzt hat, sonder wiederum uns selber.</li>



<li>Die Bibel kann uns Trost geben – in schwierigen Lebenssituationen können die Erfahrungen der Menschen in der Bibel Trost spenden. Oder Verheißungen der Bibel werden lebendig und ermutigen uns weiter zu gehen. Wir erkennen: diese eine Aussage, die vielleicht vor tausenden von Jahren aufgeschrieben wurde, gilt jetzt auch für mich → und hilft mir die schwierige Situation zu überstehen.</li>



<li>Die Bibel kann Wegweisung geben – anhand vieler Beispiele von Menschen früherer Zeiten, können wir sehen, wie Gott mit Menschen einen Weg geht und wie man seinen Weg mit Gott gehen kann.</li>



<li>Und die Bibel stärkt meinen Glauben – durch das regelmäßige Bibellesen, wird mein Vertrauen in Gott gestärkt. Dinge die ich für unmöglich gehalten habe, scheinen mir plötzlich möglich – wo ich bisher an Gott verzweifelt bin, kann ich jetzt an Gott festhalten.</li>
</ol>



<p>Die Bibel bietet also durchaus wichtige und interessante Informationen. Aber man muss sich auf den Weg machen, diese zu bekommen. Und dazu lade ich sie herzlich ein.</p>



<p>Am Ende des Johannesevangeliums steht: <em>&#8222;Diese Geschichten wurden geschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus Christus der Sohn Gottes ist und ihr durch den Glauben an ihn das ewige Leben habt&#8220;.</em><sup class="modern-footnotes-footnote ">1</sup></p>



<p>Ich selber bin begeisterter Bibelleser. Fast täglich nehme ich mir ein wenig Zeit ein Kapitel zu lesen. Manchmal finde ich das so spannend, dass ich einfach weiter lese. Manchmal finde ich es so langweilig und ermüdend, dass ich mich durchkämpfen muss. Auch wenn ich, trotz meiner theologischen Ausbildung, manchmal nicht verstehe was da steht, lese ich weiter und vertraue, dass das Wort Gottes in mir weiter wirkt.</p>



<p>Ich lese die Bibel von vorne bis hinten und wenn ich bei Offenbarung 22,21 angekommen bin (der letzte Vers der Bibel, dort steht übrigens: <em>&#8222;Die Gnade des Herrn Jesus sei mit allen!&#8220;</em> ) dann gönne ich mir eine neue Bibel mit einer neuen Übersetzung, das macht Spaß und ist interessant, bekannte Bibelstellen auch mal anders zu lesen, als man es gewöhnt ist.</p>



<p>Ich fasse zusammen:</p>



<ol class="wp-block-list">
<li>Nimm eine Bibelübersetzung, die Worte und Satzbau der heutigen Zeit übernimmt. z.B. die Volxbibel als Jugendlicher, oder Das Buch (Übersetzung von Roland Werner) oder die Neue Genfer Übersetzung.</li>



<li>Bete vor dem Lesen, dass Gott zu Dir spricht – das kann ganz einfach sein: Gott hier bin ich, rede bitte zu mir.</li>



<li>Beginne beim Lesen mit dem neuen Testament – am besten mit einem Evangelium – oder mit einer Geschichte die Dich, aus welchen Gründen auch immer, besonders interessiert.</li>



<li>Nimm Dir u.U. eine Bibellesehilfe um besser zu verstehen</li>



<li>Verstehen ist wichtig, aber nicht alles – vertraue, dass Gottes Wort in Dir wirkt.</li>
</ol>



<p>Schließen will ich mit einem Jesuszitat, dass Jesus selber aus der jüdischen Bibel (dem alten Testament) entnommen hat. Es steht im Lukasevangelium Kapitel 4, Vers 4 : Jesus sprach: Es steht geschrieben: &#8222;Der Mensch lebt nicht allein vom Brot, sondern von einem jeglichen Wort Gottes.&#8220;</p>



<p>Es ist gut, wenn wir das bedenken: nicht unsere ach so wichtige Arbeit, nicht unsere Zeitnot, nicht unsere Faulheit oder Bequemlichkeit sollten uns abhalten die Bibel zu lesen. Denn in diesem Buch ist echtes, volles, pralles Leben.</p>



<p>Foto von <a href="https://unsplash.com/@sincerelymedia?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Sincerely Media</a> auf <a href="https://unsplash.com/de/s/fotos/bible?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Unsplash</a></p>
<div>1&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Johannes 20, 31</div>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://jesus-follower.xyz/die-bibel/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
